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Rangsdorf

Verein will den See retten

Oliver Scharfenberg (l.) ist Vorsitzender des Vereins zur Rettung des Rangsdorfer See. Sein Stellvertreter ist Carsten Kern (2.v.l.).

Oliver Scharfenberg (l.) ist Vorsitzender des Vereins zur Rettung des Rangsdorfer See. Sein Stellvertreter ist Carsten Kern (2.v.l.).

Rangsdorf. Besucher des Rangsdorfer Sees haben in diesem Sommer besonders viel Platz. Der Sandstrand ist gut 20 Meter breiter als in Jahren mit viel Niederschlag. Was Badegästen auf den ersten Blick ein Anlass zur Freude scheint, beunruhigt viele Rangsdorfer. Am Montag haben sich elf von ihnen zusammengetan, um den „Verein zur Rettung des Rangsdorfer Sees“ zu gründen.

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Oliver Scharfenberg, der Vereinsvorsitzende, wollte nicht länger zusehen, wie der See nach und nach austrocknet. "Wir sind an dem Punkt, dass etwas getan werden muss", sagt der 39-Jährige. Gemeinsam mit mehreren Mitstreitern der Wählerinitiative "Die Rangsdorfer" hat er beschlossen, einen neuen Verein zu gründen, der sich überparteilich und gemeinnützig für den See einsetzen soll.

Eines Tages könnte der See verschwunden sein

Seit Jahren ist das Gewässer, mit dem viele Menschen den Ort verbinden, ein ökologisches Sorgenkind. Experten sind sich einig, dass der See verlandet. Unklar ist nur, ob das in den nächsten 50 oder 150 Jahren passiert. Die Gründe sind vielfältig: Es fließt zu wenig frisches, sauerstoffreiches Wasser in den See. Durch sich ablagernde Sedimente wird der ohnehin nicht tiefe See jedes Jahr um mehr als einen Millimeter flacher.

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Der trockene Sommer hat den Rangsdorfer See stark geschrumpft

Der trockene Sommer hat den Rangsdorfer See stark geschrumpft. Die Wasserkante hat sich um etwa 20 Meter zurück gezogen.

Peter Gleich, der von 1998 bis 2003 ehrenamtlicher Bürgermeister in Rangsdorf war, erinnert sich, an viele gescheiterte Rettungsversuche in der Vergangenheit. „Ich bin immer wieder gegen verschlossene Türen gerannt“. 2008 hatte der Kreistag Teltow-Fläming einstimmig einen Antrag seiner Fraktion angenommen, die fünf großen Seen im Kreis, den Rangsdorfer, den Mellensee, den Großen Wünsdorfer See, den Blankensee und den Siethener See in den kommenden 30 Jahren zu sanieren. Passiert sei seitdem nichts.

Landrätin soll zehn Jahre alten Beschluss umsetzen

Mit mittlerweile 78 Jahren fühle er sich zu alt, um in dem neu gegründeten Verein selbst aktiv zu werden, so Peter Gleich, er möchte die Mitglieder aber unterstützen. „Ich freue mich, dass es junge Menschen gibt, die unsere Idee wieder aufgreifen“, sagt er. Er empfahl, Landrätin Kornelia Wehlan (Linke) an den zehn Jahre alten Beschluss zu erinnern, die damals als Kreistagsmitglied dafür gestimmt hatte.

Zu den Maßnahmen, die der Kreistag beschlossen hatte, gehörten die Belüftung mit Sauerstoff und das Ausbaggern einer Rinne, in der sich Ablagerungen wie Phosphor und Nitrate sammeln. Diese sollen später ausgegraben werden und als Zusatz für Mutterboden dienen. Der Faulschlamm könnte in Biogasanlagen zu Strom verwandelt werden. „Wir wollten zeigen, dass eine solche Sanierung auch wirtschaftlich sein kann“, sagt Gleich. Sogar eine Abgabe der Einwohner zur Sanierung des Sees war im Gespräch.

Sanierung kostet zwei Millionen Euro im Jahr

Zwei Millionen Euro im Jahr waren als Kosten veranschlagt. Das Geld sollten Kommune, Kreis, Land, Bund und EU gemeinsam aufbringen. Der neue Verein möchte nun die wissenschaftlichen Untersuchungen der vergangenen Jahre sichten und Wege aufzeigen, wie alle Beteiligten das nötige Geld aufbringen.

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Kontakt: seerettung@gmx.de

Von Christian Zielke

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