Ukrainehilfe

Rangsdorf: Der Hilfskonvoi ist auf dem Rückweg nach Deutschland

Ein Gruppenbild am Abend nach dem Entladen der Fahrzeuge.

Ein Gruppenbild am Abend nach dem Entladen der Fahrzeuge.

Rangsdorf. Pünktlich um 7 Uhr samstagmorgens gab es ungewöhnliche Betriebsamkeit auf dem Parkplatz am Rangsdorfer Südring Center. Der privat von Monika und Thomas Blüm organisierte Hilfskonvoi für die Ukraine machte sich auf die etwa neunstündige Reise in die polnisch-ukrainische Grenzregion.

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Eigentlich sollte die Reise nach dem Betanken pünktlich um 8 Uhr losgehen. Bis es tatsächlich so weit war, zeigte die Uhr 8.30 Uhr. Schon seit dem zurückliegenden Montag stand das Telefon der beiden nicht mehr still. Ein Facebook-Post, von Monika Blüm in die Rangsdorfer Facebook-Gruppen geteilt, sorgte für ein überwältigendes Echo. Hunderte Anrufer brachten Spenden vorbei, die Zahl der Fahrzeugführer, die sich an dem Marathon nach Südost-Polen beteiligen wollten, stieg täglich.

Happy Birthday: Ramona Linné aus Caputh (links) bekommt ein Ständchen zum Ehrentag, bevor es zum Tanken nach Groß Machnow geht.

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Einmal volltanken bei Bär und Ollenroth in Rangsdorf

Am Ende waren es rund 30 Fahrzeuge mit über 50 Fahrerinnen und Fahrern, die sich früh am Samstagmorgen auf den Weg machten. Und beileibe nicht nur Rangsdorfer. Potsdamer, Berliner, Fahrerinnen und Fahrer aus Caputh und Angermünde sowie aus dem ganzen Bundesgebiet hatten sich zwischenzeitlich dem Tross angeschlossen. Die Teilnehmer mit dem weitesten Anfahrtsweg nach Rangsdorf kamen aus Winsen an der Luhe bei Hamburg und aus dem westfälischen Dortmund.

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Nicht alle Teilnehmer starteten vom Südring Center. Rund ein Drittel war kurzfristig zu einem anderen Treffpunkt dirigiert worden. Denn die Diesel-Fahrzeuge konnten sich eine Tankfüllung und volle Reservekanister beim Rangsdorfer Haustechnik-Großhändler Bär und Ollenroth abholen. Aber auch die Benziner gingen nicht leer aus – deshalb der andere Startpunkt.

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Längst nicht alle Fahrzeuge passen auf’s Bild, trotz Weitwinkel.

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Hunderte Rangsdorfer spendeten

Bereits am vorhergehenden Nachmittag waren die Fahrzeuge am Privathaus von Monika und Thomas Blüm beladen worden. Um die hundert Rangsdorferinnen und Rangsdorfer waren extra gekommen, um mit anzupacken. Per Menschenkette ging das enorm schnell und schwungvoll. Kurz nach Einbruch der Dunkelheit hieß es dann Pause: Die Fleischerei Balk aus Rangsdorf hatte einen riesigen Topf Soljanka gesponsert.

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Ankunft am Abend geplant

Die Ankunft in der Zielregion an der Grenze war für den Samstagabend geplant. Auch dort wartete erst einmal heiße Suppe auf die über 50 Fahrerinnen und Fahrer und vor allem für die Flüchtenden aus der Ukraine.

In der Nähe von Hrubieszow Gmina fanden die Helferinnen und Helfer zwei Lager vor, in denen unzählige Kinder mit Müttern oder Vätern auf Hilfe und eine mögliche Weiterreise warten. Ein Teil der Helfer hatte deshalb beschlossen, noch am Abend die Rückfahrt anzutreten, damit die Flüchtenden so schnell wie möglich in eine menschlichere Umgebung kommen.

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19 Uhr: Hilfskonvoi aus Rangsdorf am Ziel eingetroffen

Und so machten sich zwei Fahrzeuge mit neun Ukrainern auf den Weg. Nachdem sie die Situation vor Ort gesehen hatten, wollten sie vor allem die Kinder so schnell wie möglich aus ihrer Notlage befreien. Unterkünfte waren bereits organisiert: Stand Samstagmorgen haben sich mehr als 100 Hausbesitzer und Wohnungsinhaber zur Aufnahme von mehr als hundert Flüchtenden bereit erklärt.

Angekommen an der Grenze.

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Am Vormittag zurück nach Rangsdorf

Doch zuerst galt es die zahlreichen Autos und Transporter zu entladen. Dazu musste der Konvoi zurück ins Landesinnere nach Tosin, wo die polnischen Behörden einen großen Raum zur Verfügung gestellt haben. Die Teilnehmer des Konvois, die die Nacht in Polen verbringen wollten, fuhren am Sonntag früh erneut an die Grenze bei Hrubieszow Gmina, um möglichst viele Fahrgäste mitzubringen.

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Am Sonntagmorgen befanden sich die Helferinnen und Helfer aus Brandenburg im polnischen Grenzgebiet.

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Seit Sonntag, 10:30 Uhr auf dem Rückweg nach Rangsdorf

Sonntagmorgen galt es dann den Rückweg anzutreten. Gegen 10.30 Uhr starteten die Fahrzeuge an der ukrainischen Grenze, sie wurden gegen Abend am Grenzübergang Frankfurt (Oder) erwartet. Dort wurden die mehr als 60 mitreisenden Flüchtenden zunächst bei den deutschen Grenzbehörden registriert, bevor es weiter nach Rangsdorf ging. Spätestens dort trennten sich die Helfer, um in ihre jeweiligen Heimatorte weiter zu fahren.

Bereit für die Rückkehr nach Deutschland.

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Um die 70 Flüchtende brachte der Hilfskonvoi insgesamt mit zurück. Für ungefähr 40 von ihnen, darunter ebenfalls Kinder, eine hochschwangere Frau und auch Haustiere, führte der Weg nach Rangsdorf. Weitere 20 wurden am Abend in Caputh (Potsdam-Mittelmark) erwartet.

Mit der Aktion am Wochenende ist das ehrenamtliche Engagement für das Rangsdorfer Ehepaar Blüm längst nicht vorbei. Noch bevor Monika und Thomas Blüm und all die anderen Helfer am Sonntagmorgen im südöstlichen Polen an den Start gingen, setzten sie ihre Hilfsaktion fort und riefen zu weiteren Spenden auf. Wenn irgend möglich, soll es am nächsten Wochenende mit Reisebussen wieder an die ukrainische Grenze gehen.

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Neue Hilfsaktion angekündigt

Und auch in Rangsdorf will Monika Blüm weiter Hilfe leisten: „An alle, die gerne Geflüchtete bei sich aufnehmen wollen. Ich kümmere mich um alle Asylanträge und alles weitere. Ihr müsst den Menschen nur ein Dach überm Kopf geben.“

Von Udo Böhlefeld

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