Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

Jüterbog

Jüterbog: Schäden nach Party in Wiesenhalle

Trotz Party-Eskalation am Wochenende kann die Wiesenhalle in dieser Woche wieder uneingeschränkt genutzt werden.

Trotz Party-Eskalation am Wochenende kann die Wiesenhalle in dieser Woche wieder uneingeschränkt genutzt werden.

Jüterbog. Es sollte eigentlich ein Angebot für Jugendliche aus Jüterbog und Umgebung sein, sich nach den langen Einschränkungen in der Pandemie wieder mit vielen Leuten treffen zu können und gemeinsam Spaß zu haben. Während der Veranstaltung „Project Jüterbog“ kam es in der Nacht von Samstag zu Sonntag in der Wiesenhalle jedoch zu unschönen Vorfällen, die die Stadt, die Polizei und Einwohner aktuell beschäftigen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Wie Bürgermeister Arne Raue (WsJ) am Montag über Facebook mitteilte, ist die Wiesenhalle von den Besuchern der Party massiv beschädigt worden. In dem Beitrag ist unter anderem von „extremen Schäden am Hallenboden“ oder „Erbrochenem im Veranstaltungsbereich“ die Rede. Darüber hinaus mussten die Polizei und der Rettungsdienst mehrfach anrücken. Auf Facebook berichten Nutzer auch von extremer Lärmbelästigung und aggressivem Verhalten – aber nicht nur von Jugendlichen, sondern auch von älteren Partygängern über 30 und 40 Jahre.

Berichte über Drogenmissbrauch und Körperverletzungen

Auch Drogen sollen bei der Party eine Rolle gespielt haben und sowohl von Gästen konsumiert als auch anderen Gästen verabreicht worden sein. „Dem Ordnungsamt und damit mir liegen Hinweise auf Drogenmissbrauch vor – diese sind nicht belastbar“, erklärt der Bürgermeister dazu. Polizeisprecherin Ariane Attrodt teilt der MAZ zu den Einsätzen in der Partynacht mit: „Im Zusammenhang mit der Veranstaltung an diesem Abend wurden der Polizei insgesamt drei Körperverletzungsdelikte bekannt.“ Es sei zunächst zu verbalen und daraufhin zu körperlichen Auseinandersetzungen gekommen. Ob die beteiligten Personen stark alkoholisiert waren, Drogen konsumiert hatten oder bereits polizeilich bekannt sind, dazu könne man keine Auskunft geben. In einem Fall wurde ein 24-Jähriger ins Krankenhaus gebracht. Er erlitt leichte Verletzungen. Die weiteren Ermittlungen dazu führt die Kriminalpolizei. Diese dauern weiter an.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige
Inzwischen ist die Halle wieder sauber. Bespritzte Wände und Riefen auf dem Hallenboden sind aber noch zu sehen.

Inzwischen ist die Halle wieder sauber. Bespritzte Wände und Riefen auf dem Hallenboden sind aber noch zu sehen.

Arne Raue selbst war während der Veranstaltung auch kurzzeitig vor Ort auf dem Parkplatz. Dort habe er „quietschende Reifen und Gebrüll“ sowie Jugendliche vorgefunden, die dogenverherrlichende Lieder grölten. Raue sei daraufhin mit den Jugendlichen ins Gespräch gekommen. Wie hoch der Schaden in der Wiesenhalle konkret ist, wird derzeit noch ermittelt und dokumentiert, so der Bürgermeister am Dienstag auf MAZ-Nachfrage.

Lesen Sie auch

Zum Umfang des Schadens erklärt er: „Klebespuren, Riefen und Brandlöcher sind auf dem Boden zu verzeichnen – Getränkespritzer zieren nunmehr die Wand.“ Die Schäden und Verschmutzungen seien sicher nicht unüblich für eine derartige Großveranstaltung, so Raue. Dennoch müsse die Beseitigung geklärt werden. Aktuelle Einschränkungen für die Nutzung der Wiesenhalle gibt es aber nicht. „Ich gehe von einer Nutzbarkeit und damit den Weiterbetrieb uneingeschränkt aus“, so Raue.

Stadt will nicht alle Jugendlichen bestrafen und Partys weiter anbieten

Für die Nutzung der Wiesenhalle für Veranstaltungen gibt es einen privatrechtlichen Vertrag. Aktuell sei die Stadt im Gespräch mit dem Veranstalter. Dazu erklärt Raue am Dienstag: „Der Veranstalter ist sehr kooperativ und hat die Kostenübernahme für die Beseitigung zugesagt.“ Darüber hinaus gibt es Gespräche dazu, wie solche Partys in Zukunft besser organisiert werden können. Trotz der Vorfälle am Samstag wolle man der Jugend solche Events künftig nicht grundsätzlich verwehren. „Zusammenfassend muss nun geklärt werden, ob und in welchem Umfang die Stadt solche Angebote weiter aufrecht erhält. Natürlich gibt es Abnutzungen, die gibt es aber auch beim Schulbetrieb und beim Vereinssport“, so der Bürgermeister. „Es gilt, einen Spagat hinzubekommen – Jugendlichen sollte in der Stadt die Möglichkeit gegeben werden, zu feiern und zu tanzen.“ Abgewogen werden müsse allerdings in Zukunft, ob und in welchem Maße Lautstärke und Beeinträchtigung für die Anlieger vertretbar seien und welche Kosten an der Stadt hängenbleiben.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Von Isabelle Richter

Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.