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Ludwigsfelde

Brücken bauen beim Brückenfest

Muffins für die Familie: Nicole Hoppe aus Ludwigsfelde hat sie am Stand von Solbra e.V. entdeckt. Nour Eddin Shashaa packt die süße Leckerei ein.

Muffins für die Familie: Nicole Hoppe aus Ludwigsfelde hat sie am Stand von Solbra e.V. entdeckt. Nour Eddin Shashaa packt die süße Leckerei ein.

Ludwigsfelde. Caro aus Kenia hat scharf gewürzte Samos zubereitet, und auf dem Grill brutzeln kleine Würste aus Rind- und Lammfleisch. Alles halal, was erlaubt, zulässig bedeutet, so wie es die muslimische Religion vorschreibt. Nebenan am Stand von Solbra e. V. stehen Petersiliensalat und eine Süßspeise aus Sirup, Kokosflocken und Pistazien neben deutschem Streuselkuchen und Muffins. Nour aus Syrien verkauft die Leckereien. Ludwigsfelder und Zugereiste lassen es sich beim 17. Brückenfest schmecken.

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Das Brückenfest ist auch in diesem Jahr eine Veranstaltung, bei der mit Musik, Speisen und Gesprächen Brücken zwischen den Kulturen gebaut werden sollen. Der Besucherandrang am neuen Ort im Ludwigsfelder Klubhaushof ist groß. Nach der gut besuchten Salsa-Nacht am Freitag strömen am Sonnabendnachmittag viele Familien auf das Festgelände. Parallel zum Kinder-und Familienfest findet dort der Tag der Toleranz statt. Vereine und Initiativen des Landkreises informieren über ihre Projekte mit Zugewanderten.

Essen als Einstieg zur Integration

Exotische Speisen und Getränke sollen den Zugang zum Fremdländischen erleichtern. Für den Syrer Shamis Amer, der mit seiner Familie in Ludwigsfelde eine Wohnung bezogen hat, ist gemeinsames Essen offenbar der beste Einstieg zur Integration. Er hat sich so bei seinen deutschen Wohnungsnachbarn bekannt gemacht. In der Stadt hat er viele Menschen gefunden, die unvoreingenommen Kontakt zulassen und auch helfen, die deutsche Sprache zu erlernen. Eine Hürde, die sein Landsmann Abdalhade Alorefe noch nehmen muss, um sich mit seinen Nöten verständlich zu machen. Er lebt mit seiner Frau Busra und drei Kindern in einem Zimmer im Asylbewerberheim. Inständig hofft er auf eine eigene Wohnung.

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Jeder Vierte im Landkreis hat Migrationshintergrund

Für die Ludwigsfelderin Lucia ist der Kontakt mit den Asylsuchenden ein Gewinn. „Ich lebe ein Stück mit denen“, sagt sie. Sogar ein Kopftuch habe sie sich schon einmal übergestülpt. Die Katholikin kümmert sich seit fünf Jahren um Familien, die im Ludwigsfelder Asylbewerberheim im Birkengrund Zuflucht finden. Sie spielt und bastelt dort mit den Kindern und unterrichtet sie in deutscher Sprache.

„8000 Ausländer aus 110 Nationen leben derzeit in Teltow-Fläming“, sagt Christiane Witt, Gleichstellungs- und Immigrationsbeauftragte des Landkreises. Viele von ihnen schon seit langer Zeit. Jeder vierte Einwohner im Landkreis hat einen Migrationshintergrund. An das Zusammenleben mit Anderen ist man hier gewöhnt. Ludwigsfeldes Bürgermeister Andreas Igel (SPD) kennt die Einwohner seiner Stadt als tolerant. „Die Ludwigsfelder zeigen die Bereitschaft, ankommende Menschen willkommen zu heißen“, sagt er. In diesem Jahr feiere die Stadt 50 Jahre Ungarn in Ludwigsfelde. Sie kamen ebenso wie Vietnamesen und Mosambikaner einst als Gastarbeiter hierher. Manche sind geblieben und haben sich gut angepasst. „Integration ist möglich. Wichtig ist, dass es alle wollen“, sagt der Bürgermeister. Das Brückenfest unterstreicht einmal mehr diesen Willen.

Von Jutta Brekeller

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