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Wirtschaft

Teltow-Fläming: Arbeitsmarkt trotzt dem Sommerloch

Sandra Leffler vom Jobcenter (l.), Stefan Herrmann und Katrin Schwarzer von den Arbeitsagenturen in Luckenwalde und Zossen beobachten den Arbeitsmarkt in TF.

Sandra Leffler vom Jobcenter (l.), Stefan Herrmann und Katrin Schwarzer von den Arbeitsagenturen in Luckenwalde und Zossen beobachten den Arbeitsmarkt in TF.

Teltow-Fläming. Während in anderen Behörden jetzt Urlaubszeit und Sommerflaute herrschen, ist beim Arbeitsamt und dem Jobcenter in Teltow-Fläming viel zu tun. Jugendliche auf Ausbildungssuche, ukrainische Flüchtlinge und neue Regeln im Umgang mit Langzeitarbeitslosen lasten die Mitarbeiter auch in den Sommermonaten voll aus. Negativ schätzt Zossens Geschäftsstellenleiterin Katrin Schwarzer die Situation trotz aller Herausforderungen jedoch nicht ein. „Unser Arbeitsmarkt in Teltow-Fläming ist stabil und aufnahmefähig“, sagt sie.

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Gute Chancen auf Ausbildungsplätze in TF

Die offizielle Arbeitslosenquote im Landkreis ist im Juli um 0,1 Prozentpunkte leicht auf 4,6 gestiegen und ist damit nun genauso hoch wie vor einem Jahr. Saisontypisch haben sich etliche Schulabgänger jetzt beim Arbeitsamt gemeldet, die noch noch auf Lehr- oder Studienplatz warten, berichtet Schwarzer. Insgesamt sind jetzt 388 Menschen unter 25 Jahren im Landkreis arbeitslos, das sind 53 mehr als vor vier Wochen.

Beim Arbeitsamt kennt man diesen „Sommerferien-Effekt“ seit Jahren und weiß, dass spätestens im Oktober die meisten jungen Menschen wieder vom Amt abgemeldet sein werden. „Auch wenn viele Ausbildungen zum 1. August starten, ist es jetzt noch nicht zu spät“, sagt Schwarzer. Statistisch geschehen kommen gerade 2,3 Ausbildungsstellen auf einen unversorgten Bewerber in TF. „Jeder kann seine Nische finden und gucken, wo es auch mit nicht so guten Noten passt“, sagt Sandra Leffler vom Jobcenter.

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Auch bei den Ausländern ist die Zahl der Arbeitslosen im Juli noch höher als im Vormonat und deutlich höher als im Juli vor genau einem Jahr. Inzwischen sind genau 835 Ausländer in TF arbeitslos gemeldet. Im Juli 2021 waren es fast 300 weniger. Dahinter stecken – wenig überraschend – die Geflüchteten aus der Ukraine. Schon im Juni hatten sie für einen Anstieg der offiziellen Arbeitslosenquote in Teltow-Fläming gesorgt. Der Trend setzt sich nun fort. Wie die Expertinnen bereits erwartet hatten, kamen in den vergangenen vier Wochen noch einmal mehr als 100 weitere Menschen zum Jobcenter nach Luckenwalde, um künftig Leistungen zu erhalten. Ein Ende ist nicht in Sicht. „Im August erwarten wir einen weiteren Anstieg“, sagt Sandra Leffler, die Vize-Chefin vom Jobcenter TF. Bis 31. August können sich die Ukrainer melden.

Freie Jobs in TF vor allem bei Logistikern und Industrie

„Das ist aber alles nicht besorgniserregend“, sagt Katrin Schwarzer. Teltow-Flämings Arbeitsmarkt verträgt die höhere Zahl an Arbeitslosen dank einem gesunden Branchen-Mix gut. Immer wieder werden freie Stellen gemeldet, zuletzt vor allem aus den Bereichen Maschinen- und Fahrzeugtechnik, Lager und Logistik, Buchhaltung, Verwaltung und dem Gesundheitssektor.

Weil die Wirtschaft in TF auf solch soliden Füßen steht, kommen auch ukrainische Flüchtlinge in zumindest als Hilfskräfte leicht auf dem Arbeitsmarkt unter. Die ersten Geflüchteten sind längst integriert. Sie arbeiten in der Lager- und Logistikbranche im Norden oder helfen im Handel bei einfachen Tätigkeiten wie dem Regal einräumen. „Wir beginnen jetzt mit Sprach- und Integrationskursen“, sagt Sandra Leffler.

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Viele Ukrainer müssen die Hoffnung auf eine schnelle Rückkehr in ihre Heimat aufschieben und orientieren sich deshalb gezielt auf dem Arbeitsmarkt. Die Mitarbeiter beim Amt loben sie bisher, weil viele von ihnen gut vorbereitet zu den Gesprächen erscheinen. „Viele ukrainische Flüchtlinge sind gut qualifiziert“, berichtet Leffler. „Für sie geht es jetzt um die Anerkennung ihrer Abschlüsse.“ In der Zwischenzeit sollen sie ihre Sprachkenntnisse verbessern. Noch sorgt diese Sprachbarriere für die größten Schwierigkeiten im Austausch mit den Mitarbeitern des Jobcenters. Hände, Füße aber vor allem Internet-Übersetzer schaffen Abhilfe.

Kaum noch Sanktionen für Arbeitslose mit Hartz IV

Anders als früher laufen seit Juli auch einige Gespräche mit den deutschen Langzeitarbeitslosen. Bundesweit wurden neue Regeln eingeführt. „Seit 1. Juli gibt es nur noch Sanktionen, wenn sie nicht mehr zu unseren Einladungen erscheinen“, erläutert Sandra Leffler. Jetzt können die Sozialleistungen vom Staat zum Beispiel nicht mehr gekürzt werden, wenn die Arbeitslosen zumutbare Jobs ausschlagen oder längere Abwesenheiten nicht melden. Dass sich Langzeitlose in TF jetzt in die „soziale Hängematte“ legen, kann Leffler aber nicht bestätigen. Bisher seien keine negativen Auswirkungen spürbar, berichtet sie.

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