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Familienkompass

TF: Ärzteversorgung im Norden besser als im Süden

Das Schild vor der früheren Arztpraxis von Peter Bischof in Baruth

Das Schild vor der früheren Arztpraxis von Peter Bischof in Baruth

Luckenwalde. Nur zehn Prozent der Teilnehmer der Familienkompass-Umfrage aus dem Landkreis Teltow-Fläming glauben, dass es genügend Fachärzte im Landkreis gibt. Und nur 30 Prozent halten die Region ausreichend mit Hausärzten versorgt. Insgesamt wird die medizinische Versorgung im Landkreis Teltow-Fläming von über 60 Prozent als eher schlecht bis schlecht angesehen. Dies ergab die Familienkompass-Umfrage im Auftrag der MAZ unter 580 Bürgerinnen und Bürgern des Landkreises.

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Unter den 18 Kreisen und kreisfreien Städten des Landes Brandenburgs rangiert Teltow-Fläming damit nur an 15. Stelle bei der Frage nach der Zufriedenheit über die medizinische Versorgung. Am Ende der Skala landete der Nachbar-Landkreis Dahme-Spreewald, an erster Stelle kam die Stadt Brandenburg an der Havel. „Die Ergebnisse Ihrer Befragung überraschen mich nicht“, meinte Christian Wehry, Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB), der auch gleich eine Erklärung dafür hatte: „Für viele Bürgerinnen und Bürger kann es gar nicht genug Ärzte geben. Aber weitere Ärzte und Psychotherapeuten müssen zum einem gefunden werden und zum anderen vor allem auch finanziert werden.“

Schlechteste medizinische Versorgung in Niedergörsdorf

Unter allen Gemeinden Brandenburgs wurde in Niedergörsdorf mit Platz 156 die medizinische Situation am schlechtestes beurteilt, auch wenn die Anzahl der Befragten nicht mehr soziologisch als relevant angegeben wurde. Auch in Jüterbog (131.) war bei den Antworten der Teilnehmer an der MAZ-Umfrage eine große Unzufriedenheit festzustellen, so die Forscher aus Dresden. Es folgten Luckenwalde (137.) und Trebbin (75.).

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Großbeeren an 34. Stelle und Ludwigsfelde Stadt (35.) befinden sich dagegen im vorderen Feld von Brandenburgs Städten und Gemeinden. Die Antworten fielen im Norden des Landkreises positiver aus als im Süden, was mit einem Nord-Südgefälle der Ärztedichte zu tun hat, so die Analyse.

Laut KV ist TF den Zahlen nach ausreichend versorgt

Wie gut ist TF nun mit Ärzten insgesamt versorgt? „Wenn man nur auf die Zahlen schaut, dann ist der Landkreis ausreichend versorgt“, sagt Christian Wehry. Lediglich in der Augenheilkunde gebe es Zulassungsmöglichkeiten. „Leider ist es jedoch sehr schwierig, Augenärzte für eine ambulante Arbeit im Land Brandenburg zu gewinnen. Die Fachrichtung wird nur noch an wenigen Klinikstandorten im Land ausgebildet“, so Wehry.

Die Daten ausgewählter Fachgruppen für den Landkreis Teltow-Fläming sprechen eine andere Sprache, als die gefühlte Wahrnehmung in der Bevölkerung: Dermatologen mit sechs Zulassungen (Arztsitze) mit einem Versorgungsgrad von 135 Prozent nach dem Zahlenschlüssel der KV, für die Augenheilkunde acht Zulassungen (Versorgungsgrad 84,1 Prozent), Psychotherapie mit 33,25 Zulassungen (Versorgungsgrad 118,3 Prozent), Kinder- und Jugendmedizin mit 13 Zulassungen (Versorgungsgrad 128,1 Prozent) und Gynäkologie mit 14 Zulassungen, das einem Versorgungsgrad von 111,8 Prozent in der Bevölkerung entspricht.

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Landkreis TF für Neuzulassungen von Kinderärzten gesperrt

So sind zum Beispiel rund ein Drittel mehr Dermatologen und Kinderärzte ansässig, als es für eine medizinische Versorgung aller Einwohner bräuchte. Der Landkreis ist daher für Neuzulassungen vorerst gesperrt, erklärte Christian Wehry.

Allerdings gibt der Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung zu bedenken, dass die Ärzte im Landkreis ungleich verteilt seien. Je weiter weg von den Ballungsräumen Potsdam und Berlin, je weniger Ärzte. Das trifft vor allem auch auf die Sparte der Hausärzte zu.

So ist die Versorgungslage im Raum Jüterbog derzeit dramatisch: Laut Statistik können die Hausärzte derzeit nur jeden dritten Einwohner versorgen (MAZ berichtete). Nun gibt es gute Neuigkeiten für Dahme und die Stadt Jüterbog. Im Frühjahr 2023 soll es eine neue Hausärztin in der Stadt Dahme geben.

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Hebammen fehlen in TF

Der Eindruck,dass nicht genügend Hebammen im Landkreis zur Verfügung stehen (MAZ berichtete), deckt sich mit den Umfragewerten: 75 Prozent der Befragten denken das dies der Fall ist. Den besten Wert gab es bei der Frage, ob die Kinderärzte des Landkreises gut erreichbar seien: 27 Prozent antworteten neutral, 36 Prozent beurteilen die Frage als gut und sehr gut. Bemängelt wurde allerdings von 63 Prozent der Befragten im Landkreis, das sie nicht einen schnellen Arzttermin bekommen würden.

Das nicht genügend jugendpsychologische Angebote in der Region vorhanden seien, merkten über 84 Prozent an. „Häufig kritisiert wird die lange Wartezeit auf Psychotherapie-Termin. Hier kann die Terminservicestelle Termine für Erstgespräche vermitteln. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass Krankenkassen die Kosten eine Behandlung bei privaten Therapeuten übernehmen“, sagte KV-Sprecher Wehry.

Wenn sie an die medizinische Versorgung im Landkreis denken: Welche Fachärzte fehlen besonders? Bei dieser Frage gaben 341 Interviewte den Augenarzt an, gefolgt vom Hautarzt und Kinderarzt. Am wenigsten im Landkreis wurden der Urologe und am Ende der Skala, der Zahnarzt vermisst.

Von Ulrich Hansbuer

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