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Stundenlange Liveübertragung

Kritik an doppeltem Aufwand: Warum zeigen ARD und ZDF die Queen-Beisetzung parallel im TV?

Charles III. und Prinz William bei der Trauerprozession am Montag.

Charles III. und Prinz William bei der Trauerprozession am Montag.

Die Trauerfeier und Beisetzung der englischen Königin Elizabeth II. haben ARD und ZDF am Montag parallel übertragen. Zuschauerinnen und Zuschauer konnten die Zeremonie in London sowohl im Ersten als auch im Zweiten Deutschen Fernsehen live mitverfolgen – allerdings bei doppeltem Aufwand: Denn obwohl man größtenteils identische Bilder im TV sehen konnte, präsentierten beide öffentlich-rechtlichen Sender ein abweichendes Rahmenprogramm – in sozialen Medien sorgte das für Unmut.

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Nutzerinnen und Nutzer kritisierten den Doppelaufwand der Öffentlich-Rechtlichen. Das Erste übertrug Trauerfeier und Beisetzung der Queen ab 9 Uhr, im ZDF berichtet eine Sondersendung ab 9.03 Uhr live aus London – und das geplant über neun Stunden lang. „Bei der Beisetzung der Queen sind ARD und ZDF jeweils mit einem Großaufgebot an Leuten in London! Wenn ein Sender berichtet hätte, hätte es auch gereicht“, schreibt etwa ein Nutzer.

Der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Alexander Graf Lambsdorff schrieb bei Twitter: „,Neun Stunden Monarchie‘ sind kein Problem, die Trauerfeier für Queen Elizabeth wollen wirklich viele Menschen sehen. Nein, das Problem sind 18 Stunden! Als ob es keinerlei Reformdebatte zum ÖRR gäbe, covern ARD und ZDF einmal mehr dasselbe Ereignis. Unglaublich.“

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Auch Moderator Jan Böhmermann witzelte am Montag über die Übertragung. „ARD und ZDF senden heute beide die Beerdigung der Königin, damit sich keiner der beiden Sender von der Döpfner-Presse vorwerfen lassen kann, die Queen nicht genug geliebt zu haben.“

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Zwischenzeitlich war der Hashtag „ARD und ZDF“ sogar in den Twitter-Trends. Beide Sender rechtfertigten am Montagnachmittag die parallele Übertragung gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND):

Andere Royal-Ereignisse haben ARD und ZDF nach Absprache seit vielen Jahren im Wechsel übertragen. Der Tod von Queen Elizabeth II. ist aufgrund der historischen und politischen Bedeutung von dieser Absprache ausgenommen. Nach der Trauerfeier für die Queen werden ARD und ZDF zu dieser Praxis zurückkehren.

Ein ZDF-Sprecher gegenüber dem RND

Der Tod von Queen Elizabeth II. sei ein Ereignis von öffentlicher, auch historischer und politischer Bedeutung, heißt es weiter. Eine ähnliche Erklärung liefert auch die ARD: Die beiden Sender seien sich einig, „dass der Tod von Queen Elizabeth II. ein Ereignis von so überragender journalistischer und zeithistorischer Bedeutung ist, dass in diesem einen Sonderfall eine Parallelübertragung stattfinden kann und sollte“, so ein Sprecher auf Anfrage des RND.

50 Mitarbeiter berichten zusätzlich aus London

Vor der Übertragung am Montag hatte der öffentlich-rechtliche Rundfunk knapp 50 Mitarbeiter nach London geschickt. Darunter Moderatoren, Experten und Produktionsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter. Federführend für die Berichterstattung im Ersten ist am Montag der NDR. Der verstärkt das 19-köpfige Team des ARD-Studios London um zehn weitere Kräfte. Gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) hatte eine NDR-Sprecherin betont, dass der Personalaufwand für die umfangreiche Berichterstattung vergleichsweise niedrig sei.

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Warum sich ARD und ZDF im Falle einer Parallelübertragung nicht die Ressourcen wie etwa das Personal vor Ort teilen, wollten sowohl ARD und ZDF nicht beantworten.

Zuletzt kritisierte etwa CDU-Chef Friedrich Merz die Praktiken von ARD und ZDF bei einem CDU-Parteitag Anfang September. Damals sei die „stolze Zahl“ von 58 Redakteurinnen und Redakteuren des öffentlich-rechtlichen Rundfunks vor Ort vom Parteitag berichtet.

RND/hyd

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