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Ludwigsfelde

„Kaffeeklatsch“ mit Mundharmonika-Star

Ständchen in der Klubhaus-Lounge: Michael Hirte (l.) und Harri Gotsche spielen, Carla Karstädt freut sich.

Ständchen in der Klubhaus-Lounge: Michael Hirte (l.) und Harri Gotsche spielen, Carla Karstädt freut sich.

Ludwigsfelde. Michael Hirte ist ein Meister auf der Mundharmonika. Als Stargast trat er Mittwoch beim Neujahrs-„Kaffeeklatsch mit Carla und Gregor“ im Ludwigsfelder Klubhaus auf. Hier schenkte der Künstler dem 92-jährigen Harri Gotschke einen der schönsten Momente seines Lebens.

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Lange vor Hirtes Solo auf der Bühne im Saal hallten Mundharmonika-Klänge aus der Lounge ins Foyer. Neugierig gesellte sich Gastgeberin Carla Karstädt hinzu. Gebannt hörte sie Harri Gotsche zu. „Wenn Sie mit dem Herzen spielen, spielen Sie richtig“, lobte sie das Spiel des musikalischen Senioren. „Mundharmonika spielen habe ich in russischer Kriegsgefangenschaft gelernt“, sagte Gotsche. Die Musik half ihm dabei, die quälenden fünf Jahre fern von der Heimat zu überleben. „Lange habe ich nicht mehr gespielt“, so Gotsche. Aber zum Kaffeeklatsch mit Hirte brachte er extra seine drei Mundharfen mit.

12 Muntis in Hosen- und Jackentaschen

Spontan rannte Carla Karstädt in den Saal. Am Eingang signierte Michael Hirte Bücher, CDs und Autogramm-Postkarten. Charmant lotste die Moderatorin Hirte weg vom Signier-Tisch in die Lounge. Hier machte sie ihn mit Harri Gotsche bekannt. Kurz fachsimpelten die Männer über ihr Lieblingsinstrument. Zwölf Mundharmonikas trug Hirte in Hosen- und Jackentaschen bei sich. Als Carla Karstädt beide um ein Ständchen bat, ließ sich das Zufalls-Duo nicht lange bitten und spielte die weltbekannte Weise „Muss i denn zum Städtele hinaus“.

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„Mit acht Jahren habe ich meine erste Mundharmonika bei Verwandten in Stralsund bekommen. Die lag da einfach herum“, erzählte Michael Hirte. Nach dem Mauerfall habe er sich im Westen die 100 D-Mark Begrüßungsgeld abgeholt und als allererstes eine Mundharmonika gekauft. Die wurde nach einem schweren Unfall der zentrale Lebensinhalt für den ehemaligen Kraftfahrer. Erst als Straßenmusiker, später als „Supertalent“-Gewinner in Dieter Bohlens Fernseh-Show eroberte er die Herzen von Millionen Menschen.

Gedicht für Hirte geschrieben

„Gelegentlich kommt es bei Konzerten vor, dass jemand eine Mundharmonika dabei hat“, so Hirte. Einmal sei ein Mann einfach auf die Bühne gesprungen und habe mitgespielt. „Hirte ist gut“, sagte Harald Hupka (80). Als Kind habe er auf einer dreiseitigen Mundharmonika „Hänschen klein und so“ gespielt. „Nach einem Jahr habe ich es aufgegeben.“ Auch Karl-Heinz Brach (83) hatte eine Mundharmonika. „So bin ich zur Ziehharmonika und zum Akkordeon gekommen.“

Dicht an der Bühne saß der stadtbekannte Reimer Werner Jeschke (79). „Ich habe ein Gedicht für Michael Hirte geschrieben“, zitierte er die ersten Zeilen: „Lieber Herr Hirte, der Saal ist voll, Ihre Musik war und ist ganz toll.“

Neujahrswünsche des Bürgermeisters

Begeistert erzählte Carla Karstädt den 250 älteren Damen und Herren im Saal und auf der Empore von dem Ständchen in der Lounge. Bürgermeister Andreas Igel (SPD) wünschte den Senioren im 60. Klubhaus-Jubiläumsjahr, sie „sollen gesund bleiben und es gut haben.“

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Von Frank Pechhold

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