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Ludwigsfelde

Stadtwerke bauen so viel wie noch nie

Die Gasleitungen auf der Baustelle im Industriegebiet Eichspitze für das DHL-Paketzentrum und für den Lebensmittel-Großhändler Chefs Culinar sind gebaut und umverlegt.

Die Gasleitungen auf der Baustelle im Industriegebiet Eichspitze für das DHL-Paketzentrum und für den Lebensmittel-Großhändler Chefs Culinar sind gebaut und umverlegt.

Ludwigsfelde. Was die Stadtwerke Ludwigsfelde derzeit an Strom- und Gas-Anschlüssen planen und bauen, das hat Geschäftsführer Roberto Ola noch nicht erlebt, weder von den Zahlen her noch in den Dimensionen. Der 53-Jährige sagt: „Das sind Herausforderungen, die wir noch vor wenigen Jahren nicht mal geahnt haben.“

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Stadtwerke-Geschäftsführer Roberto Ola

Stadtwerke-Geschäftsführer Roberto Ola.

Allein für die nächsten Großkunden, die sich im Industriegebiet Eichspitze und im benachbarten Brandenburg Park ansiedeln und in den kommenden zwei Jahren ihren Betrieb aufnehmen, wird jetzt eine Gasdruck-Regelanlage geplant, 2020 soll sie gebaut werden.

Von solchen Anlagen haben die Stadtwerke bisher lediglich eine Handvoll. „Sowas haben wir auch seit zehn Jahren nicht mehr gebaut“, sagt der SWL-Technikchef Thomas Weibelzahl.

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Konkret heißt das für das 27-köpfige kommunale Unternehmen: Statt wie bis etwa 2015 pro Jahr im Durchschnitt 50 neue Hausanschlüsse zu planen und zu bauen, müssen die SWL-Mitarbeiter neben dem laufenden Geschäft jetzt das Vierfache stemmen.

„Bei den gegenwärtigen Ansiedlungen in Gewerbe- und Industriegebieten und natürlich mit den neuen Wohngebieten, allen voran der Rousseau-Park in Ludwigsdorf, liegen wir jetzt bei etwa 200 neuen Anschlüssen jedes Jahr“, erklärt Weibelzahl.

Dazu gehören Kunden wie DHL und Chefs Culinar im Industriegebiet Eichspitze oder der Online-Händler Zalando im Brandenburg Park, der Ende dieses Jahres seinen Betrieb aufnehmen will. Geschäftsführer Ola hat einen Vergleich ausgerechnet: "Allein für DHL stellen wir wie gewünscht die Kapazität für so viel Gas bereit, wie etwa 250 Einfamilienhäuser brauchen."

Für das Industriegebiet Eichspitze mussten wie berichtet ganz neue Gasnetz-Teile gebaut werden. Dazu gehörte als spektakulärste Ingenieurleistung die Durchörterung des Bodens unter dem Berliner Autobahn-Südring; im Bereich der Anschlussstelle Ludwigsfelde Ost musste die neue Gasleitung dafür durch den Boden von einer Breite unter 13 Fahrbahnen hindurch geschossen werden.

Vor einem Jahr

Vor einem Jahr: Leitungen für die Medien im künftigen Industriegebiet Eichspitze Ludwigsfelde werden am Schwarzen Weg verlegt.

Außerdem war eine rund 100 Meter lange Durchörterung unter einem Wäldchen nötig und es wurde eine Gashochdruckleitung umverlegt.

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Die jetzt nötige Gasdruck-Regelanlage sind für die Stadtwerke von Ludwigsfelde eine Investition von 600- bis 700.000 Euro. Solch eine Anlage funktioniert ähnlich wie ein Umspannwerk beim Strom.

„Das Gas kommt hier mit einem Druck von 16 Bar in Rohren von 200 Millimetern Durchmesser an. Es wird so reguliert, dass es mit Mitteldruck weiter verteilt werden und beim Kunden nutzbar ankommen kann“, erklärt der SWL-Technik-Leiter.

Ob Industrie-Firma oder Hausanschluss – Formular dasselbe

Selbst wenn nun weitere große Unternehmen ihre Ansiedlung in Ludwigsfelde oder Genshagen ankündigen, versetzt das die Chefetage der Stadtwerke nicht in Unruhe: „Jetzt sind wir gerüstet“, erklärt Geschäftsführer Ola.

„Und ob ein Großunternehmen oder ein kleines Wohnhaus angeschlossen wird – die Antragsformulare sind dieselben, nur die Zahlen sind andere“, so Thomas Weibelzahl.

20 Kilometer Leitungen in Ludwigsdorf verlegt

Jährlich investieren die Stadtwerke rund zwei Millionen Euro. Aktuell wird dieses Geld vor allem für neue Anschlüsse ausgegeben, weniger für das Sanieren alter Leitungen und Anlagen.

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In Ludwigsdorf entscheiden sich Häuslebauer nicht mehr für Öl- oder Flüssiggas-Heizungen, sondern für Wärmepumpen oder Erdgas. Allein für Strom- und Gas-Anschlüsse in diesem neuen Stadtteil mit seinen künftig 5000 Bewohnern haben die Stadtwerke bereits 20 Kilometer an Leitungen verlegt.

Von Jutta Abromeit

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