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Jüterbog

Vom Allgemeinen zum Speziellen

Beim Workshop des Projekts „Social Science Works“ im Treffpunkt Arche in Jüterbog.

Beim Workshop des Projekts „Social Science Works“ im Treffpunkt Arche in Jüterbog.

Jüterbog. Freiheit. Was bedeutet das? Über diese Frage mussten sich die Teilnehmer des Workshops im „Treffpunkt Arche“ am Montag unter anderem Gedanken machen.

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In der vierstündigen Veranstaltung gaben die Politikwissenschaftler Hans Blokland und Nils Wadt im Zuge des bundesweiten Projekts „Social Science Works“ Anregungen dazu, wie man Zugewanderten in Form von Gesprächen und Diskussionen hier geltende Werte konstruktiv vermitteln kann.

Behutsames Herantasten über allgemeine Themen

Dazu erklärte der gebürtige Niederländer Hans Blokland beispielsweise, dass man bei bestimmten Themen nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen sollte. „Es ist nicht hilfreich eine Diskussion damit anzufangen, jemanden zu fragen, warum es in seinem Land keine Demokratie gibt oder warum Frauen keine Rechte haben“, so der Politikwissenschaftler.

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Viel sinnvoller sei es, sich erst einmal über ganz allgemeine Themen heranzutasten. Fragen darüber, welche Ansichten die Menschen grundsätzlich zum Thema Freiheit, Toleranz oder Respekt haben, seien dazu hilfreich. „Wir gehen in unseren Workshops sehr behutsam an die Sache heran und machen keinen Frontalunterricht“, so Blokland.

Verständnis aufbauen als erster Schritt

Um eine gesunde Diskussionsbasis zu schaffen, müsse man in der Gemeinschaft zunächst Fragen und Thesen zu einer Grundthematik formulieren und das Verständnis füreinander aufbauen.

Erst wenn dieser Schritt getan ist, könne man über komplexere Dinge wie Homosexualität oder Gleichberechtigung sprechen, ohne dass dabei ein riesiger Konflikt entsteht.

Politikwissenschaftler gibt nachvollziehbare Beispiele

Der persönliche Dialog zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft sei dazu unbedingt notwendig. Denn wer sich ausschließlich über Medien informiere, laufe Gefahr, nur einseitige Informationen zu erhalten.

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Hans Blokland erklärte dies an einem Beispiel aus seiner Heimat. „In Holland gab es mal einen Radiosender, wo alles lief. Klassik, Pop, Chansons und Information. Jetzt gibt es nur noch kategorische Sender“, so der Politikwissenschaftler. Demnach würden die Präferenzen der Hörer weiter verstärkt. Die Möglichkeit, weitere Präferenzen zu entwickeln, werde ihnen dadurch jedoch genommen.

Soziale Medien reagieren auf Interessen der Nutzer

Ähnlich verhalte es sich auch in den Sozialen Medien. Sie merken sich, für welche Artikel sich ein Nutzer interessiert und zeigen ihm daraufhin mehr Nachrichten aus diesem Bereich an. Somit wird der Nutzer einseitig informiert. „Genau deshalb bitte ich die Flüchtlinge, sich auch mal eine Zeitung oder eine Nachrichtensendung im Fernsehen anzuschauen“, erläuterte Mechthild Falk daraufhin.

Für sie und die anderen Teilnehmer war der Workshop interessant und hilfreich. Dass außer Rosemarie Lüdemann keine weiteren Teilnehmer aus den Bereichen Erziehung und Bildung teilnahmen, bedauerte die Pfarrerin jedoch.

Von Isabelle Richter

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