Wasserstraße

Schleuse Zaaren bleibt dicht – „Tragödie für die Wasserwirtschaft“

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 randenburg. Wegen Verzögerungen bei den Bauarbeiten kann die Schleuse Zaaren an der Oberen-Havel-Wasserstraße nicht wie geplant zum Start der Wassersaison wieder geöffnet werden. Die Freigabe für den Schiffsverkehr sei erst zum 1. August möglich, teilte das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Eberswalde am Freitag mit. „Damit ist die Mecklenburgische Seenplatte solange von Berlin aus nicht über Wasserstraßen erreichbar“, sagte WSA-Sprecher Sebastian Dosch. Die Industrie- und Handelskammer Potsdam befürchtet Millionenschäden in der Tourismusbranche.

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Hoher Schaden durch Sperrung

„Es ist, als trennt man eine Hauptschlagader durch“, sagte der IHK-Präsident Peter Heydenbluth. Jährlich passierten rund 10 000 Sportboote diese Schleuse an der Hauptverbindung zwischen Berlin, der Brandenburgischen und der Mecklenburgischen Seenplatte. Eine Ausweichstrecke über Wasser gebe es derzeit auch weiträumig nicht, weil auch die Schleuse Garwitz an der Müritz-Elde-Wasserstraße gesperrt sei.

Allein für die Monate April und Mai rechneten die 15 unmittelbar betroffenen Charter-Unternehmen mit wirtschaftlichen Schäden in Höhe von insgesamt 790 000 Euro, sagte Heydenbluth. Dabei seien die entfallenden Ausgaben der Touristen für Gastronomie, Einkäufe und Freizeitwirtschaft noch nicht eingerechnet. Der Verlust von Stammkunden sowie der Imageschaden für die Region werde auch in den kommenden Jahren nachwirken, befürchtete Heidenbluth.

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Bündnis für Wasserstraße fordert Unterstützung

Die Schleuse Zaaren wird vom Bund betrieben. In einem Brief an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat das Bündnis für Wasserstraßen daher finanzielle Unterstützung für die betroffenen Unternehmen insbesondere bei der notwendigen Überführung der Boote auf dem Landweg gefordert. Dem Bündnis gehören Industrie- und Handelskammern, Verbände und Wassertourismus-Initiativen an. Außerdem müssten die Arbeiten an der Schleuse Zaaren etwa durch Mehrschichtbetrieb so schnell wie möglich fertiggestellt werden.

Bauarbeiten laufen seit November

Die Bauarbeiten an der Schleuse Zaaren hatten im November begonnen. Gründe für die Verzögerungen seien umfangreiche Arbeiten zur Munitionsräumung und ein schwieriger Baugrund, sagte WSA-Sprecher Dosch. Dadurch hätten sich die Instandsetzung der Schleusenhäupter und damit auch die nachfolgenden Arbeiten verzögert.

Die Wassersport-Initiative Nordbrandenburg wies darauf hin, dass das Gebiet nördlich von Fürstenberg und Rheinsberg sowie die Müritz und die großen Seen bis Plau am See ohne Einschränkungen durchgehend befahrbar seien. Dies gelte auch für die Brandenburgische Seenplatte: Dort stünden etwa die Reviere Finowkanal und Langer Trödel, Werbellinsee und die Ruppiner Gewässer ohne Einschränkung für Wassertouristen zur Verfügung.

Von RND/dpa

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