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Christinendorf

Kühne Tüftler und ihre Modellflugzeuge

Mathias Fischer aus Neuholland war in Christinendorf mit einem ADAC-Rettungshubschrauber-Modell am Start.

Mathias Fischer aus Neuholland war in Christinendorf mit einem ADAC-Rettungshubschrauber-Modell am Start.

Christinendorf.Modellflugzeuge sind Spielzeug für große Männer. Wer Michael Haase so kommt, der hat bei dem Blankenfelder schlechte Karten. „Was wir hier bewegen und ausstellen, sind technische Meisterstücke“, so der Vorsitzende des Modellflugvereins Höllenberg (MFV).

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Gute Bedingungen beim Modellflugverein

Camping mit abschließendem Flugtag gehört traditionell zum Leben des 1998 gegründeten Vereins. Nach einer heißen Woche wurde das bei Christinendorf gelegene MFV-Gelände Sonnabend zum Mekka für die Flugmodellsport-Freunde. „Kaum ein Modellflugverein in Berlin und Brandenburg hat so gute Bedingungen wie wir“, sagt der stellvertretende Vorsitzende Volker Stephan. Der mit 70  Meter langer Beton-Startbahn, Container-Vereinsheim, Toilette, Dusche, Strom und Wasser ausgestattete Flugplatz sei eben mehr als eine grüne Wiese.

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„Trotz einer sehr kritischen Phase hat der Verein 20 Jahre überlebt“, so Stephan. Windpark-Investoren wollten die selbe Fläche pachten. Am Ende gelang ein Kompromiss. „Die Windräder wurden so um den Flugplatz gezirkelt, dass wir miteinander auskommen“, sagt der Blankenfelder. Vier Jahre dauerte der juristische Platzkampf. „Erst 2016 konnten wir den ins Trudeln geratenen Verein kurz vor dem Absturz abfangen“, sagt der Vize-Chef.

Verein hat derzeit 40 Mitglieder

Aktuell zählt der MFV 40 Mitglieder. „Wir sind noch ziemlich berlinlastig und würden uns sehr über Zuspruch aus der Region freuen“, so Stephan. Voraussetzungen seien Begeisterung für den Modellflugsport, ein bisschen technisches Verständnis und das nötige Kleingeld. „Einsteigerpakete bekommt man schon für 100 bis 200 Euro“, so Stephan. Wie bei jedem Hobby gebe es nach oben hin keine Grenzen.

Gut 14 000 Euro investierte Mathias Fischer in sein „Christoph 31“-Modell. Der originale Hubschrauber wird von der ADAC-Luftrettung betrieben und im Rettungsdienst der Berliner Feuerwehr eingesetzt. Knapp ein Jahr baute der Gast aus Neuholland (Oberhavel) an dem Modell. „Je nach Wind und Flugstil bleibt er acht bis zehn Minuten in der Luft“, sagt Fischer.

Stahnsdorfer baut Modell einer Fokker C4

Manfred Dietl aus Stahnsdorf (Potsdam-Mittelmark) war mit einer „Fokker C 4“ am Start. Eine modifizierte Variante des als Aufklärer konzipierten Flugzeuges stürzte beim Erstflug von der Westküste der USA nach Japan ab. Vor rund 25 Jahren wurde die Maschine im Bundesstaat Maine für ein Museum restauriert. Rein zufällig wohnt Dietls ausgewanderte Tochter in der Nähe des Museums. Hier durfte er die Maschine komplett vermessen. Nach zweieinhalb Jahren Bauzeit startete das Modell Donnerstag zum Jungfernflug. Weil es dabei Schaden nahm, musste die „Fokker C 4“ Samstag am Boden bleiben.

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Vereinsvorsitzender hat Modell von Bücker-Flieger

Ebenso wie eine von Michael Haase gebaute „Bücker 133 Jungmeister“. Das Original wurde in den Rangsdorfer „Bücker“-Werken produziert und von der Kunstfliegerin Liesel Bach geflogen. Aus dem Nachlass eines Vereinsmitgliedes stammt ein Modell des ersten englischen, 1912 hergestellten Luftpost-Flugzeuges „Valkyrie“. Zu dieser Zeit spiele auch der Kultfilm „Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten“, so Haase. „Hätten die Motoren der Originalflugzeuge so viel Leistung gehabt wie unsere Modelle, wären die Piloten damals vor Freude in die Luft gegangen“.

Von Frank Pechhold

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