Teltow-Fläming

Kritik am Kuratorium

Der Neubau des Luckenwalder DRK-Krankenhauses mit der Notaufnahme.

Der Neubau des Luckenwalder DRK-Krankenhauses mit der Notaufnahme.

Luckenwalde. Die Roten – egal ob von SPD oder Linken – können nicht mit Geld umgehen. So ließe sich kurz ein Kommentar zusammenfassen, den der Kreistagsabgeordnete Dirk Steinhausen (Wir für TF) als Pressemitteilung und in den sozialen Medien verbreitet. Der ehemalige CDU-Politiker nimmt die Insolvenz der DRK-Krankenhausgesellschaft Thüringen Brandenburg zum Anlass, um auch den Mitgliedern des hiesigen Krankenhauskuratoriums mangelnden Sachverstand vorzuwerfen. Sie hätten schon im Sommer auf die geringe Auslastung des Krankenhauses reagieren müssen.

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Das betraf aber nicht das Luckenwalder Krankenhaus, sondern die Klinik in Bad Frankenhausen. Beide Einrichtungen gehören neben zwei weiteren zur DRK-Krankenhausgesellschaft Thüringen Brandenburg, die jetzt wegen Bad Frankenhausen in eine finanzielle Schieflage geraten ist.

Kaffeetrinken auf hohem Niveau?

Das ehemalige Kreiskrankenhaus Luckenwalde ging 1995 an das DRK. Um den Informationsfluss zum Kreis und zur Kreisstadt aufrechtzuerhalten wurde das Kuratorium gegründet, erläutert Harald-Albert Swik, Vorsitzender des DRK-Kreisverbands Fläming-Spreewald. Dem Gremium gehören laut Satzung Landrat, Bürgermeister, zwei Kreistagsabgeordnete, zwei Stadtverordnete und sechs DRK-Vertreter an. Die Politiker im Kuratorium sind derzeit allesamt Mitglieder der SPD oder der Linken. Ihnen stellt nun Steinhausen die Frage nach ihrer politischen Verantwortung: „Waren sie eng genug dran, haben sie die Kontrolle genutzt, oder war das nur Kaffeetrinken auf hohem Niveau?“

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Kein Kontrollgremium

„Das Kuratorium ist weder ein Entscheidungs- noch ein Kontrollgremium“, sagt Swik. „Weder der Landkreis noch die Stadt sitzen im Aufsichtsrat“, sagt Landrätin Kornelia Wehlan (Linke) auf MAZ-Nachfrage. Das Kuratorium habe nur beratende Funktion.

„Die Politik kümmert sich“, sagt Erik Stohn, Kuratoriumsmitglied sowie SPD-Kreis- und Landtagsabgeordneter. Das Land habe die Investitionsmittel für Krankenhäuser von 80 auf 100 Millionen Euro erhöht. Jetzt Ängste zu schüren und Schuldzuweisungen zu üben, sei unangebracht.

„Die aktuelle Situation um das Luckenwalder Krankenhaus eignet sich nicht zur parteipolitischen Profilierung“, sagt Landrätin Wehlan. Vielmehr sollte man alle Kräfte bündeln, um das Krankenhaus zu sichern.

Von Hartmut F. Reck

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