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Dahmeland-Fläming

Fallobst bei Mundraub im Internet finden

Streuobstwiese an der Fläming-Skate Straßenrand nahe Jüterbog in Werder Grüna Neuheim wachsen Äpfel Birnen Mirabellen Pflaumen Apfelbaum Birnbaum Mundraub

Streuobstwiese an der Fläming-Skate Straßenrand nahe Jüterbog in Werder Grüna Neuheim wachsen Äpfel Birnen Mirabellen Pflaumen Apfelbaum Birnbaum Mundraub

Dahmeland-Fläming. Die Obsternte hat begonnen. Viele Kirschen und Pflaumen sind schon seit ein paar Wochen reif, die Äpfel und Birnen brauchen nun auch nicht mehr lange. Viele Bäume am Straßenrand sind bereits voll mit prallen Früchten.

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Doch manche Obstbäume haben niemanden, der sich um sie kümmert. Die Äpfel fallen herunter und verfaulen. Das passiert häufig auf öffentlichen Grünflächen, deren Bäume nicht verpachtet sind, etwa entlang von Landstraßen.

Internetseite für Fallobst

Auf der Internetseite "mundraub.org" gibt es eine Karte, auf der die Stellen eingezeichnet sind, an denen Fallobst oder andere Lebensmittel wachsen. Für die Region Dahmeland-Fläming gibt es rund 150 Einträge.

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Die Fundorte reichen von Kräutern wie Giersch, Knoblauch oder Brennnesseln am Nottekanal in Königs Wusterhausen über Pflaumen hinter der Autobahnmeisterei bei Rangsdorf bis zu Apfelbäumen, die entlang der Fläming-Skate zwischen Jüterbog und Werder stehen. Für jeden Geschmack und für beinahe jede Erntesaison ist etwas dabei.

Streuobstwiese an der Fläming-Skate Straßenrand nahe Jüterbog.

Streuobstwiese an der Fläming-Skate Straßenrand nahe Jüterbog.

Eingetragen wurden die Orte von Hobby-Pflückern, die ihre Mitmenschen an ihren Funden teilhaben lassen wollen. Das Motto von „mundraub.org“ lautet: „Wir verbinden Menschen mit Obstbäumen.“ Das erklärte Ziel des Projektes ist es, für ein „fruchtiges Grundauskommen“ aller Menschen in Deutschland zu sorgen.

Naturschützer loben mundraub.org

„Bevor man Äpfel kauft, die aus Neuseeland hier her geschifft wurden, sollte man sich erstmal in der Region umsehen“, sagt Carsten Preuss, Landesvorsitzender des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Brandenburg. Der Zossener Stadtverordnete (Linke) hält Angebote wie die Internet-Karte von „mundraub.org“ für zukunftsfähig. „Ich kann es nur jedem empfehlen, zur Erntesaison für den Eigenbedarf Fallobst zu sammeln. Die Natur in unserer Region bietet genug“, sagt Preuss.

Regeln für Hobby-Pflücker

Für Freizeit-Pflücker gilt es allerdings, ein paar Regeln einzuhalten. An erster Stelle stehen die Eigentumsrechte. Bäume, die einer Privatperson gehören oder verpachtet sind, dürfen nicht abgeerntet werden. Das gilt auch für das Fallobst, das bereits auf dem Boden liegt und für Äste, die über einen Zaun ragen.

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Die zweite Regel lautet: Weniger ist mehr. Das Pflücken ist nur für den Eigenbedarf erlaubt, für alles andere braucht man eine behördliche Genehmigung. Außerdem sollte man im Umgang mit den Pflanzen immer vorsichtig sein und keine Äste abbrechen oder Tiere stören.

Auf „mundraub.org“ sind außerdem noch zwei weitere Regeln aufgelistet: „Teile die Früchte deiner Entdeckungen und gib etwas zurück“ und „engagiere dich bei der Pflege und Nachpflanzung von Obstbäumen“.

Pomologe kritisiert mundraub.org

Hans-Georg Kosel ist Fachmann für Obstbaukunde und Landessprecher des Pomologenverbandes Berlin/Brandenburg. Er kritisiert das Portal „mundraub.org“: „Unser Verein hat ein schwieriges Verhältnis zu dieser Internetgemeinschaft. Die Leute wollen alle nur ernten, aber kümmern sich nicht richtig um die Baumpflege.“ In den letzten Jahren habe er mehrfach von Beschwerden gehört, es seien Bäume unerlaubt abgeerntet worden, die eigentlich verpachtet waren.

Laut Kosel sollte jeder Hobby-Pflücker immer bei der zuständigen Behörde nachfragen, ob ein Baum abgeerntet werden kann. Erst wenn über die Besitzverhältnisse Klarheit besteht, kann es losgehen. Der Online-Karte von „mundraub.org“ vertraut er nicht.

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Zuständige Behörden sind meistens die Gemeinden, in denen die Bäume stehen. In seltenen Fällen gehören die Bäume auch dem Landkreis, wie etwa die Apfelbäume, die entlang der Fläming-Skate zwischen Jüterbog und Werder stehen. Ein paar Tipps hat der Pomologe noch parat: Geerntetes Obst sollte in der Regel vor dem Verzehr gesäubert werden und kühl und trocken gelagert werden. „Fallobstäpfel eignen sich eigentlich immer hervorragend für die Saftproduktion“, sagt Hans-Georg Kosel. Der Saft schmeckt besonders gut, wenn die Äpfel gleich frisch nach dem Ernten zur Mosterei gebracht werden.

Große Fallobst-Gemeinde im Internet

Jeder kann an der Karte auf mundraub.org mitwirken. Registrierte Mitglieder können neue Fundorte melden, oder die Fundorte anderer Nutzer kommentieren. Fundorte können auch angezweifelt werden, wenn es Unklarheiten über die Besitzverhältnisse gibt.

Die Website www.mundraub.org besteht seit dem Jahr 2009 und wird von der Terra Concordia gUG in Berlin geführt.

Eigenen Angaben zufolge zählt die Seite rund 62.000 registrierte Mitglieder, die knapp 50.000 Fundorte auf der Karte eingetragen haben.

Die Fallobst-Karte erstreckt sich über die ganze Welt. Sogar in Neuseeland und auf den Malediven sind Einträge zu Rosmarin-Kräutern und Bananenbäumen zu finden.

Von Jonas Nayda

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