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Newsletter „Havelpost“

Dicke Dinger ++ Neue Packhof-Pläne ++ Rochows hübsche Gruft

Liebe Leserinnen und Leser,

schön, dass Sie unsere Mail geöffnet haben und wir Sie ein wenig durch den Tag begleiten dürfen. Die Havelpost steckt wieder einmal voller Namen, Nachrichten und Tipps aus Brandenburg an der Havel und Umgebung.

Und voller richtig dicker Dinger. Wir können sie auch Klopper nennen oder Kracher. Den Begriff Oschi mag ich als Synonym ebenso gern wie das akut vom Aussterben bedrohte Wort Kawenzmann. Also, dann hauen wir doch mal ordentlich auf die Pauke.

Im Theater zum Beispiel, was super ins Sprachbild passt. Die Leitung des Schauspielhauses kam in dieser Woche nämlich mit dem Paukenschlag, dass zwei potenzielle Dirigenten für die Brandenburger Symphoniker abgesprungen sind. Ausgerechnet zwei, die die Theaterleitung schon in der ersten Runde als Favoriten im Blick hatte. Die Absagen von Matthias Foremny und Mino Marani lesen sich, wie sich solche Absagen eben lesen: allgemein, unkonkret und immer höflich - mit besten Wünschen für den weiteren Weg. Vielleicht hatten sie sich parallel auf mehrere Stellen beworben und sich nun entschieden. Oder ihnen ging das Auswahlverfahren auf den Keks. Oder sie haben sich von den seit Jahren laufenden Querelen im Theater mit den Symphonikern beeindrucken lassen. Wie dem auch sei: Zwei sind raus, Andreas Spering und Florian Ludwig noch drin.

Ein fetter Klopper kommt mit einem bundesweiten Strompreis-Ranking daher. Kluge Köpfe haben ermittelt, wer wo am meisten zahlen muss, wenn er als Neukundin/Neukunde einen Stromvertrag abschließt. Brandenburg an der Havel schafft es in dieser Liste fast auf das Siegerpodest. Nur vier Kommunen zwischen Flensburg und Lörrach, Aachen und Guben verlangen noch mehr.

Nicht zu viel verlangen darf man als Lieferfahrerin oder -fahrer von hungrigen Menschen. Ein Lieferdienstfarer ist kürzlich in Hohenstücken von einem Kunden übel zugerichtet worden, weil in der Lieferung die Pommes fehlten. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen (noch ein passendes Sprachbild): Wegen einer Portion Pommes Frites schlägt ein Mensch einen anderen nieder. Wie mag diese Mensch wohl reagieren, wenn es wirklich mal ein Problem gibt? Erschießt er jeden, der ihm den Parkplatz vor der Nase wegschnappt? Wir werden es vielleicht erfahren, denn die Polizei hat ihn gefasst. Mal sehen, wie der Pommes-Schläger seine Tat dem Gericht erklärt.

Ein richtig dickes Ding versucht nun die Stadtverwaltung zu erklären. Ende voriger Woche ritten ihre Fachkräfte von der Veterinärbehörde ins Tierheim Caasmannstraße ein. Sie schnappten sich ein paar große und kleine Hunde und ritten wieder davon. Zurück blieben ratlose Gesichter, denn die Begründungen, die man den Tierheim-Betreiber gab, waren ziemlich widersprüchlich. Nach Tagen des Schweigens und eines Briefes aus der Verwaltung, der noch mehr Öl ins Feuer goss, meldete sich die Sozialbeigeordnete Alexandra Adel bei der MAZ und erläuterte manches. Man bekam in dieser Sache erstmals ein Gefühl davon, wie man das Wegnehmen dieser Tiere erklären kann. Auch wenn das Thema damit noch lange nicht vom Tisch ist.

Nicht auf den Tisch gehört der Kawenzmann, der jetzt in Krahne aufgetaucht ist. Vor 12.000 Jahren schob ihn das Eis von Skandinavien (eine noch ungeprüfte These) bis auf den Acker, in dessen Nähe die Christen später ihre Kirche bauten. Beim Pflügen krachte es, und weil solche Brocken auf dem Acker nichts verloren haben, sollte auch dieser Stein beiseite geschafft werden. Also gruben und gruben und gruben die Leute von der Agrargenossenschaft Krahne. Was sie dabei entdeckten, ist nichts Geringeres als ein neues Wahrzeichen des Ortes: der rote Stein von Krahne. Der bisher so gefeierte blaue Stein von Krahne, weit weg im Wald, stinkt gegen diesen Oschi ab.

Eine Dampfwalze glättet am Donnerstag den frischen Asphalt auf dem Molkenmarkt und der Fischerstraße in Brandenburg an der Havel.

Eine Dampfwalze glättet am Donnerstag den frischen Asphalt auf dem Molkenmarkt und der Fischerstraße in Brandenburg an der Havel.

Mit Gestank verbindet sich auch das dicke Ding, das am Freitag seinen Dienst in der Stadt versah. Eine Dampfwalze verdichtete den frischen Asphalt auf dem Molkenmarkt und der Fischerstraße. Ganz ehrlich: Nach dem Bagger war mir die Dampfwalze das liebste Spielzeug im Sandkasten. Beim Anblick dieses Technik-Kloppers gewinnt der Duft des dampfenden Asphalts ein nur bedingt unangenehmes Aroma. Das habe ich am Donnerstag auf Facebook so gesagt und so unversehens einen munteren Austausch über Wohlgerüche angezettelt. Hinter diesem Link steckt auch ein kleines Video von der rollenden Walze.

Wenn Sie jetzt Lust auf Klopper und richtig dicke Dinger verspüren, essen Sie einfach einen Burger, den man mit einem Baumstamm in der Mitte zusammenhalten muss, oder fahren Sie nach Linthe: Das riesige Oldtimertreffen, das einst in Paaren im Glien lief, findet am 1. und 2. Oktober auf dem ADAC-Gelände in Linthe statt. Da sind garantiert ein paar Oschis dabei, die aus einer Zeit stammen, als die Menschen noch ohne jede Skrupel die Umwelt verpestet haben. Auch wenn der Klang alter Motoren zauberhaft ist.

Wenn Sie etwas richtig Dickes genießen wollen, folgen Sie einfach der passenden Werbung. Es kann auch einer aus Grabow sein. Guten Appetit und viel Vergnügen.

Ihr/Euer Heiko Hesse

Haben Sie Fragen, Wünsche, Anregungen zu unserer Havelpost? Oder ein Thema, um das wir uns kümmern sollen? Schreiben Sie mir unter heiko.hesse@maz-online.de.

 

Leute, Leute

Weil das Landesverfassungsgericht seine Beschwerde verworfen hat, bittet Ruhestandsprofessor Karl-Otto Edel aus Brandenburg an der Havel Ministerpräsident Dietmar Woidke um Gnade. Es geht ihm um das Buch, das er in der Hand hält, und noch mehr um die Wissenschaftsfreiheit.

Weil das Landesverfassungsgericht seine Beschwerde verworfen hat, bittet Ruhestandsprofessor Karl-Otto Edel aus Brandenburg an der Havel Ministerpräsident Dietmar Woidke um Gnade.

Er war viele Jahre lang Technik-Professor an der Fachhochschule Brandenburg und kämpft bekanntlich seit einiger Zeit bisher erfolglos darum, dass seine ehemalige Hochschule ihn freundlicher behandelt. Die MAZ berichtete wiederholt, dass Karl-Otto Edel aus Brandenburg an der Havel sein Buch nicht über den Publikationsserver der THB-Bibliothek öffentlich bekannt machen darf. Als Außenstehender habe er kein Recht dazu, erfuhr der darüber mehr als verärgerte 82 Jahre alte Wissenschaftler. Jüngst erlebte Edel eine zweite Abfuhr. Von nun an darf er auch nicht mehr mitwandern, wenn Hochschulangehörige zu ihrem Wandertag aufbrechen. Präsident Andreas Wilms hat es verboten, weil der Hochschuljustiziar Andreas Beier ihm mitgeteilt hatte, durch eine Beteiligung von ehemaligen Beschäftigten sei der Versicherungsschutz für alle Teilnehmenden gefährdet. So bedrohlich kann das Leben also werden, wenn Akademiker einen Fuß vor den anderen setzen.

Carmen Staffa hat in zwei Jahren 50 Kilo abgenommen.

Carmen Staffa hofft, bald wieder Corona-negativ zu sein.

Corona hat zugeschlagen, doch Carmen Staffa und ihr Mann Michael sind vorbereitet. So haben die Brandenburger in den vergangenen Wochen ihr Tiefkühlregal mit Bohnen, Mohrrüben, Spitzkohl und Porree gefüllt und kochen während der Quarantäne täglich frisch. „Ganz nebenbei entdecken wir fast vergessene Kartenspiele und Kniffel wieder. Mein Mann freut sich, dass er mal in Ruhe vor dem TV entspannen kann“, sagt die 57-Jährige aus Brandenburg-Nord. Sie und ihr Gatte haben bis auf Schnupfen und Kopfschmerzen kaum Symptome und hoffen, dass es schnell bergauf geht. „Es wäre schön, wenn wir uns nach fünf Tagen frei testen können“, sagt sie.

 

Das ist diese Woche wichtig

Der Packhof ist das interessanteste innerstädtische Entwicklungsgebiet.

Der Packhof ist das interessanteste innerstädtische Entwicklungsgebiet - jetzt aus dem Zeppelin heraus fotografiert.

Da kommt Bewegung in die Sache. Der Packhof soll bebaut werden - natürlich nicht die ganze grüne Wiese bis zur Wasserkante hinunter. Aber ein Stück der großen Industriebrache soll doch für den Wohnungsbau zur Verfügung stehen. Im Planungsboot sitzt jetzt auch die Wobra. Es könnte also nun was werden.

Ein neuer Kulturort öffnet sich in Kirchmöser

Die Künstler Christina Gumz und Clément Labail bauen in Kirchmöser das Kino am Anger. In den Räumen der ehemaligen Fleischerei laufen bald Filme, das Duo erfüllt sich einen Traum.

Die Eidechsen kommen zuerst

Schon lange warten die Bewohner der Eigenen Scholle in Brandenburg an der Havel auf einen richtigen Supermarkt in Ergänzung zum vorhandenen Discounter. Noch müssen sie sich etwas gedulden.

Die neue Frau an der Spitze des Brecht-Gymnasiums

Das Bertolt-Brecht-Gymnasium hat eine neue Schulleiterin. Sie heißt Anja Peter, spricht im MAZ-Interview über ihre Ziele und hat Tipps für Schülerinnen und Schüler.

Die lustigen Weiber bringen viel Freude ins Theater

Intendant Alexander Busche verordnet seinem Falstaff Todessehnsucht und Ernsthaftigkeit: Das macht aus dem Shakespeare-Stoff keine leichte Kost, sorgt aber dennoch für einen gelungenen Theaterabend.

 

Das ist im Umland los

Der angehende Pfarrer Oliver Notzke erklärt Besuchern die Rochow-Gruft in der Golzower Kirche.

Pfarrer Oliver Notzke erklärt Besuchern die Rochow-Gruft in der Golzower Kirche.

Alles schick unter Gottes Achteck: 130.000 Euro flossen in die Restaurierung der Rochow-Gruft in der achteckigen Golzower Kirche. Am 2. Oktober wird sie mit einem Gottesdienst eingeweiht.

Freiwillige Feuerwehr Lehnin steht ohne Führung da

Eine Anhörung im Gerätehaus der Lehniner Feuerwehr sollte Klarheit bringen, endete aber mit Streit und Abbruch. Peter Kamolz, der einst die Ortswehr mit aufbaute und von 2000 bis 2012 Mitglied der Gemeindewehrführung war, wurde von Vertretern der aktuellen Gemeindewehr aufgefordert, zu gehen. Doch das tat er nicht.

Mark Weise ist neuer Chef des Wusterwitzer Ordnungsamtes

Das Amt Wusterwitz hat einen neuen Ordnungsamtschef. Er heißt Mark Weise, ist 33 Jahre alt und kommt aus Rathenow. Zu seinen Aufgabenbereich gehören das Standesamt, das Einwohner- und Meldewesen, das Gewerbe- und Ordnungsamt, die Bereiche Sitzungsdienst und Wahlen, zentrale- und Friedhofsverwaltung.

Corona-Teststelle zieht in die Ziesaraner Amtsverwaltung

Die Corona-Teststelle in Ziesar zieht um und verlässt das Burgcafé. Betreiber Kevin Kujat fordert mehr Informationen zum neuen Infektionsschutzgesetz, das ab 1. Oktober gilt.

 

Bilderrätsel

Wo in Brandenburg an der Havel ist dieses Bild entstanden?

Wo in Brandenburg an der Havel ist dieses Bild entstanden?

In jeder neuen Havelpost steckt ein neues MAZ-Bilderrätsel. Hier werden Aufnahmen von Gebäuden und Orten der Stadt gezeigt. Und Sie, liebe Leser, raten (oder wissen?), worum es sich handelt.

Wo in Brandenburg an der Havel ist dieses Foto aufgenommen worden? Wer es weiß, klickt hier und schreibt es in das vorgesehene Feld - und zwar bis Montag, 3. Oktober, 12 Uhr. Alle korrekten Antworten kommen in einen Lostopf, aus dem wird der Gewinner gezogen. Diesen vermelden wir im nächsten Newsletter, der am 7. Oktober in Ihr Postfach flattert. Der Preis ist eine historische Ansichtskarte aus Brandenburg an der Havel. Viel Erfolg!

In der vergangenen Woche suchten wir die Bäckerstraße in der Altstadt. Gewonnen hat Steffi Sondermann aus Brandenburg an der Havel. Herzlichen Glückwunsch!

 

Stephan Bodens Woche

Der Autor Stephan Boden bei der Arbeit an seiner MAZ-Kolumne.

Der Autor Stephan Boden bei der Arbeit an seiner MAZ-Kolumne.

Energiekrise, explodierende Preise, ein Krieg, der wohl noch lange dauern wird: Es kommen schwere Monate auf uns zu. Das beschäftigt die Leute, spürt MAZ-Kolumnist Stephan Boden. So mancher Gesprächspartner bringt ihn dabei zum Kopfschütteln. Aber lesen Sie selbst.

 

Blick in die Heimatgeschichte

Der 75-Pfennig-Notgeldschein der Stadt Friesack (Havelland) zeigt die Zerstörung der Friesacker Burg des Dietrich von Quitzow 1414 durch Markgraf Friedrich I. Das Geld ist im November 1921 ausgegeben worden. 

Der 75-Pfennig-Notgeldschein der Stadt Friesack (Havelland) zeigt die Zerstörung der Friesacker Burg des Dietrich von Quitzow 1414 durch Markgraf Friedrich I. Das Geld ist im November 1921 ausgegeben worden.

Die Berliner Autorin Silke Elzner folgt in ihrem historischen Roman „Die letzte Fehde an der Havel“ einem vertrauten Muster und der Sicht von Karl May und Theodor Fontane. Alles begann damit, dass Dietrich von Quitzow das Dorf im Ruppiner Land überfällt, in dem Carl lebt. Der Ritter nimmt sich, wie es ihm gefällt, auch die junge Frau, die Carl lieb hat. Und schon geht‘s zur Sache.

Die Toten unter der Gollwitzer Friedhofsmauer

Nichts für schwache Nerven. Die Archäologin Janina Ludwig aus Brandenburg an der Havel hat unter der Friedhofsmauer in Gollwitz gegraben. In einem Drittel der 46 dort freigelegten Grabstätten stieß sie auf Skelette von Kindern.

 

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