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Neuhof

Bäume verschwinden aus Neuhof

Eine Siedlung verliert ihre Bäume: In Neuhof werden Häuser gebaut und dabei viele Kiefern gefällt.

Eine Siedlung verliert ihre Bäume: In Neuhof werden Häuser gebaut und dabei viele Kiefern gefällt.

Neuhof. Der Zossener Ortsteil Neuhof verändert sich. Seit auf einigen Grundstücken in der Nähe des Großen Wünsdorfer Sees neue Häuser gebaut wurden, fallen viele Bäume der Säge zum Opfer. Anwohner sorgen sich nun um den Wald-Charakter ihres Ortes und fordern die Rettung der Bäume.

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„Die Kiefern werden behandelt wie Unkraut, dabei sind sie so schön und können so viel geben“, sagt Elfi Lötz, die gemeinsam mit ihrem Mann das Café im Walde in Neuhof betreibt. Wenn es so weiter geht wie bisher, kann das Café seinen Namen bald nicht mehr mit Stolz tragen. In den vergangenen Jahren sind auf den benachbarten Grundstücken nach und nach fast alle Bäume gefällt worden. Elfi Lötz hat mehr als 50 Stämme gezählt. „Schrecklich“, sagt sie.

Elfi Lötz aus Neuhof (Zossen) sorgt sich um den Wald-Charakter ihres Ortes

Elfi Lötz aus Neuhof (Zossen) sorgt sich um den Wald-Charakter ihres Ortes

Die Bäume, zumeist Kiefern, wuchsen auf Privatgrundstücken, wo früher oft nur Bungalows standen. Wenn ein Grundstück verkauft wird und jemand ein neues Haus dort bauen will, werden die Bäume gefällt. Dadurch wird eine Kettenreaktion ausgelöst, die im schlimmsten Fall riesige Löcher in die einst geschlossene Baumfront reißt.

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Viele der hohen Kiefern stehen im Verbund dicht beieinander. Wird ein Teil des Verbundes gefällt, weil er auf einem Baugrundstück steht, gefährdet das die übrig gebliebenen Bäume auf dem Nachbargrundstück. Ohne den Verbund können die Kiefern starken Stürmen nicht standhalten und drohen umzukippen. Deshalb fällen viele Grundstückseigentümer ihre eigenen Bäume, nur weil der Nachbar damit angefangen hat.

So wie auf der rechten Straßenseite sah es früher überall in Neuhof aus.

So wie auf der rechten Straßenseite sah es früher überall in Neuhof aus.

Neue Bäume anzupflanzen ist schwierig, denn auf dem sandigen Boden wächst kaum etwas, wie Elfi Lötz berichtet. Sie wohnt seit 1980 in Neuhof und pflegt die Kiefern, die auf ihrem Grundstück stehen. „Natürlich sammeln sich Nadeln in der Dachrinne oder es fällt mal ein Ast herab, aber das gehört bei einem Wald eben dazu“, sagt sie. Dass Hausbesitzer ihr Grundstück radikal abholzen, kann sie nicht verstehen. Lötz fordert die Zossener Stadtverwaltung auf, etwas dagegen zu unternehmen.

Das Zossener Rathaus weiß um die schwierige Situation in Neuhof. Wie Bürgermeisterin Michaela Schreiber (Plan B) auf MAZ-Anfrage erklärt, sei es nicht einfach, die Bäume zu retten. Man diskutiere im Bauausschuss darüber und arbeite an einer Lösung.

Es gibt gesetzliche Möglichkeiten, die Bäume zu schützen. Aber die Stadt Zossen hat keine eigene Baumschutzsatzung, wie andere Kommunen in der Region. Deshalb gilt die Baumschutzverordnung des Landkreises Teltow-Fläming. Die umfasst allerdings nicht die Kiefern in Neuhof, weil sie in einem bebauten Gebiet stehen. Um die vorhandenen Bäume zu retten, müsste sich jeder Grundstückseigentümer persönlich angesprochen fühlen und die Säge ruhen lassen.

Elfi Lötz spricht wann immer sie kann mit den Grundstückseigentümern, die Bäume fällen wollen. Ein paar Anwohner haben sich ihr bereits angeschlossen. Solange es das Café im Walde noch gibt, wird sie nicht aufgeben, sagt Lötz.

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Von Jonas Nayda

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