Berkenbrück

Zuchtfohlen vom Wolf gerissen

Ein Zuchtfohlen wurde am Sonntagmorgen von Wölfen gerissen.

Ein Zuchtfohlen wurde am Sonntagmorgen von Wölfen gerissen.

Berkenbrück . Erst Alpakas, dann Kälber und jetzt das Zuchtfohlen. Frank Nitzsche weiß nicht, wie es weitergehen soll. Wieder hat der Wolf zugeschlagen – obwohl der Landwirt alle Ratschläge der Rissgutachter befolgt hat. Der Elektrozaun hat die Wölfe nicht aufhalten können.

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Suchaktion gestartet

Am Sonntagmorgen sah ein Mitarbeiter der Bergranch Nitzsche eine Stute ohne ihr Fohlen. Das Tier lief aufgeregt am Zaun entlang. Er informierte Frank Nitzsche, der daraufhin eine Suchaktion nach dem Fohlen startete. Einige Zeit später wurde seine Befürchtung wahr: Von dem vor wenigen Tagen geborenen Fohlen war kaum noch etwas übrig. Der verständigte Rissgutachter schaute sich am Sonntagnachmittag die restliche Teile an und nahm DNA-Proben. Wie es aussieht, wurde das Fohlen unter dem Elektrozaun durchgezogen. Blutspuren befanden sich sowohl am Elektrozaun als auch am Schilf des Wassergrabens. Auf der Wiese haben die Wölfe das Fohlen dann zerfleischt.

Die Täter sind Wölfe

Frank Nitzsche hat in den vergangenen Jahren schon etliche Tiere an Wölfe verloren. 2016 wurde drei tragende Alpakas getötet und zwei weitere verletzt. Im vergangenen Jahr wurden vier Kälber gerissen. Daraufhin entschied sich der Landwirt trotz geringem Erlös 54 Kühe und Kälber zu verkaufen. Nach jedem Vorfall wird geprüft, ob es sich tatsächlich um einen Wolf gehandelt hat. Auch Hunde oder Füchse kommen als Täter in Frage. Doch bisher waren es immer Wölfe.

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Vorbildliche Elektrozäune

„Wir haben wir alles gemacht, was die Wolfsbeauftragten von uns gefordert wurde“, sagt Frank Nitzsche. Er und seine Leute haben in den vergangen zwei Jahren drei Zäune gebaut – einen davon mit Fördermitteln, die anderen auf eigene Kosten. Ein Zaun wurde sogar noch erhöht, er wird mit 70 000 Volt unter Strom gesetzt. Die Investitionen gehen inzwischen in den fünfstelligen Bereich. Die Elektrozäune gelten als vorbildlich.

Um jeden Euro kämpfen

„Das nützt alles nichts, wenn sich die Wölfe trotzdem die Tiere holen“, sagt Nitzsche. Problematisch sei vor allem, wenn sie die Tiere in den Wald schleppen und man nichts mehr von ihnen findet. Dann besteht kein Anspruch auf Entschädigung. Und dieser werde auch nur bis zu einem gewissen Maß gezahlt. Deshalb machten sich manche Landwirte auch nicht mehr die Mühe, einen Rissgutachter zu bestellen. „Wir hatten von früh an zu tun, die Überreste vom Fohlen zu finden. Denn wir müssen beweisen, dass mit dem Tier alles in Ordnung war“, so Nitzsche. In den vergangenen Jahren hat der Landwirt einige tausend Euro Verlust gemacht und muss nun um jeden Cent kämpfen müssen.

Stute muss versorgt werden

Die Norwegerstute, die ihr Fohlen verloren hat, muss jetzt versorgt werden. Das Euter muss gekühlt werden – und es besteht das Risiko, dass die Stute nie wieder tragend ein wird. Nitzsche weiß inzwischen nicht mehr, was er tun soll – sechs Fohlen werden in den nächsten Tagen erwartet.

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Und es trifft nicht nur ihn. Auch das Landgut in Hennickendorf ist betroffen. „Wir haben in Hennickendorf in der vergangenen Woche zwei Kälber durch Wolfsrisse verloren, zwei Woche davor ebenfalls und vor vier Wochen auch“, sagt Landwirt Jürgen Frenzel. „Es wurden DNA-Spuren gesichert, um zu sehen, ob die von ein und demselben Wolf sind“, sagt er.

Tag des Wolfes

Am 30. April ist der Tag des Wolfes, ausgerufen vom Naturschutzbund Deutschland, um der Freude über die Rückkehr des damals bedrohten Großraubtiers nach Deutschland Ausdruck zu verleihen. Inzwischen ist das Land Brandenburg flächendeckend von Wölfen besiedelt und die Population wächst weiter kontinuierlich, um zirka 30 Prozent jährlich.

Von Margrit Hahn

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