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Trebbin: Kreisbrandmeister Silvio Kahle will Bürgermeister werden

Silvio Kahle (parteilos) kandiert zur Bürgermeister-Wahl in Trebbin. Sie findet am 4. September statt.

Silvio Kahle (parteilos) kandiert zur Bürgermeister-Wahl in Trebbin. Sie findet am 4. September statt.

Trebbin. Silvio Kahles berufliche Karriere hat gerade erst einen Schub bekommen, da stellt er sich schon neuen Herausforderungen. Der 44-Jährige ist am 1. Juli zum Kreisbrandmeister berufen worden und gleichzeitig Sachgebietsleiter Brand- und Katastrophenschutz in der Kreisverwaltung Teltow-Fläming. Doch Silvio Kahle (parteilos) zieht es kommunalpolitisch wieder in seine Heimatstadt Trebbin. Dort will er am 4. September zum neuen Bürgermeister gewählt werden. Dafür müsste er seinen Kreis-Job aufgeben. Auf dem Stimmzettel steht er als Einzelbewerber an siebter Stelle von neun Kandidaten.

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Seit 2004 Beamter

„Natürlich ist das keine Schein-Kandidatur und wenn ich gewählt werde, trete ich das Amt an“, versichert Kahle. Dass er beruflich auch beim Landkreis Erfolg hat, ist für ihn kein Widerspruch. Der gelernte Elektroinstallateur ist seit 2004 Beamter, war 16 Jahre hauptberuflich bei der Berliner Feuerwehr und ist seit zwei Jahren im Landkreis tätig, bislang als stellvertretender Sachgebietsleiter und Vize-Kreisbrandmeister. „Ich habe nie damit gerechnet, dass die Stelle als Kreisbrandmeister so schnell frei wird und natürlich habe ich mich gern darauf beworben“, gibt er zu. „Das mache ich auch mit Leidenschaft.“

Musste Stadtverordneten-Mandat aufgeben

Allerdings fordert der Aufstieg auf der Karriereleiter auch seine Konsequenzen. Kahle, der mit dem Mandat der Wählervereinigung „Frischer Wind“ seit 2019 in der Stadtverordnetenversammlung Trebbin saß und Vorsitzender des Bauausschusses war, musste dieses Ehrenamt aufgeben. Mit Wirkung vom 30. Juni hat er sein Mandat niedergelegt. Auch Trebbins Stadtwehrführer, der er zwölf Jahre lang mit vollem Herzen war, kann er nicht mehr sein. „Wir suchen gerade nach einem Nachfolger“, sagt Kahle, bis zum 31. Dezember soll die Stelle besetzt sein.

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Kahle: „Trebbin ist meine Heimat“

„Auch wenn es manchmal in der Stadtverordnetenversammlung hoch und runter ging, es hat Spaß gemacht“, sagt Kahle und schöpft daraus Kraft und Ehrgeiz, um künftig als hauptamtliches Stadtoberhaupt die Geschicke Trebbins zu lenken. „Die Stadt ist meine Heimat“, sagt der Ur-Trebbiner, „und es gibt noch so viel zu tun.“

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Mit Amtsinhaber und Wiederbewerber Thomas Berger (CDU) komme er gut zurecht, sagt Familienvater Kahle, der mit seiner Partnerin und den gemeinsamen zwei Töchtern in der Clauertstadt lebt. "Aber in letzter Zeit ist einiges schief gelaufen in der Stadtpolitik." Kahle nennt zum Beispiel den Disput um den Kita-Neubau in Glau. "Da standen die Stadt und die Stadtverordneten in der Öffentlichkeit richtig blöde da", räumt er ein. Es fehle die Transparenz in den Entscheidungen und in der Verwaltung. "Jahrelang hören wir von einem desolaten Trebbiner Haushalt und jetzt stehen wir plötzlich im Plus da", moniert Kahle.

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Es fehlen Kita- und Hortplätze

Zu gravierend seien die Probleme wie fehlende Kita- und Hortplätze oder auch zu beengte Schulen. Aus Kahles Sicht habe die Verwaltung immer zu lange gewartet und die Aufgaben vor sich her geschoben. „Wir brauchen eine saubere Struktur und handfeste Pläne, um zu Ergebnissen zu kommen. Stattdessen rennen wir den Sorgen und Herausforderungen immer hinterher. Die Zeit ist reif für Veränderung und ,Frischen Wind’“, setzt Kahle bewusst auf das Wortspiel.

Viel beschäftigt als Kreisbrandmeister: Silvio Kahle (parteilos).

Viel beschäftigt als Kreisbrandmeister: Silvio Kahle (parteilos).

Dass jetzt Container für Hortplätze installiert werden sollen, sei eine Notlösung. „In dieser Größenordnung befürchte ich, dass es eine Dauerlösung wird“, sagt Kahle und fordert: „Wir müssen gemeinsam mit der Schule nach Lösungen suchen und dann Nägel mit Köpfen für einen Hortneubau machen. Bisher ist noch gar keine Planung in Auftrag gegeben.“

Leitungs-Erfahrung durch die Feuerwehr

Kahle selbst fühlt sich bestens gewappnet für die Führungsaufgabe in der Stadt. „Bei der Berliner Feuerwehr gab es klare Ansagen und klare Zuständigkeiten“, erzählt Kahle. Und auch als Kopf der Trebbiner Feuerwehr habe er viele Leitungs-Erfahrungen sammeln können. „Als ich das Amt 2009 übernommen habe, stand unsere Feuerwehr nicht gut da, die Zuständigkeiten waren total desolat. Wir haben alles einmal komplett umgekrempelt.“ Heute sei die Trebbiner Wehr mit 500 Mitgliedern, davon 160 bis 200 aktiven Einsatzkräften, guter Technik und einem neuen Gerätehaus mustergültig und habe in der Bevölkerung großen Rückhalt.

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Zu seinen Verstrickungen in der Trebbiner Skinhead-Szene Mitte der 1990er Jahre, die hinter vorgehaltener Hand immer mal wieder hochkommen, bezieht Kahle ganz klar Position: „Das war eine dumme Jugendsünde und der falsche Umgang. Damit habe ich nichts mehr zu tun.“

Neue Ansiedlungen und Einkaufsmöglichkeiten

Zu weiteren Vorhaben als möglicher Bürgermeister erklärt Kahle: „Wir brauchen Wirtschaftsansiedlungen und neue Steuerzahler und Einkaufsmöglichkeiten, die Trebbin attraktiv machen. Die Ortsteile dürfen sich nicht abgehängt fühlen. Was nützen uns Fahrrad-Garagen, wenn man in den Dörfern aufs Auto angewiesen ist?“ Für den Bürgermeisterposten fühlt er sich auch körperlich fit. „Seit Jahren spiele ich beim SC Trebbin Handball, das stählt“, sagt er.

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