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TV-Kritik

ZDF-Krimi „Laim und das Hasenherz“: Der coolste Bulle im deutschen Fernsehen

Lukas Laim (Max Simonischek, rechts) übergibt auf einer Wahlveranstaltung Maximilian Kronberger (Thomas Loibl, links) einen Spendenscheck.

Lukas Laim (Max Simonischek, rechts) übergibt auf einer Wahlveranstaltung Maximilian Kronberger (Thomas Loibl, links) einen Spendenscheck.

Er ist im deutschen Fernsehen der coolste Ermittler: der Münchner Kommissar Lukas Laim. Das bärtige Kraftpaket stammt aus einem wohlhabenden Elternhaus, besitzt eine sündhaft teure Wohnung, fährt einen schicken Wagen und leistet sich, wenn es ihm danach ist, für 1000 Euro eine Prostituierte, nur um mit ihr zu reden.

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Und trotz all des Luxus‘ schaut er stets so düster drein wie das Münchner Winterwetter. Zum Lachen geht er wahrscheinlich in den Keller, er hat einfach immer schlechte Laune, bei der Arbeit, bei der Mordkommission und privat sowieso. Und kommt ihm jemand dumm, dann schreckt er vor einer Schlägerei nicht zurück.

Abtreibung, Rache, Entführung und Mord

In seinem aktuellen Fall „Laim und das Hasenherz“ holt er sich bei einer von ihm provozierten Kneipenprügelei eine blutige Nase, samt kleinem Pflaster, das nach einem weiteren Zwischenfall immer größer wird. Ein kleiner netter Running Gag.

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Zum fünften Mal ist dieser tolle Typ nun im ZDF zu sehen, in einem – natürlich – düsteren Fall, bei dem es unter anderem um Abtreibung geht. Ein schwieriges Thema, das souverän behandelt wird. Und es geht um ein dunkles Geheimnis aus der Jugendzeit, um blutige Rache, um Entführung und Mord. Ganz schön viel Stoff also für einen Film, den die Filmemacher um Regisseur Michael Schneider und die Drehbuchautoren Catharina Steiner und Scott Perlman aber gut bewältigen.

Mann mit dunklem Geheimnis

Der Mann mit dem dunklen Geheimnis ist der rechtspopulistische Politiker Maximilian Kronberger (Thomas Loibl), der bei der in wenigen Tagen anstehenden Wahl beste Chancen hat, Ministerpräsident zu werden.

Von den letzten Tagen vor der Abstimmung erzählt in einer Art Countdown der Film: Kronberger erhält plötzlich seltsame Textnachrichten auf seinem Handy, mit denen er anfangs nichts anfangen kann. Bis seine Tochter (Lilia Herrmann) spurlos verschwindet. Sie ist offenbar entführt worden. Und sie ist schwanger und hat bereits einen Termin für eine Abtreibung. Für Kronberger, der sich vehement mit seiner Partei für ein Verbot des Schwangerschaftsabbruchs einsetzt, ist das natürlich ein zusätzliches Problem.

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Suche auf eigene Faust

Laim jedoch nimmt anfangs die Sache nicht allzu ernst. Er glaubt, dass die junge Frau zum Partymachen nach Prag gefahren ist. Außerdem, sagt er, arbeite er ja bei der Mordkommission und nicht bei der Vermisstenstelle. Doch dann wird ein totes Mädchen gefunden, auf das die Personenbeschreibung von Kronbergers Tochter passt – was sich jedoch als Irrtum herausstellt. Dennoch sucht Laim nun nach möglichen Zusammenhängen zwischen den beiden Fällen, während Kronberger auf eigene Faust nach seiner Tochter sucht.

Als Laim schließlich herausfindet, wer und was hinter den Entführungen und dem Mord steckt, ist es fast zu spät. Aber nur fast, schließlich ist er der coolste Bulle im deutschen Fernsehen, der trotz des aufregenden Falls sich zwischendurch sogar auch noch eine heiße Romanze mit einer Psychologin und Schwangerschaftskonfliktberaterin (Marie Leuenberger) gönnt.

Kommissar ermittelt gegen gute Freunde seiner Familie

Und es ist sowieso durchaus pikant, dass er gegen gute Freunde seiner Familie ermittelt. Seine kürzlich verstorbene Mutter, die Kronberger politisch unterstützt hat, hat dem Politiker nach ihrem Tod eine große Geldspende hinterlassen.

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Mehr jedoch dürfen wir vom Inhalt leider nicht verraten, das würde der gut konstruierten Geschichte die Spannung rauben. Sie lebt jedenfalls von der Figur des Einzelkämpfers Laim, von Max Simonischek, der ihn vorzüglich und gut gepflastert verkörpert, während die Spannung dadurch erzeugt wird, dass Kronbergers Lage immer hoffnungsloser wird. Dennoch deutet der Schluss an, dass sich Verbrechen durchaus lohnen kann.

„Laim und das Hasenherz“ läuft an diesem Montag, 29. August, ab 20.15 Uhr im ZDF.

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