Energiesparmaßnahmen in Kommunen

Ludwigsfelde: Stadt schaltet Straßenbeleuchtung ab Montag zeitweise ab

In Ludwigsfelde wird die Straßenbeleuchtung über Nacht abgeschalten.

In Ludwigsfelde wird die Straßenbeleuchtung über Nacht abgeschalten.

Ludwigsfelde. Die Stadt Ludwigsfelde schaltet ab Montag die Straßenbeleuchtung zeitweise ab und kommt damit der Aufforderung des Gesetzgebers zur Energieeinsparung nach. Weitere Maßnahmen sind etwa das Reduzieren der Raumtemperatur auf 19 Grad Celsius in den Gebäuden der Stadt und das Abstellen des Warmwassers überall dort, wo es hygienisch nicht notwendig ist, oder das Verzichten auf Werbebeleuchtung.

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Wie Christian Grossmann stellvertretend für Bürgermeister Andreas Igel (SPD) in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung berichtete, habe man innerhalb der Verwaltung auch eine Task Force zum Thema „Energiesparen“ gegründet. Die Verwaltungsspitze sowie Mitarbeiter verschiedener Fachdienste haben sich umfangreich damit auseinandergesetzt und Maßnahmen mit Einsparungspotenzialen beschlossen.

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Eine einfache und effiziente Möglichkeit sei die Abschaltung der Straßenbeleuchtung. Deshalb werde diese in Ludwigsfelde ab 25. September zwischen 23 und 5 Uhr abgeschaltet. Laut Grossmann bringt das der Stadt eine Einsparung von rund 650.000 Kilowattstunden pro Jahr. Bei den um 20 Cent gestiegenen Preisen der Stadtwerke könne Ludwigsfelde rund 200.000 Euro sparen, so der stellvertretende Bürgermeister.

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Bürger und Politiker aus Ludwigsfelde sorgen sich um Sicherheit von Frauen und Verkehrsteilnehmern 

Einige Ludwigsfelder halten das Abschalten der Straßenbeleuchtung für keine gute Idee. Der Stadtverordnete Eberhard Grünert (fraktionslos) sagt zum Vorhaben der Stadtverwaltung: „Ich halte es für höchst bedenklich, dass die Beleuchtung insbesondere in den Nebenstraßen ausgeschaltet werden soll.“ Als Gründe nannte er die fehlende Sicherheit – vor allem für den Verkehr und insbesondere Fußgänger, die dann nur noch schlecht oder eventuell sogar zu spät gesehen werden. Er stellte außerdem die Frage, ob die Haftung der Stadt auf öffentlichen Gehwegen dann überhaupt noch gewährleistet sei. Eine schriftliche Antwort soll dazu folgen.

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Auch im Netz äußern Bürger ihre Sorgen. Darunter häufig Frauen, die sich unwohl bei dem Gedanken fühlen, dass sie beispielsweise nach der Spätschicht allein eine nicht beleuchtete Straße entlanggehen müssen. Eine Frau kündigt an, sich Pfefferspray zu besorgen. Neben der Angst vor möglichen Übergriffen glauben ein paar Ludwigsfelder auch, dass es Kriminellen so einfacher gemacht werde.

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Nicht überall in der Stadt gehen in der Nacht die Lichter aus

Einige haben alternative Vorschläge – etwa die Intensität der Leuchten herunterzufahren, statt sie ganz auszuschalten oder nur jede zweite Laterne über Nacht auszuschalten. Ein Mann kommentiert zudem: „Vielleicht sollte man erstmal damit anfangen, die Beleuchtung abzuschalten, die tagsüber in den Straßen leuchtet.“ Andere fürchten schon, dass ihnen bald auch noch die Weihnachtsbeleuchtung verboten wird.

Ein paar Kompromisse soll es bei der Abschaltung der Beleuchtung aber geben. „Da, wo es aus Sicherheitsgründen notwendig ist, bleibt die Beleuchtung bestehen“, erklärte Christian Grossmann den Stadtverordneten. Dazu zählen etwa Fußgängerüberwege oder die Bahnhöfe der Stadt. Ebenfalls bleibt die Potsdamer Straße als Hauptstraße über Nacht weiterhin beleuchtet.

Anmerkung der Redaktion: In einer ersten Textversion hieß es, die Abschaltung spare nur 650 Kilowattstunden pro Jahr, richtig sind 650.000. Die entsprechende Stelle wurde korrigiert.

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