Energie Mark Brandenburg

Teltow-Fläming: Erhöhte Rechnung nach Fehler im EMB-Abrechnungssystem

Die EMB-Hauptverwaltung in Potsdam.

Die EMB-Hauptverwaltung in Potsdam.

Teltow-Fläming. Fehler im Abrechnungssystem haben bei Kundinnen und Kunden der Energie Mark Brandenburg (EMB) zu einem heillosen Schreck geführt. Der Grund lag in fehlerhaften Abschlagsrechnungen in kürzester Folge.

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Wie EMB-Sprecher Jochen-Christian Werner am Mittwoch auf MAZ-Anfrage mitteilte, hat das Abrechnungssystem „bei der Berechnung der neuen Abschlagsbeträge für Erdgas im Zuge der Preiserhöhung zum 1. Januar 2023 zweimal gerechnet.“ Kunden der EMB hätten deshalb kurz hintereinander zwei Abschlagspläne mit unterschiedlichen Abschlagsbeträgen für den gleichen Vertrag erhalten.

Preisanstieg zum 1. Januar

„Diesen Fehler werden wir selbstverständlich korrigieren“, sagte Werner. „Wir bitten deshalb alle Kundinnen und Kunden um Entschuldigung, die es betrifft.“ Die Kunden erhalten nun erneut Post von der EMB. Ein neuer und korrekter Abschlagsplan von der EMB soll in den nächsten Tagen im Briefkasten liegen, „wobei der geringere Abschlagsbetrag der korrekte Betrag ist.“

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Lesen Sie hier: Zu hohe Abschlagsforderung für Gas und Strom: Das können Kunden tun

Ungeachtet der fehlerhaften Abschlagsberechnung steigen die Preise der EMB zum 1. Januar 2023 – allerdings nicht in dem Maße, wie es nach den fehlerhaften Abschlagsrechnungen den Anschein hat. Das seit Monaten sehr hohe Preisniveau am Großhandelsmarkt für den langfristigen Einkauf von Erdgas macht es für sie EMB notwendig, den Arbeitspreis für die Grundversorgung bei Gas um 9,62 ct/kWh zum 1. Januar anzuheben.

Entlastungen werden vorbereitet

Kundinnen und Kunden in der Grundversorgung für Gas zahlen ab dem 1. Januar den neuen Arbeitspreis von 20,23 ct/kWh. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 18000 Kilowattstunden für ein Einfamilienhaus entspricht das 313 Euro monatlich. Das sind fast 145 Euro mehr als zuletzt. Dabei werden seit Anfang Oktober bereits alle Preise mit einem reduzierten Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent berechnet. Der Grundpreis der EMB erhöht sich nicht.

Die geplanten Entlastungen der Bundesregierung, die für den Dezember und voraussichtlich ab März nächsten Jahres vorgesehen sind, seien bei der EMB in Vorbereitung heißt es dort. Das gilt auch, wenn die ab März vorgesehene Entlastung rückwirkend für die Monate Januar und Februar in Kraft treten sollten. Dabei entfällt für Privatkunden der Dezember-Abschlag im Rahmen der Soforthilfe bereits. Über die konkrete Umsetzung informiert die EMB auf ihrer Website.

Preisanstieg trotz sinkender Spotmarktpreise

Den weiter vorgesehenen Gas-/Wärme- und Strompreisdeckel will die EMB nach den gesetzlichen Vorgaben umsetzen. Den Gesetzesentwurf hat das Bundeskabinett in der zurückliegenden Woche beschlossen, mit der Verabschiedung durch den Bundestag ist etwa Mitte Dezember zu rechnen. Die EMB rechnet aktuell mit einer Deckelung des Gaspreises für Privatkunden bei 12 ct/kWh für 80 Prozent des Vorjahresverbrauchs. Bei gleichbleibendem Jahresverbrauch der durchschnittlichen 18000 Kilowattstunden ergäben sich so monatliche Kosten von rund 245 Euro für das Einfamilienhaus.

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Dass bei aktuell gesunkenen Spotmarktpreisen für Gas, die Preise trotzdem insgesamt steigen, begründet die EMB mit der Versorgungssicherheit. „Für die zuverlässige Versorgung werden für den Grundversorgungstarif Gasmengen Monate bis Jahre im Voraus bezogen. Seit Herbst letzten Jahres liegen die Preise dafür auf einem nie da gewesenen Niveau.“ Sie schwankten zwischen 200 und 300 Euro pro Megawattstunde (MWh), im letzten Sommer seien sogar Spitzen von 300 Euro erreicht worden. Selbst für die nächsten Monate sei mit 120 Euro/MWh zu rechnen. Sie liegen damit um das Fünffache über den Preisen von 2021.

Bei Zahlungsproblemen Kontakt aufnehmen

Die EMB rät Kundinnen und Kunden dazu, ihre Abschlagshöhen prüfen und anpassen zu lassen sowie individuelle Energiesparmöglichkeiten auszuloten. Sollten Kunden in Zahlungsschwierigkeiten kommen, sollten sie umgehend Kontakt zum Kundenservice der EMB aufnehmen, um entsprechende Ratenzahlungspläne oder schlimmstenfalls Stundungen zu vereinbaren. „Wir können Energie nicht umsonst abgeben“, so Werner. „Aber wir wollen unsere Kunden auch nicht im Kalten sitzen lassen.“

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