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Debatte ums Gendern++Neue Corona-Regeln im Herbst++Stones in der Waldbühne

Liebe Leserinnen und Leser,

oder sollte ich Sie als „Liebe Leser*innen“ begrüßen? Alternativ als Leser:innen, Leser_innen, LeserInnen, Leser. innen, Leser‘innen - oder eine weitere Variante, als „liebe Lesende“? Nach und nach haben in den letzten Jahren immer mehr Medien, Behörden und Institutionen umgestellt - auf die, wie sie meinen, geschlechtergerechte Sprache.

Doch ist sie das wirklich? Gerechter? In einem Aufruf behaupten mehr als 200 Sprachwissenschaftler - darunter auch zwei Potsdamerinnen - das Gegenteil. Gendern sei ideologisch, falsch und stifte Unfrieden. Warum? Darüber hat mein Kollege Rüdiger Braun mit der Linguistin Uta Sändig gesprochen. Ein kleiner Vorgeschmack ihrer Argumentation: „Gendervertreter scheinen zu denken: Steter Tropfen höhlt den Stein – und am Ende kommt ein schönerer Stein raus. Ist das wirklich so? Kann nicht auch ein unförmiges Gebilde entstehen, das man da verordnet hat?“

Von einer Gender-Verordnung sind wir in Brandenburg allerdings noch weit entfernt, dafür steht die nächste Corona-Verordnung ins Haus. Nach langen Diskussionen hat sich der Bund heute auf ein neues Corona-Schutzkonzept für den Herbst geeinigt, doch dem Brandenburger Gesundheitsministerium gehen die Pläne nicht weit genug. Vor allem die vorgesehenen Regeln zur Maskenpflicht hält Gesundheitsstaatssekretär Michael Ranft für zu lasch. „Als Basismaßnahmen brauchen wir vor allem Maskenpflicht und Abstandsgebote in öffentlich zugänglichen Innenräumen, Testpflichten in Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens sowie die Möglichkeit, Hygienekonzepte anzuordnen“, so Ranft.

Nächste Woche schalten sich die Expertinnen und Experten der Länder zum Austausch noch einmal per Video-Schalte zusammen, danach sind wir - womöglich - schlauer, was genau uns im Herbst erwartet. Aktuell allerdings gibt es in Sachen Coronavirus gute Nachrichten aus Brandenburg: Denn die Infektionszahlen gingen zuletzt zurück, der R-Wert sank unter 1 - und das gilt zumindest für den Moment als klares Zeichen: Das Infektions-Geschehen ist rückläufig.

Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Abend,

herzliche Grüße

Anna Sprockhoff

stellvertretende Chefredakteurin

 

Die wichtigsten Nachrichten im Überblick

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Warum warnen Sie vor dem Gendern, Frau Sändig?

„Gendertheoretiker begründen ihre Praxis mit schlechter Sprachwissenschaft und gefährden Gedankenfreiheit und Demokratie“ – auf diesen Punkt lassen sich die Sorgen der Linugistin Uta Sändig bringen. Jetzt lesen

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Reportagen und Geschichten aus Brandenburg

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Lena braucht Hilfe: Die Suche nach dem genetischem Zwilling für die elfjährige, an Leukämie erkrankte Neuruppinerin geht weiter – online. Potenzielle Stammzellenspender können sich digital registrieren lassen. Jetzt lesen

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Bleibt die Himmelspagode in Hohen Neuendorf? – Die Würfel sind gefallen

Die Tage der Himmelspagode in Hohen Neuendorf sind gezählt. Die PROJECT Immobilien Wohnen und Gewerbe GmbH, die bereits im Stadtgebiet aktiv ist, möchte an dieser Stelle so schnell wie möglich Wohnungen bauen. Jetzt lesen

 

Und was war sonst noch los?

„Wir sind für den Herbst gerüstet“: Gesetz für Corona-Maßnahmen im Herbst steht

Nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach sind die Verhandlungen über das neue Infektionsschutzgesetz mit Maßnahmen gegen die Corona-Welle im Herbst fertig ausgehandelt. Das Paket sei „sehr gut“, zeigte sich der Minister zufrieden. Jetzt lesen

Studie zeigt: 9-Euro-Ticket dämpft Inflation deutlich

Entlastungen wie das 9-Euro-Ticket wirken dem Preisanstieg in Deutschland enorm entgegen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Diese kurzfristigen Entlastungen hätten jedoch ihren Preis. Langfristige und gezieltere Lösungen würden gebraucht, so die IW-Expertinnen und -Experten. Jetzt lesen

Weil „Indianer“ im Titel stand? Ferienfreizeit für arme Kinder in Hannover bekommt keinen Zuschuss

Ein Familienzentrum in Hannover plante eine „Indianerfreizeit“ für Kinder aus prekären Verhältnissen und beantragte dafür eine Bezuschussung. Doch der zuständige Integrationsbeirat lehnte das ab - wohl wegen des Vorwurfs der kulturellen Aneignung. Jetzt lesen

 

Tipp des Tages

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Die Rolling Stones in der Berliner Waldbühne – da war doch was. Der erste Auftritt der Band dort endete im September 1965 chaotisch. Die Ablehnung der Band schweißte im Kalten Krieg sogar die „Bild“-Zeitung und das „Neue Deutschland“ zusammen. Jetzt lesen

 

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