Kommentar

Da hilft nur die Friedenspfeife

Unimog-Veranstaltungstag von Mercedes im März 2015 auf dem historischen Testgelände Horstwalde (Stadt Baruth), genutzt und betrieben vom Förderverein FKVV (Fahrbahn-, Kraftfahrzeug- und Verkehrsversuchsanlage).

Unimog-Veranstaltungstag von Mercedes im März 2015 auf dem historischen Testgelände Horstwalde (Stadt Baruth), genutzt und betrieben vom Förderverein FKVV (Fahrbahn-, Kraftfahrzeug- und Verkehrsversuchsanlage).

Horstwalde. Da gibt es einen Verein, der mitten im Wald des Baruther Urstromtals ein Areal hegt und pflegt, das weltweit seinesgleichen sucht. Und da gibt es eine Bundesanstalt BAM, die Dinge erforscht und entwickelt, die weltweit ihresgleichen suchen. Und nun dieser Clinch wegen einer Vertragskündigung. Das schadet nicht nur beiden Seiten, das hat eine Außenwirkung, die niemand wollen kann. Zumal der Verein 1995 im Einvernehmen gegründet worden war: Die BAM hatte mit dem Zugewinn des paradiesisch großen Testgeländes von 1200 Hektar andere Sorgen, als historische Hinterlassenschaften zu pflegen, und beförderte die Vereinsgründung, Präsident und Pressesprecher waren Gründungsmitglieder.

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Hostwalde: Andere Bedingungen als 1995

Das Problem jetzt sind nicht nur völlig andere Bedingungen als damals. Natürlich handeln auf beiden Seiten inzwischen ganz andere Personen als damals. Sie kennen sich nicht mehr oder nicht so gut wie diejenigen, die vor Jahrzehnten beides wollten – in staatlichem Auftrag testen und die Historie pflegen. Das Leben ist hektischer, teurer, es gibt mehr Zwänge. Das darf bei diesem besonderen Streitobjekt jedoch nicht dazu führen, dass der Ton nicht mehr stimmt.

Friedenspfeife am Testgelände TTS ungewöhnlichem Ort

Die Vertragskündigung, abgefasst bürokratisch herzlos, erreichte den Verein offenbar völlig überraschend. Um weiteren Schaden für alle zu vermeiden, um Sicherheitsvorschriften einzuhalten und gleichzeitig Kunden weiter ein wenig Abenteuer erleben zu lassen oder Firmen zu ermöglichen, neue Fahrzeuge an ungewöhnlichem Ort zu präsentieren, sollten beide Seiten auf null schalten. Welcher Ort wäre geeigneter als das Vereinsdomizil am Fuße der berühmten Steigungsbahnen, in einer ruhigen Stunde besonnen die Friedenspfeife zu rauchen. Alles andere schadet nur allen.

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