Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

 

Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

Flüchtlingshilfe

Jüterboger laden zum Online-Dialog

Die Debatte über die Situation der Flüchtlingshilfe findet wegen Corona als Zoom-Meeting statt.

Die Debatte über die Situation der Flüchtlingshilfe findet wegen Corona als Zoom-Meeting statt.

Jüterbog. Die Frage, wie man Flüchtlingen in ihrer neuen Heimat am besten helfen kann, bewegt seit Beginn des Ukraine-Krieges europaweit und hierzulande tausende Menschen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Jüterboger Gruppe besteht seit 2015

In der Jüterboger Flüchtlingshilfe-Gruppe, die 2015 im Zuge der großen Fluchtbewegung aus Syrien entstand, engagiert man sich seit langem für ein harmonisches Miteinander der oft angefeindeten Flüchtlinge und der heimischen Bevölkerung und bemüht sich um Schaffung einer Willkommenskultur. Da dies alles andere als einfach ist, sollte es in der Stadt bereits vor eineinhalb Jahren ein großes Treffen lokaler und auch international agierender Flüchtlingshelfer, Wissenschaftler und Politiker und Flüchtlinge geben, das wegen der Coronakrise bislang nicht stattfanden konnte.

Ende Februar, wenige Tage vor dem Einmarsch der russischen Truppen in die Ukraine, fand die Veranstaltung nun als Online-Seminar statt. Etwa 30 Akteure waren der vorab per E-Mail-Link verschickten Einladung gefolgt und berichteten über ihre Erfahrungen. Als Themenschwerpunkt spürten die Teilnehmer der Frage nach, was sich hinter den Begriffen „Heimat“, „Heimatliebe“ und „Deutsch-Sein“ verbirgt und welche Erwartungen bei den Beteiligten damit jeweils verbunden sind.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Heimat ist nicht automatisch nur der Geburtsort

Die Frage, ob Heimat automatisch immer nur da ist, wo man geboren wurde, oder wodurch das Gefühl, Teil einer Gemeinschaft zu sein, in der man sich zu Hause und heimisch fühlt, noch entstehen kann, stand als Überschrift über dem mehrstündigen Online-Dialog, in dem auch inzwischen in Deutschland beheimatete Flüchtlinge mit ihren sehr unterschiedlichen persönlichen Erfahrungen zu Wort kamen.

Mit einem Video wurden die Teilnehmer des ersten Online-Seminars auf das Thema des Abends eingestimmt.

Mit einem Video wurden die Teilnehmer des ersten Online-Seminars auf das Thema des Abends eingestimmt.

An verschiedenen virtuellen Tischen diskutierten die Teilnehmer über die Fragen, ob Heimat ein in die Vergangenheit oder in die Zukunft gerichteter Begriff ist, wie lange ein Flüchtling in seiner neuen Heimat ein Flüchtling bleibt oder als Teil der Gemeinschaft angesehen wird, wodurch sich Zugehörigkeit ergibt und welche Rolle eine generelle Weltoffenheit auf beiden Seiten spielt.

So verschieden die Perspektiven der Seminar-Teilnehmer auch waren, so einig waren sie sich am Ende, dass der Begriff Heimatgefühl nicht automatisch immer nur etwas Positives bedeutet, sondern aus der Summe aller guter und schlechten Erfahrungen besteht. Überwiegen die positiven, fühlen sich auch Flüchtlinge irgendwann im ehemals fremden Land heimisch. Nicht nur die Erfahrungen der seit 2015 nach Deutschland gekommenen Flüchtlinge belegen dies, sondern auch die derjenigen, die nach dem Zweiten Weltkrieg diesseits der Oder eine neue Heimat fanden.

Die pensionierte Pfarrerin Mechthild Falk ist die Leiterin der Jüterboger Flüchtlingshelfer-Gruppe.

Die pensionierte Pfarrerin Mechthild Falk ist die Leiterin der Jüterboger Flüchtlingshelfer-Gruppe.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Am kommenden Montag, also am 21. März, wird der Online-Dialog ab 19 Uhr unter der Überschrift „Heimatverbunden und weltoffen“ fortgesetzt. Schwerpunkt sein wird diesmal ein Rückblick auf die Zuwanderung von Gast- und Vertragsarbeitern auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs vor der deutschen Wiedervereinigung. Ob Angela Merkels Ausspruch „Wir schaffen das!“ funktioniert hat und ob Konflikte ein Zeichen gelungener Integration sind, soll der zweite Themenkomplex sein.

Jüterboger helfen Ukraine-Flüchtlingen

Auch über den aktuellen Stand der Situation ukrainischer Kriegsflüchtlinge soll gesprochen werden. „Dass jetzt auch syrische Flüchtlinge mit großer Hingabe ukrainische Flüchtlinge unterstützen, finde ich wunderbar“, sagt Mechthild Falk, die die Jüterboger Helfergruppe leitet.

Lesen Sie auch

Als Zuhörer oder aktiv teilnehmen am Online-Dialog kann jeder, der sich für das Flüchtlingsthema interessiert. Zugang gibt es via Zoom mit der Meeting-ID 869 0962 9985 und dem Kenncode 839088. Weitere Informationen unter www.fluechtlingshilfe-jueterbog.de.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Von Uwe Klemens

Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.