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Bildung

Zu wenige Kita-Plätze in Blankenfelde-Mahlow: Mutter beschwert sich über Vorgehen der Gemeinde

Tina Fischer wollte, dass Tochter Lea ab Januar 2023 in die Kita geht, doch laut Gemeinde Blankenfelde-Mahlow könnte erst im September 2024 ein Platz frei werden.

Tina Fischer wollte, dass Tochter Lea ab Januar 2023 in die Kita geht, doch laut Gemeinde Blankenfelde-Mahlow könnte erst im September 2024 ein Platz frei werden.

Blankenfelde-Mahlow. Blankenfelde-Mahlow hat ein gravierendes Problem mit fehlenden Kita-Plätzen. Wie die Gemeinde auf ihrer Internetseite mitteilt, stehen nach den Sommerferien rund 190 Betreuungsplätze zur Verfügung. Das Problem: „Es liegen aktuell fast doppelt so viele Anträge für die Aufnahme in eine kommunale Kindertagesstätte im kommenden Schuljahr 2021/2022 vor“, heißt es seitens der Gemeinde. Sprich: Voraussichtlich die Hälfte aller Kinder, die zwischen August und Mai 2023 mindestens ein Jahr alt sind und damit ein Recht auf einen Kita-Platz haben, werden keinen bekommen.

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Mehr als Hälfte der Antragsteller bekommt keinen Kita-Platz

Die Entwicklung ist nicht neu. Seit Jahren verzeichnen vor allem die Städte und Gemeinden im Berliner Speckgürtel einen enormen Zuzug – Blankenfelde-Mahlow ist da keine Ausnahme. Corona hat den Trend zum eigenen Haus noch befördert und das können sich viele Berliner – wenn überhaupt – nur noch in Brandenburg leisten. Die Gemeinden kommen mit dem Bau der Kitas und Schulen kaum hinterher. In Blankenfelde-Mahlow kommen teils planerische Hürden hinzu: Seit Jahren plant die Gemeinde eine Kita mit Klimahülle – eine Studie dazu hatte zuletzt neue Fragen und Zweifel aufkommen lassen. Und das nicht zum ersten Mal: Immer wieder steht die Kita wegen Kosten oder langer Bauzeit auf der Kippe. Im Herbst 2021 hatte die Gemeinde daher den Bau einer weiteren Kita in Dahlewitz beschlossen, doch gebaut wird dort noch nicht.

Dass die zehn Kitas der Gemeinde lange nicht ausreichen, um den Bedarf zu decken, müssen am Ende die Eltern ausbaden. Tina Fischer ist eine von ihnen. Im November 2021 brachte sie Tochter Lea zur Welt, für die sie zum Januar 2023 einen Kita-Platz beantragt hat. In einem ersten Schreiben der Gemeinde vom Januar 2022 teilte die Verwaltung mit, Lea voraussichtlich erst im September 2023 einen Platz bekommt. „Das fand ich noch einigermaßen verständlich, weil es bei Winterkindern schwierig ist einen Platz zu bekommen“, sagt Tina Fischer. Die meisten Plätze würden schließlich frei, wenn die ältesten Kita-Kinder im Sommer in die Schule kommen.

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Kita-Platz in Blankenfelde erst 2024 frei

Ende Juni bekamen die Eltern dann aber einen zweiten Brief. „Zum jetzigen Zeitpunkt können wir Ihnen keinen Betreuungsplatz in einer unserer Einrichtungen zu Ihrem gewünschten Betreuungsbeginn anbieten“, stand darin. Und weiter hinten: „Wir möchten an dieser Stelle vorsorglich darauf hinweisen, dass voraussichtlich erst ab September 2024 ein Betreuungsplatz zur Verfügung steht.“ Herbst 2024 – Tina Fischer und ihr Mann konnten das kaum glauben. Also riefen sie bei der Gemeinde an, doch die bestätigte das Datum. „Man sagte uns, die Nachfrage sei so groß, dass sie uns das extremste Datum genannt hätten“, erzählt Fischer. Die MAZ-Anfrage nach der Kita-Platz-Situation in Blankenfelde-Mahlow blieb seitens der Gemeinde bis Radaktionsschluss unbeantwortet.

Tina Fischer wollte, dass Tochter Lea ab Januar 2023 in die Kita geht, doch laut Gemeinde Blankenfelde-Mahlow könnte erst im September 2024 ein Platz frei werden.

Tina Fischer wollte, dass Tochter Lea ab Januar 2023 in die Kita geht, doch laut Gemeinde Blankenfelde-Mahlow könnte erst im September 2024 ein Platz frei werden.

Die 37-Jährige Fischer weiß nun nicht, wie sie damit umgehen soll. Der Arbeitgeber der Zahntechnikerin sitze bereits auf heißen Kohlen, weil er auf ein Wiedereinstiegsdatum warte, erzählt die Mutter. „Man kann nichts planen“, sagt sie. In ihrer Krabbelgruppe sei sie da nicht die einzige mit dem Problem. Gerade einmal eine von zehn Familien habe die Zusage für einen Kita-Platz bekommen. Einige der Eltern überlegen sogar, ob sie wegen der Betreuungsplatzknappheit kein zweites Kind bekommen. „Ich wusste ja, dass es schwierig ist mit dem Kita-Platz – aber so schwierig? Da war ich ein bisschen blauäugig“, sagt die Blankenfelderin.

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Eltern aus Blankenfelde wollen klagen

Tina Fischer will sich trotzdem nicht ärgern, sondern etwas tun. Auf die eher unbefriedigenden Antworten vom Landkreis und dem Brandenburger Bildungsministerium will sie nun den Weg der Klage gehen. „Es gibt keine andere Möglichkeit und ich rate allen dazu“, sagt sie. „Es ist ein langer Weg, aber er ist die Mühe wert.“ Bei der Suche nach einem Betreuungsplatz hilft es der Familie aber zunächst nicht. Sie schaut sich bei Tagesmüttern um, doch auch hier sind kaum Plätze frei. „Ich hätte mir Unterstützung von der Gemeinde gewünscht, Alternativen zu finden“, sagt Fischer. Alles sei langsam und bürokratisch. Sie habe zudem das Gefühl, das Thema Kita-Plätze sei politisch in der Gemeinde in den letzten Jahren „völlig untergegangen“. „Das passiert alles viel zu spät“, sagt Fischer. „Und die Schul- und Hortplätze sind ja dann das nächste Problem, was auf uns zukommt.“

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