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Ludwigsfelde

50-Meter-Relief jetzt unter Denkmalschutz

Ist das Relief "Geschichte der Nachrichten-Übermittlung" gerettet? Auf dem Ex-Militärgelände entsteht jetzt ein Wohnpark.

Ist das Relief "Geschichte der Nachrichten-Übermittlung" gerettet? Auf dem Ex-Militärgelände entsteht jetzt ein Wohnpark.

Ludwigsfelde. Ludwigsfelde ist um ein geschütztes Kunstwerk reicher: Das 50 Meter lange Relief von Grafiker Volkhard Böhme an der Außenmauer des früheren Militärareals Neckarstraße steht jetzt unter Denkmalschutz.

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Das ist sowohl der Antwort von Bürgermeister Andreas Igel (SPD) auf eine Frage von Fraktionschef Peter Dunkel (Die Linke/Filu) zur jüngsten Stadtrat-Sitzung zu entnehmen als auch der Antwort auf eine MAZ-Frage bei der Unteren Denkmalschutzbehörde.

Kommt es zum Eintrag in die Denkmalliste, wäre das Relief neben diversen Bodendenkmalen und acht Häusern sowie dem Ehrenhain mit dem Gedenkstein für Arthur Ladwig auf dem Friedhof und dem Heine-Denkmal eines der wenigen eigenständigen Kunstwerke im Ort.

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„Wir sollten uns gemeinsam kümmern“

Außerdem gibt es zwei denkmalgeschützte Bleiglasfenster im Denkmalkomplex Dichterviertel: im Klubhaus und in der Fontane-Grundschule.

Der Stadtverordnete Dunkel hatte im Rathaussaal gesagt: „Ich habe Angst, dass der nächste Abriss in unserer Stadt diese Mauer betrifft. Wir sollten uns gemeinsam kümmern, das Relief zu erhalten.“

Das Kunstwerk stellt politisch neutral die Geschichte des Übermittelns von Nachrichten dar, von der Antike bis in die Gegenwart.

Das Auftragswerk des einheimischen Künstlers befindet sich auf der Einfassung des ehemaligen NVA-Objekts. An der Neckarstraße war von 1976 bis kurz nach dem Mauerfall das modernste Richtfunkbataillon der DDR stationiert.

Russisches Interesse abgewiesen

Vor wenigen Jahren hatte sich jemand aus St. Petersburg für das Kunstwerk interessiert. Doch es wäre nicht ohne Schaden von der Wand zu bekommen und der damalige Eigentümer hätte es auch keinesfalls verkauft.

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Ähnliche Werke im Reichstag

Für die Ludwigsfelder Museumsleiteirn Ines Krause steht die Bedeutung dieser Wandgestaltung außer Frage: „Für den neuen Reichstag hatte man extra Werke in diesem Stil anfertigen lassen. Aber wir haben so was schon lange in der Stadt.”

Bürgermeister Igel sagte, der Denkmalschutz sei bereits aktiv geworden. Allerdings stehe die Mauer auf veräußertem Grund und Boden, ein Investor plane dort neue Wohnungen. Definitiv erklärte er: „Der Status Denkmalschutz greift dort. Das heißt: Wiederherstellung und Unterhaltung gehen zu Lasten des Investors. Ich glaube, das ist jetzt ein unumkehrbarer Prozess.“

Behörden sehen Denkmalwert

Auf MAZ-Nachfrage beim Kreis teilte die Pressestelle mit, im Juni vergangenen Jahres habe die Untere Denkmalschutzbehörde Kenntnis von dem Relief erlangt; daraufhin sei die Prüfung des Denkmalwerts beim Landesamt für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseum angeregt worden.

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In der Mail heißt es weiter: „Diese Prüfung hat bereits stattgefunden, der Denkmalwert hat sich bestätigt, und zurzeit wird vom zuständigen Bearbeiter des Landesamts das denkmalfachliche Gutachten erarbeitet.“

Eintragungen in Brandenburgs Liste geschützter Denkmale kann jedermann anregen. Dazu muss das Landesamt auf in Frage kommende Objekte aufmerksam gemacht werden, dann geht es solchen Hinweisen fachlich nach.

Das hatte Peter Dunkel getan und Kontakt zu Landesamt-Mitarbeiter Markus Cantes in Wünsdorf gesucht. Der Fachmann befasst sich jetzt mit dem Ludwigsfelder Relief.

Zurzeit stehen auf der Denkmalliste zwischen seitenweisen Eintragungen in Jüterbog, Luckenwalde oder Zossen ganze neun Objekte in der Autobauerstadt, acht davon Häuser.

Von Jutta Abromeit

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