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Kein Krimi im herkömmlichen Sinne

„Polizeiruf 110: Black Box“ aus Magdeburg deckt bizarre Familiengeschichte auf

Im neuen „Polizeiruf 110″ aus Magdeburg führen die Ermittlungen von Hauptkommissarin Brasch zur Familie des geständigen Täters.

Magdeburg . Zwei junge Männer genießen auf einer Zugfahrt ihre Zweisamkeit. Sie sind glücklich, schwelgen in Erinnerungen und feiern ihre Liebe. Dann kommt ein Fremder zu ihnen ins Abteil. Christof Oschmann (Helge Tramsen) telefoniert laut, ohne das Pärchen zu beachten. In dem erstarrten Adam Dahl (Eloi Christ) löst der Zugestiegene etwas aus. Ist es seine Aggressivität? Ein gesagter Satz? Seine Stimmlage? Mit einem Nothammer schlägt er wie von Sinnen auf Oschmann ein, tötet ihn mit größter Brutalität.

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„Polizeiruf“ aus Magdeburg ist letzte neue Folge vor der Sommerpause

„Es ist heftig“, sagt Kriminalobermeister Günther Márquez (Pablo Grant) zu Hauptkommissarin Doreen Brasch (Claudia Michelsen), als diese am Tatort eintrifft. Das Blut ist großflächig bis an die Decke des Zugabteils gespritzt. Adam gesteht die Tat, kann aber keinen Grund für seinen Ausraster nennen. Er kann sich einfach nicht erinnern. „Irgendwas passiert hier drin“, sagt der 21-Jährige voller Verzweiflung zu Brasch. „Da ist ein Loch in meinem Kopf.“

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Das Erste zeigt „Black Box“ am Sonntag (3. Juli) um 20.15 Uhr. Regie führte Ute Wieland, die unter anderem auch die Mainzer „Tatort“-Folge „Blind Date“ (2021) mit Heike Makatsch in Szene setzte. Das Drehbuch zum neuen „Polizeiruf 110“-Fall aus Magdeburg stammt aus der Feder von Zora Holtfreter. Gedreht wurde noch unter dem Arbeitstitel „Blackout“ zwischen September und Oktober 2021 in Magdeburg und Umgebung. Es ist Braschs 15. Fall. Zugleich ist es die letzte Sonntagskrimi-Erstausstrahlung vor der Sommerpause.

„Polizeiruf 110″: „Blackbox“ ist kein Krimi im herkömmlichen Sinne

Die Hauptkommissarin steht vor einem eigenartigen Problem: Sie hat zwar einen geständigen Täter, aber kein Motiv für den Mord. Zudem lähmen immer wieder Dämonen aus der Vergangenheit ihre Ermittlungen, die zur scheinbaren Vorzeigefamilie des Mörders führen. Wegen einiger „Ticks“ der psychisch labilen Brasch wird sie immer wieder kritisch von Kriminalrat Uwe Lemp (Felix Vörtler) beäugt. Er zweifelt sogar ihre Diensttauglichkeit an, möchte sie am liebsten kaltstellen. Die Gründe dafür liegen in der Vorfolge „Der Verurteilte“, die Ende 2020 ausgestrahlt wurde. Immer wieder werden verzerrte Sequenzen aus diesem Fall in „Black Box“ platziert.

Eine Spur führt zu Klaus-Volker und Gloria Dahl, dem Ex-LKA-Direktor und einer renommierten Psychologin. Die Eltern des Mörders wollen Brasch in ihrer Motivsuche manipulieren. Auch Adams Freund Tomi (Kai Müller), immerhin Zeuge der Bluttat im Zug, zwingen sie zu einer Falschaussage. Zu groß ist dem sonderbaren Ehepaar die Gefahr, dass die gutsituierte Bilderbuchfamilie zerbricht oder in Verruf gerät. Die Suche nach dem Warum wollen sie nicht unterstützen. Wovor haben sie Angst? Was wissen sie?

Durch eine Hypnose von Adam kommt Bewegung in die Sache. Komische Schlüsselwörter fallen, müssen bewertet und eingeordnet werden. Am Ende landen Brasch und Márquez in Querfurt, dem früheren Wohnort der Dahls. Zwei alte, abgeschlossene Fälle um eine tote Prostituierte und einen toten Jungen werden aufgerollt. Das Ermittler-Duo ist sich sicher: Hier ist die Antwort auf die Frage zu finden, warum Oschmann von Adam erschlagen wurde.

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„Black Box“ ist kein Krimi im herkömmlichen Sinne, denn der Zuschauer kennt Tatablauf und Täter schon sehr früh. Vielmehr ist der neue Magdeburger „Polizeiruf 110“ die schrittweise vollzogene Aufdeckung einer bizarren Familiengeschichte, gepaart mit der Entzerrung gefestigter Ängste und Traumata. Psychische Ausnahmesituationen gibt es in „Black Box“ einige. Herausragend ist der deutsch-französische Schauspieler Eloi Christ, der den zerbrechlichen, überbehüteten und suizidgefährdeten Adam mit Bravour darstellt.

RND/dpa

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