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Ukrainehilfe

Rangsdorf: Gemeinde verweigert Übernahme von Spritkosten für Hilfskonvoi für die Ukraine

Der Hilfskonvoi aus Rangsdorf am Abend seiner Ankunft an der polnisch-ukrainischen Grenze: Die Autos sind entladen.

Der Hilfskonvoi aus Rangsdorf am Abend seiner Ankunft an der polnisch-ukrainischen Grenze: Die Autos sind entladen.

Rangsdorf. Fast auf den Tag genau vor vier Monaten startete am Rangsdorfer Südring-Center ein Hilfskonvoi an die ukrainische Grenze. Die Mission Ukraine-Soforthilfe des Ehepaares Monika und Thomas Blüm fand weithin Beachtung und ebensolche Unterstützung. Doch vier Monate später sind die Blüms und ihre Unterstützerinnen und Unterstützer enttäuscht.

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Danny Seifert, einen der Teilnehmer des Konvois, der ursprünglich gar nicht öffentlich in Erscheinung treten wollte, hat es veranlasst, sich an die MAZ zu wenden. „Unsere Gemeinde hatte vor Abfahrt Frau Blüm kontaktiert und ihr angeboten, den Konvoi zu unterstützen“, erzählt er. „Da wir alles schon organisiert hatten, bot die Gemeinde an, die Kraftstoffkosten zu erstatten.“

Alles, was der Konvoi in Polen tanken musste, um zurück nach Rangsdorf zu kommen, wollte die Gemeinde übernehmen, berichtet Seifert. Organisatorin Monika Blüm hatte das schon bei der Vorbereitung des Konvois erwähnt und bestätigte das nun auch auf MAZ-Nachfrage.

Einmal volltanken bei Bär & Ollenroth in Rangsdorf

Letztlich beteiligten sich rund dreißig Fahrzeuge an dem Konvoi, alle mit Hilfsgütern bis unter das Dach bepackt. „Die erste Tankfüllung hat Bär & Ollenroth finanziert“, erklärte Seifert. Das Unternehmen in Groß Machnow spendierte die Tankfüllungen für die Diesel-Fahrzeuge vor dem Start direkt auf dem Firmengelände. Ein tolles, aber auch ein beklemmendes Gefühl sei es dann gewesen, als man am Abend der Reise die ganzen Hilfsgüter übergeben habe.

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Monika Blüm (mitte) und ihr Mann Thomas gleich daneben, wie sie letzte Informationen an die Konvoifahrer geben.

Monika Blüm (mitte) und ihr Mann Thomas gleich daneben, wie sie letzte Informationen an die Konvoifahrer geben.

Knapp vier Wochen später kam die Gemeindepost, die Ursache ist für die Verärgerung bei Seifert und Familie Blüm. Danny Seifert und Familie Blüm hatten auf der Fahrt mehr als 3000 Euro Kraftstoffkosten vorgestreckt. Bei rund 30 Fahrzeugen und 1000 Fahrzeugkilometer ein nachvollziehbarer, aber überschaubarer Betrag. „Frau Blüm hatte die Belege gesammelt und bei der Gemeinde eingereicht. Die Antwort von Bürgermeister Rocher gleicht einer Beleidigung“, findet Seifert.

Gemeinde Ransgdorf erkennt die eingereichten Belege nicht an

Anders als vor der Fahrt des Hilfskonvois war nun keine Rede mehr davon, die Gemeinde könne die Fahrtkosten oder wenigstens einen Teil davon tragen. „Übernehmen können wir die eingereichten Belege nicht, die die Fahrtkosten belegen sollen, denn die Richtigkeit ist nicht nachvollziehbar und würde bei einer Überprüfung auf Ordnungsmäßigkeit, Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit durch die örtliche Rechnungsprüfung beanstandet werden“, schreibt Klaus Rocher Ende März an Monika Blüm.

Es ist nicht nur der in diesen Worten versteckte Vorwurf, die Organisatoren des Hilfskonvois wollten sich an den Fahrtkosten bereichern, der bei ihnen für die Verärgerung sorgt. Danny Seifert: „Herr Blüm und ich haben alles mit EC oder Kreditkarte gezahlt. Wir zahlen wohl kaum für Fahrzeuge, die nicht zum Konvoi gehören.“

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Neuen Antrag müsste der Hauptausschuss Rangsdorf entscheiden

Massiv zur Verärgerung beigetragen hat bei den Organisatoren die Tatsache, dass Bürgermeister Rocher vor der Fahrt gesagt habe, die Gemeinde könne sich ja an den Fahrtkosten beteiligen. „Da ist nun keine Rede mehr von, das ist wohl in Vergessenheit geraten“, verleiht Seifert seiner Enttäuschung Ausdruck. Zumal Blüm und er die Erstattung spenden oder für einen weiteren Konvoi nutzen wollten.

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Bürgermeister Klaus Rocher bestätigte gegenüber der MAZ, dass er über eine Beteiligung der Gemende an den Fahrtkosten gesprochen habe. „Allerdings haben wir zu dem Zeitpunkt noch nicht gewusst, dass so viel Fahrzeuge fahren, es mithin um eine so hohe Summe gehen würde“, erklärt Rocher. Die Haushaltsituation – der Haushalt der Gemeinde Rangsdorf wurde erst spät im April rechtskräftig – habe ebenfalls dazu beigetragen, dass er nicht anders mit dem Antrag habe umgehen können.

Einen möglichen Ausweg zeigt der Bürgermeister dennoch auf. „Sie könnten den Antrag ja jetzt noch einmal stellen. Allerdings muss ich den wegen der Höhe dann dem Hauptausschuss zur Entscheidung vorlegen.“

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Von Udo Böhlefeld

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