Tierrechte

Teltow-Fläming: Aktion Tier klagt über neuen Fall von vernachlässigten Tieren

Herde verwahrloster Bretonmischer Zwergschafe. Ein Teil von ihnen wurde mehrere Jahre nicht geschoren.

Herde verwahrloster Bretonmischer Zwergschafe. Ein Teil von ihnen wurde mehrere Jahre nicht geschoren.

Teltow-Fläming. Im Landkreis Teltow-Fläming hat die Aktion Tier, Träger des Zossener Tierheimes und bundesweiter Tierschutzverein, nach eigenen Angaben erneut einen Fall von Animal-Hoarding ausgemacht. Mehr als 120 Tiere lebten den Informationen der Aktion Tier zufolge auf einem abgelegenen Grundstück und werden dort weder artgerecht gehalten, noch regelmäßig versorgt. Genauere Angaben über den oder die Halter oder die Lage des Grundstücks macht der Verein gegenüber der MAZ nicht.

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So hätten die Mitarbeiter der Aktion Tier Schafe auf dem Grundstück ausgemacht, die zum Teil mehrere Jahre lang nicht geschoren worden sein sollen. „Schon von außen wirkt das Gelände mit dem kleinen Stallgebäude, mehreren Containern sowie zahlreichen Zwingern, Gehegen und kleinen Unterständen ungepflegt und chaotisch. Überall liegen Gerätschaften, Möbel und Müll herum“, schildert die Aktion Tier das Gelände.

Verunreinigter Boden begünstigt Ausbreitung von Krankheiten

Insgesamt neun Hunde würden dort gehalten, fünf von ihnen in Zwingern, ein über zehn Jahre alter Kangal würde an einer Kette gehalten. „Das ist seit dem 1. Januar gesetzlich verboten“, ergänzte die Vorsitzende der Aktion Tier, Ursula Bauer. Die Hütte, in die der Hund sich bei schlechtem Wetter zurückziehen kann, habe nach den Berichten ein defektes Dach und sei nicht wärmegedämmt.

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Matschiger Zwinger mit zwei vernachlässigten Herdenschutzhunden

Matschiger Zwinger mit zwei vernachlässigten Herdenschutzhunden

Zwei der Herdenschutzhunde hätten ein struppiges, verfilztes Fell, das seine Schutzfunktion nicht mehr erfüllen könne. Über die große Zahl der Hunde hinaus haben die Tierschützer, die das Gelände schon länger beobachten, 2 Emus, etwa 15 Hühner, 13 Gänse und rund 60 Enten festgestellt. „Die werden alle nicht artgerecht gehalten“, heißt es von der Aktion Tier. „Den Wasservögeln steht kein Badewasser zur Verfügung. Der mit Tierfäkalien verunreinigte matschige Boden ist unhygienisch und begünstigt die Ausbreitung von Krankheiten.“

Kein Platz bei Schnee und Kälte

Damit nicht genug. So gäbe es dem Bericht zufolge auf dem Grundstück sogar Weißwangengänse und Nilgänse, deren Haltung in Deutschland verboten ist. Auch die Haltung der Emus entspreche nicht den vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft festgelegten Mindestanforderungen. So fehlten ein Badebecken und ein trockener Sandbadeplatz sowie ein Stall, in den sich die Vögel bei Schnee und Kälte zurückziehen könnten.

Neben den etwa 20 Zwergschafen, die zum großen Teil im vergangenen Jahr „oder auch noch länger“ nicht geschoren worden seien, leben noch zwei Pferde und ein kleines Pony auf dem Areal. Auch für sie gäbe es lediglich einen zugigen Unterstand, ein richtiger Stall fehle.

Ursula Bauer erklärte auf Nachfrage: „Die Tiere sind die einzigen Lebewesen, die wir hier beobachtet haben.“ Bereits im November vergangenen Jahres hat die Tierschutzorganisation Anzeigen „bei mehreren zuständigen Behörden“ gestellt. Eine weitere folgte in diesem Monat. „Bisher haben wir aber leider den Eindruck, dass der Tierhalter weiterhin tut und vor allem lässt, was ihm gefällt.“

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Veterinäramt: Unverzügliche Kontrollen

Die Tierschützer wollten zunächst keine Angaben über den Betreiber und die genaue Lage des Grundstücks machen. Eine Anfrage beim Veterinäramt des Kreises beantwortete dieses denn auch wenig konkret. „Wird dem Veterinäramt „Animal Hoarding“ angezeigt, folgen unverzügliche Kontrollen“, heißt es. Bei Mängeln würden Auflagen erteilt, deren Erfüllung kontrolliert wird, mitunter mehrmals jährlich.

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Überprüft wird dabei, in welchem Ernährungszustand sich die Tiere befinden. Ob Hunde zum Beispiel problemlos führ- und abrufbar sind. „Das spricht für die regelmäßige Beschäftigung mit den Tieren.“ Ist der Halter oder die Halterin regelmäßig vor Ort und kümmert sich um die Tiere oder werden sie vernachlässigt? Das Veterinäramt: „Eine Wegnahme von Tieren muss aus Sicht des Veterinäramtes immer verhältnismäßig sein.“

Die letzte Anzeige wegen Animal-Hoardings, so schreibt das Veterinäramt der MAZ, sei im vergangenen November eingegangen. „Das ist, wie oben geschildert unverzüglich überprüft worden.“

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