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Ludwigsfelde

Ludwigsfelder Stadt- und Technikmuseum wird 25 Jahre alt

Museums- und Stadtarchiv-Leiterin Ines Krause zwischen Diesel-Ameise und Turbinen-Flügeln im Anbau des nun 25 Jahre alten Stadt- und Technik-Museums.

Museums- und Stadtarchiv-Leiterin Ines Krause zwischen Diesel-Ameise und Turbinen-Flügeln im Anbau des nun 25 Jahre alten Stadt- und Technik-Museums.

Ludwigsfelde. Wer Stadt- und Technik-Museum Ludwigsfelde hört, denkt zwangsläufig an Ines Krause. Doch die Museums- und Stadtarchiv-Leiterin sieht jetzt, zum 25. Geburtstag dieser Einrichtung, im Rückblick ganz andere Dinge: „Das ist ein Haus der Ludwigsfelder, das haben sie sich selbst geschaffen.“

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Sie habe zwar das Riesenglück gehabt, Job und Leidenschaft verbinden zu können. „Doch ohne all die vielen Menschen, die einmalige Zeugnisse unserer Stadtgeschichte aufbewahrt und hergebracht haben, wäre vieles, was wir jetzt stolz präsentieren können, unwiederbringlich weg gewesen“, erklärt Krause.

Jubiläumsfeier für jedermann

Am Sonnabend von 10 bis 12Uhr wird das Jubiläum für jedermann zugänglich gefeiert. Auch mit einer Sonderausstellung zu diesem Vierteljahrhundert Stadtmuseum.

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Begonnen hatte alles 1988: Die Stadtverordneten beschlossen, die heimatgeschichtliche Sammlung von Ortschronist Hermann Reich für 20.000 DDR-Mark zu kaufen. Damals hatte die Stadtverwaltung an der entstehenden Stadtmitte den Dachsweg entlang neben Geschäften und Wohnungen auch ein Museum geplant. Dann kam die Wende, am Dachsweg gab’s Baustopp.

Abgelegenes Haus war Museumsanfang

Die Stadt bekam von der Treuhand das Berufsschulgebäude an der Kreuzung zum Industriepark übertragen. „Das waren zwar Büroräume, aber es war ein Anfang“, erinnert sich Ines Krause. Dorthin brachten die Bürger ihre Holzbottich-Waschmaschinen, Schriftstücke und alte Gebrauchsgegenstände. „Sie hatten ja zum allerersten Mal überhaupt eine Anlaufstelle für so etwas.“

Auch ein Stadtarchiv gab es bis 1990 nicht, wichtige Schriftstücke lagerten in einer Holzbaracke hinter dem heutigen Gymnasium. "Auch das haben wir alles in das feste Gebäude geholt", so Krause. "Auch wenn wir abseits lagen – die Bürger merkten, dass wir ihre Geschichte, die Industrie- und IFA-Geschichte und damit ihre Identität bewahren." Das alles führte am 18. Mai 1994 im "Gummistiefel" , wie das Haus genannt wurde, zur Museumsgründung.

Gründung trotz 16 Prozent Arbeitslosenquote

Noch immer sieht Ines Krause das, was dann kam, als großen Glücksfall: „Hier herrschte eine Arbeitslosigkeit von 16 Prozent, die Leute hatten wahrlich andere Sorgen als ein Museum. Und deshalb ist es so beachtenswert, dass die Politik die Weichen stellte, mit dem ZAL das verfallende Bahnhofsgebäude erst zu mieten und dann zu kaufen.“ Für insgesamt rund 1,2Millionen Euro wurde es hergerichtet.

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Heute wird dort vor allem dank der Männer vom Verein Freunde der Industriegeschichte Ludwigsfelde (FIL) fast alles präsentiert, was in Ludwigsfelde jemals produziert wurde: Daimler-Benz-Flugmotoren, Krautschläger, Rennboot-Motoren, Turbinen, Roller oder Lkws. "Das einzige, was noch fehlt, wofür aber auch trotz des Anbaus von 2002 kein Platz wäre, ist der Schiffsdieselmotor KVD 25 für Marine-Sturmboote", sagt Ines Krause. Von dem gebe es lediglich ein Original-Modell.

Alles ohne Geld fürs Resaurieren

Und noch eine Besonderheit hat das kommunale Museum: Es gibt für Kauf oder Restaurierung keine Position im Stadthaushalt. Alles, was an Museumsstücken hinzu kommt, was transportiert oder restauriert werden muss, passiert ehrenamtlich oder wird über Sponsoring finanziert.

Diese mehreren tausend Euro an Wert jedes Jahr sind den guten Kontakten der engagierten Chefin zu Bürgern, Unternehmern und Vereinen im Laufe der 25 Jahre zu verdanken.

Spannend und relevant

Übrigens wird das Stadt- und Technik-Museum nicht nur in Ludwigsfelde als etwas Besonderes gesehen. Auch der Brandenburger Museumsverband bescheinigt ihm Exklusivität: „Die Verbindung von Stadt- und Technik-Geschichte ist dort höchst spannend und relevant dargestellt. Und die Museumsverantwortlichen nehmen den Bildungsauftrag für die sonst schwer erreichbare Gruppe der Jugendlichen tatsächlich sehr ernst“, sagt Landesverbandsvorsitzende Susanne Köstering. Als Beispiel nennt sie die Werkstatt-Projekte mit der Daimler-Oberschule und dem Verein FIL.

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Von Jutta Abromeit

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