Newsletter „Havelpost“

Gemeinsame Sachen ++ Preise steigen ++ Sonne an der Havel tanken

Liebe Leserinnen und Leser,

schön, dass Sie unsere Mail geöffnet haben und wir Sie ein wenig durch den Tag begleiten dürfen. Die Havelpost steckt wieder einmal voller Namen, Nachrichten und Tipps aus Brandenburg an der Havel und Umgebung.

Und voller Möglichkeiten, mal wieder gemeinsam was auf die Beine zu stellen. Ein tolles Beispiel kommt aus Lehnin. Der Schulcampus soll ausgebaut werden, für schlappe 18 Millionen Euro. Wenn jetzt sich ein Städter abfällig über die Landleute hermacht, weil die Dorfis so etwas nicht auf die Reihe kriegen, möge man ihn in die Ecke stellen - und sich die Eselskappe aus dem Reckahner Schulmuseum ausleihen, um den überheblichen Städter zu dekorieren.

Natürlich sind 18 Millionen Euro eine Hausnummer. Allerdings hat Kloster Lehnin, also die Einheit aus 14 Dörfern, schon ganz andere Sachen gestemmt. Erst haben die Dörfer aus ihrer Prämie für den freiwilligen Zusammenschluss zur Gemeinde Kloster Lehnin viel für eine gemeinsame Sporthalle abgegeben. Dann haben sie mit einer ausgebufften Fördermittel-Akquise die Sanierung der Schulhäuser in Lehnin und Damsdorf erledigt. Und schließlich scherten sie sich nicht um das Gelächter, weil sie für die Rückkehr des Abiturs nach Lehnin kämpften.

Und nun? Nun platzt die Grund- und Gesamtschule „Heinrich Julius Bruns“ in Lehnin aus allen Nähten und muss an- und ausbauen. Übrigens gehörten die Gemeindevertreter vor 15 Jahren zu den schlauen Leuten, die sich von den düstereren Bevölkerungsschwund-Prognosen nicht bange machen ließen. Sie behielten die Entwicklung im Auge und waren schließlich gar nicht überrascht, dass die dunklen Wolken wieder abzogen.

Das hat übrigens nur funktioniert, weil Verwaltung, Gemeindevertretung und Schulleitung nie das Ziel aus den Augen und sich nie in zermürbenden Diskussionen verloren haben. Die Verwaltung hatte seinerzeit alles umfassend und transparent kommuniziert und so das Vertrauen der Abgeordneten gewonnen. Wenn das heute immer noch so klappt, sind 18 Millionen Euro keine echte Hürde.

Zusammenzustehen und gemeinsam für etwas zu kämpfen, hat auch das Thema „Mammografie“ verdient. Weil diese lebenswichtige Untersuchung Sache von niedergelassenen Praxen ist, darf das Universitätsklinikum Brandenburg keine ambulanten Mammografien anbieten. Sagt die Kassenärztliche Vereinigung, und die hat wohl immer recht.

Zwei Menschen stellen sich jetzt zu den Kritikern dieser Entscheidung: die Brandenburger Billard-Ikone Helga Blawid und der Bad Belziger Sozialpolitiker Günther Baaske. Wegen des endgültigen Mammografie-Stopps für das Oberzentrum Brandenburg an der Havel und dessen Einzugsgebiet mit mehr als 200.000 Menschen wendet er sich ein zweites Mal an die Landesregierung. Blawid und Baaske freuen sich garantiert über jeden Menschen, der sich zu ihnen stellt.

Zusammenstehen ist das Motto einer neuen Initiative der „Solidarischen Landwirtschaft Havelknolle“, in der Erzeugerinnen und Verbraucher aus Brandenburg und Umgebung an einem Strang ziehen. Die Mitglieder zahlen 49 Euro pro Monat als Basispreis. Um Leuten, die jeden Cent zwei mal umdrehen, das Mitmachen zu erleichtern, möchte man ihnen den Basispreis zu 39 Euro anbieten. Die Lücke, die die Ermäßigung aufreißt, will man mit höheren Preisen ausgleichen, die reichere Mitglieder freiwillig zahlen. Es geht also nicht nur um Solidarität mit den heimischen Landwirten, sondern auch mit Geringverdienern. Möge die Idee gelingen.

Wer sich in diesen Gemeinschaften nicht wiederfindet, für den hätte ich einen Chor. Dieser Klangkörper wächst, und zwar mit jeder Baustelle, die sich in der Stadt auftut und nicht an den Zeitplan hält. Jetzt ist der Ausbau der Plauer Straße eingeschlafen. Einen Monat lang sollen die Arbeiten ruhen, erst einmal. Zum mehrwöchigen Verzug kommt dieser Monat also noch oben drauf. Und das sollte dem Chor der von Baustellen gequälten Seelen doch ein mehrstimmiges Klagelied in den höchsten Tönen wert sein.

Genießen Sie schöne Stunden in Gemeinschaft und die Adventszeit.

Ihr/Euer Heiko Hesse

Haben Sie Fragen, Wünsche, Anregungen zu unserer Havelpost? Oder ein Thema, um das wir uns kümmern sollen? Schreiben Sie mir unter heiko.hesse@maz-online.de.

 

Leute, Leute

Noch vermisst Tim Maristany Klose seine Zuschauer im Movietown Wust.

Tim Maristany Klose betreibt das Movietown Wust.

Movietown-Chef Tim Maristany Klose freut sich auf den zweiten Teil von Avatar. Er ist vor allem gespannt auf die Details, denn der Science-Fiction-Film läuft mit einer sogenannten High Frame Rate (HFR), bei dem Zuschauer pro Sekunde 48 statt 24 Bilder sehen. Laut Klose sind so „viel mehr Details“ auf der Leinwand zu erkennen. Der Betreiber des Wuster Kinos glaubt, dass Avatar trotz des Kinostarts Mitte Dezember noch der erfolgreichste Film des Jahres wird. Bislang stehen noch kleine gelbe Wesen an der Spitze der Kinocharts und zwar die Minions.

Philipp Kikels ist einer der Moderatoren von „Kaff Geplapper“.

Philipp Kikels leitet die Tagesbetreuung in Görzke.

Nachdem die integrierte Kindertagesbetreuung (IKTB) in Görzke 200 Spiele beim Wettbewerb „Spielen macht Schule“ gewann, toben sich auch die Pädagogen aus. IKTB-Leiter Philipp Kikels und sein Team spielen besonders gern das Brettspiel Blokus. Dabei müssen Spieler möglichst viele Spielsteine auf dem Brett ablegen. Da das Feld aber gerade mal ausreichend Platz für alle Steine bietet, werden die Räume schnell eng. „Es ist wie analoges Tetris, trainiert das räumliche Vorstellungsvermögen und die Reaktionsfähigkeit“, sagt Kikels. Wenn Kinder und Erwachsene noch mehr Lust auf Action haben, spielen sie Klassiker. „Eine Runde Uno und Activity sind einfach zeitlos. Die gehen immer“, sagt Kikels. Am meisten freut er sich auf die neue Eisenbahnbauplatte, weil er damit aufgewachsen ist und wissen will, ob Kinder heute noch Spaß daran haben.

Die Kitakinder Marlene, Theresa, Mathilda (von links) und Kita-Leiterin Judith Bensing trauern um Riesenkaninchen Flecki.

Die Kitakinder Marlene, Theresa, Mathilda (von links) und Kita-Leiterin Judith Bensing.

Nachdem mehrere Riesenkaninchen aus dem DRK-Kinderdorf in der Magdeburger Landstraße verschwanden, erhöht das Team von Kita-Leiterin Judith Bensing die Sicherheitsvorkehrungen. Zunächst installierte der Hausmeister ein Schloss mit Zahlencode, jetzt folgt ein zweites. „Eine doppelte Absicherung hält besser. Wir haben das Kaninchenhaus jeden Tag im Blick“, sagt Bensing. Die Bewohner Wölkchen und Flocke verstehen sich prima und spielen viel zusammen. Judith Bensing erinnert daran, dass zwei Riesenkaninchen ihren Knirpsen reichen. Nach dem jüngsten Diebstahl, als Flecki verschwand, riefen immer wieder Leute an, die dem Kinderdorf neue Tiere anboten.

 

Das ist diese Woche wichtig

Die Müllabfuhr leert die Restmülltonnen in der Wollenweberstraße.

Die Müllabfuhr leert die Restmülltonnen in der Wollenweberstraße.

So‘n Mist, und zwar wortwörtlich: In Brandenburg an der Havel sollen die Menschen mehr für die Müllabfuhr bezahlen. Fett kommt es auch beim Winterdienst, der teurer werden soll. Dafür verlangt ein anderer Dienst etwas weniger.

Hiobsbotschaft: Plauer Straße noch mal ein ganzes Jahr gesperrt

Die Baustellen in Brandenburg an der Havel schreiben eine unendliche Geschichte. Seit August ist die Altstadt faktisch voll gesperrt. Das soll nur der Anfang sein: der zweite Abschnitt wird ab Juli 2023 saniert.

„Blitzkurier“-Fahrer brettert über rote Ampel und überfährt beinahe ein Kind

Ein rücksichtsloser Kurierfahrer hat am Dienstag in Brandenburg an der Havel fast einen schlimmen Unfall verursacht. Im letzten Moment gelang es einem Passanten, ein Kind von der Straße zu ziehen.

Medizinstudierende üben Schwangerschaftsabbrüche an Papayas

Wer seine Po-Form googelt, muss mit fruchtigen Beschreibungen des eigenen Gesäßes leben. In der Medizin hingegen können solche Vergleiche ziemlich nützlich sein. So auch beim Papaya-Workshop der MHB in Brandenburg an der Havel.

Leere Hallen statt zerlegter Tiere in der Tönnies-Fleischfabrik

Rund 27 Jahre lang wurde Fleisch produziert im Industriegebiet Schmerzke. Vor einigen Monaten hat Bradleys Country Food in Brandenburg an der Havel verlassen. Ein Makler will Mieter für die Tönnies-Hallen finden.

 

Das ist im Umland los

Der Solarpark Briest nach dem Aufbau. Der größere Teil befindet sich auf dem Gebiet der Stadt Brandenburg. Der Streifen ist die ehemalige Start- und Landebahn des Flugplatzes.

Der Solarpark Briest nach dem Aufbau. Der größere Teil befindet sich auf dem Gebiet der Stadt Brandenburg. Der Streifen ist die ehemalige Start- und Landebahn des Flugplatzes.

Solarparks sind besser als Windräder, sagt eine Mehrheit. Trotzdem wird sich das Landschaftsbild zwischen Briest und Marzahne dramatisch verändern. Denn gleich mehrere neue Solarparks sollen entstehen. Die vielen Module auf dem ehemaligen Fliegerhorst waren erst der Anfang.

Rietzer See: Flussseeschwalben können auf Flößen brüten

Angestammte Brutplätze sind verloren gegangen. Deshalb hilft der Mensch bei den Flussseeschwalben nach. Künstliche Inseln auf dem Strengsee bei Rietz schützen die seltenen Vögel und ihren Nachwuchs.

Rittergut Krahne wird zum Dorfgemeinschaftshaus

Die Pächter kamen und gingen. Seit zwei Jahren steht das „Rittergut Krahne“ leer. Jetzt können sich Familien und Vereine für Veranstaltungen einmieten. Die Suche nach einem Gastronomen geht weiter.

 

Wohin die MAZ-Sterntaler in diesem Jahr gehen

Die Sterntalerfamilie Bölker aus Brandenburg an der Havel mit Tochter Haylee, Mutter Jessika, Vater Gino Pahl, den Brüdern Louis und Tim und dem gemeinsamen Hund Pascha, dem wahren Herrn im Haus.

Die Sterntalerfamilie Bölker aus Brandenburg an der Havel mit Tochter Haylee, Mutter Jessika, Vater Gino Pahl, den Brüdern Louis und Tim und dem gemeinsamen Hund Pascha, dem wahren Herrn im Haus.

Bei den Bölkers fehlt es an allen Ecken und Enden. Sohn Tim (16) weiß aus erster Hand, was es heißt, neben der Schule noch zu arbeiten und Geld zu verdienen - auch in den Ferien. Hier können die MAZ-Sterntaler helfen.

Hilfe für die Kinder und Jugendlichen im Notdienst

Im Kinder- und Jugendnotdienst Brandenburg an der Havel entfliehen die Mädchen und Jungen dem Elend zuhause. MAZ-Sterntaler versüßen ihnen die Festtage.

Sterntaler statten alle 36 Betten des Obdachlosenhauses aus

André Tonat erzählt über sein Leben im Brandenburger Obdachlosenhaus. Die MAZ-Sterntaler-Aktion unterstützt das Haus jetzt mit einer großen Spende.

Familie Kress aus Brandenburg will ins Leben zurückkehren

Martina Kress und ihr Sohn Jan-Niklas aus Brandenburg an der Havel brauchen Hilfe, um ihren Alltag zu entrümpeln. MAZ-Sterntaler wollen ein wenig dabei helfen.

 

Bilderrätsel

Wo in Brandenburg an der Havel ist das?

Wo in Brandenburg an der Havel ist das?

In jeder neuen Havelpost steckt ein MAZ-Bilderrätsel. Hier werden Aufnahmen von Gebäuden und Orten der Stadt gezeigt. Und Sie, liebe Leserinnen und Leser, raten (oder wissen?), worum es sich handelt.

Wo in oder um Brandenburg an der Havel herum ist dieses Foto aufgenommen worden? Wer es weiß, klickt hier und schreibt es in das vorgesehene Feld - bis Montag, 12. Dezember, 12 Uhr. Alle korrekten Antworten kommen in einen Lostopf, aus dem wird der Gewinner gezogen. Diesen vermelden wir im nächsten Newsletter, der am 16. Dezember in Ihr Postfach flattert. Der Preis ist eine historische Ansichtskarte aus Brandenburg an der Havel. Viel Erfolg!

In der vergangenen Woche suchten wir den Gertrud-Piter-Platz. Gewonnen hat Martin Wenzel aus Potsdam. Herzlichen Glückwunsch!

 

Stephan Bodens Woche

Ein typisches Brandenburger Bild, selbst wenn die Baustelle auf diesem Foto Geschichte ist.

Ein typisches Brandenburger Bild, selbst wenn die Baustelle auf diesem Foto Geschichte ist.

Den Paketboten verpasst: MAZ-Kolumnist Stephan Boden erwartete ein wichtiges Paket und war wirklich nur fünf Minuten mit Hund Günther auf Gassi-Runde. Diese fünf Minuten versauten ihm den ganzen Tag und bescheren uns einen launigen Erlebnisbericht aus einem Brandenburg voller Stau-Erscheinungen. Aber lesen Sie selbst.

 

Blick in die Heimatgeschichte

Puppenwagen waren schon vor 100 Jahren beliebte Weihnachtsgeschenke.

Puppenwagen waren schon vor 100 Jahren beliebte Weihnachtsgeschenke.

Früher war nicht nur mehr Lametta, früher waren auch weniger Geschenke. Sven Kornisch aus Brandenburg an der Havel schrieb vor sechs Jahren auf, wie er 1970 beinahe um die Weihnachtsfreude gebracht worden wäre. Dass ihn seine Mutter lange zappeln ließ, hatte seinen Grund.

 

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