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Ahlsdorf

Goldsegen für Schönewalder Jagdhornbläser

Lennart Roeber (l.) und Tim Friedrich waren die einzigen Solobläser, die zum Jugendwettbewerb in Ahlsdorf antraten. Der Zehnjährige holte für die Schönewalder Jagdhornbläser einen von mehreren ersten Plätzen.

Lennart Roeber (l.) und Tim Friedrich waren die einzigen Solobläser, die zum Jugendwettbewerb in Ahlsdorf antraten. Der Zehnjährige holte für die Schönewalder Jagdhornbläser einen von mehreren ersten Plätzen.

Ahlsdorf. „Er ist mein bester Schützling. In ihn stecke ich heute meine ganze Hoffnung“, sagte Maik Pergens voller Aufregung kurz vor Beginn des ersten europäischen Jugendwettbewerbes im Jagdhornblasen. Sein Schützling ist Lennart Roeber, erst zehn Jahre alt und schon Solobläser. Seit zwei Jahren betreut der musikalische Leiter der Schönewalder Jagdhornbläser das junge Talent.

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Am Sonntagmittag war es dann soweit und Lennart Roeber musste sich in Ahlsdorf in der Nähe von Jüterbog im ersten europäischen Jagdhornbläserwettbewerb für Kinder und Jugendliche der Fachjury stellen.

Zehnjähriger Brandenburger überzeugt die Jury

Trotz zahlreicher Zuschauer und dem skeptischen Blick der Bewertungsrichter war bei dem ehrgeizigen Schüler von Maik Pergens keine Spur von Aufregung zu erkennen. Lennart Roeber hatte es von Anfang an auf die goldene Hornfesselspange abgesehen. Mit seiner ausgezeichneten Darbietung der drei Jagdsignale „Anblasen des Treibens“, „Treiber in den Kessel“ und „Hase tot“ konnte er am Ende tatsächlich die Fachjury überzeugen und holte sich mit starken 553 Punkten den Sieg in der Kategorie „Solobläser“.

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Nur knapp dahinter landete Tim Friedrich aus Sachsen mit 547 Punkten. Auch an ihn vergab die Jury das Prädikat „ausgezeichnet“. Der 13-Jährige begann vor fünf Jahren mit dem Jagdhornblasen. „Ich spiele eigentlich Trompete, aber mein Vater ist Jäger und daraus hat sich irgendwann der Wunsch entwickelt, selbst Jagdhorn zu blasen“, erklärte er nach seinem Auftritt.

Erster Platz für Nachwuchs aus Schönewalde

Neben den Solobläsern traten außerdem zwei Bläsergruppen im Jugendwettbewerb gegeneinander an. Neben den „Schönewalder Jagdhornbläser Welpen“ unter Leitung von Maik Pergens traten außerdem die „Ventilhornfrischlinge“ der Jagdhornbläsergruppe Herbert Dießner aus dem sächsischen Bockwen an. Auch sie wurden von der Jury aufgefordert, verschiedene Jagdmelodien vorzutragen.

Während der Siegerehrung gab es dann für Maik Pergens die zweite große Überraschung: Seine Truppe holte mit 701 Punkten den ersten Platz. Die „Ventilhornfrischlinge“ aus Bockwen belegten mit 684 Punkten den zweiten Rang. Trotz der Ausschreibung als europäischer Jugendwettbewerb blieb es aber bei den zwei deutschen Bläsergruppen und Solobläsern in der Kategorie Kinder und Jugendliche. „Es war ein erster Versuch“, sagte Birgit Großmann. Die Brandenburger Landesbläserobfrau hofft, dass sich die Teilnehmerzahl im Nachwuchsbereich in den kommenden Jahren noch steigert. Denn der Jugendwettbewerb soll nach der ersten Ausgabe weitergeführt werden.

Bei den Erwachsenen waren während des europäischen Wettbewerbs am Wochenende schon acht verschiedene Nationen in Ahlsdorf vertreten. Jagdhornbläser aus Österreich, Ungarn oder Dänemark reisten hier unter anderem an, um sich in verschiedenen Bläserklassen mit ihren europäischen Konkurrenten zu messen.

In der Goldklasse A konnte auch Maik Pergens am Sonnabend triumphieren. Seine Bläsergruppe holte Rang eins. Dabei kam der musikalische Leiter unter dem strengen Auge der Jury selbst ganz schön ins Schwitzen. „Ich habe mich verspielt“, gestand er hinterher. Seine Gruppe blieb jedoch fehlerfrei und konnte so den kleinen Fehler von Maik Pergens wieder ausbügeln.

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Folge nach Nachfolger hat schon begonnen

Trotz der Erfolge und der großen Leidenschaft, die der 67-Jährige für das Jagdhornblasen übrig hat, denkt er schon jetzt an die Zukunft. Auch Pergens möchte sich irgendwann als musikalischer Leiter zurückziehen. Damit die Zukunft der Schönewalder Jagdhornbläser auch dann noch für viele Jahre gesichert ist, arbeitet der 67-Jährige bereits aktiv daran, Nachwuchs für sich zu suchen.

„Ich möchte meine Gefühle weitergeben, deswegen führe ich die Jugendlichen langsam ans Jagdhornblasen heran. Ich hoffe, dass sie mir bald ein paar Dinge abnehmen können“, sagt Maik Pergens. Aus seiner Sicht sei es wichtig, Kulturgüter wie das Jagdhornblasen sowie die Folkloretänze und die traditionellen Lieder auch an die nächsten Generationen weiterzuvermitteln.

Mehr als 5000 Besucher verfolgten den Wettbewerb

Dass dies bereits seit vielen Jahren gut gelingt, zeigten auch die Besucherzahlen an diesem Wochenende in Ahlsdorf. Mehr als 5000 Besucher waren nach Schätzung der Organisatoren von Freitag bis Sonntag auf dem Veranstaltungsgelände unterwegs.

Von Isabelle Richter

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