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Inferno in Elbe-Elster ++ Brandenburger sind Rekord-Pendler ++ Nancy Faeser kommt nach Potsdam

Liebe Leserinnen und Leser,

für die Beschreibung einer grundsätzlich veränderten Realität hat sich eine eigene Begrifflichkeit eingebürgert: „das neue Normal“. Vielleicht sind Sie auch schon darauf gestoßen. Homeoffice und Videokonferenzen gelten seit der Corona-Pandemie als „das neue Normal“ der Arbeitswelt. Die durch den Ukrainekrieg eskalierte Dauerkrise zwischen Russland und dem Westen kennzeichnet „das neue Normal“ der internationalen Beziehungen. Die Erderwärmung mit ihren dramatischen Begleiterscheinungen ist „das neue Normal“ des Klimas.

Dass dieses „neue Normal“ häufig katastrophale Auswirkungen für die Menschen hat, erleben wir in Brandenburg schmerzhaft angesichts der Trockenheit und der von Jahr zu Jahr schlimmer werdenden Waldbrände. Das größte Feuer wütet derzeit im Landessüden, im Landkreis Elbe-Elster. Seit Tagen brennt es dort, Stand heute stehen immer noch mehr als 500 Hektar Wald in Flammen. Mindestens eine Woche werden die Löscharbeiten nach Einschätzung des Kreisbrandmeisters noch dauern.

Auch südlich der Landesgrenze, in Sachsen, brennt es. Josa Mania-Schlegel, ein Reporter der Leipziger Volkszeitung, war mit sächsischen Feuerwehrleuten unterwegs. In seinem Bericht schreibt er, dass immer noch herumliegende Weltkriegsmunition die Löscharbeiten erschwere. Deswegen kommen Hubschrauber zum Einsatz, die mit angehängten Tanks Wasser aus einem nahegelegenen See schöpfen. Mania-Schlegel hat auf Twitter ein Video verbreitet, auf dem man sieht, wie Löschwasser auf dem brandheißen Boden anfängt zu brodeln und verdampft. Der Kommentar des Reporters: „So muss die Hölle aussehen“.

Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen (CDU) sieht in der zuweilen geforderten Anschaffung von Löschflugzeugen übrigens keine Möglichkeit, Waldbrände effektiver zu bekämpfen. Sein Argument: Löschflugzeuge seien zu unpräzise, nicht wendig genug und könnten auf den allermeisten Seen in Brandenburg kein Wasser auftanken. „Sie hätten wahrscheinlich bis zur Müritz fliegen müssen, um Wasser heranzuholen“, so Stübgen gegenüber der MAZ.

Wie es in den Waldbrandgebieten Brandenburgs weitergeht, erfahren sie zuverlässig in unserem Waldbrandticker. Dass es diese Form der Berichterstattung überhaupt braucht, gehört, wenn Sie so wollen, zum „neuen Normal“. Ein Zustand, an den ich mich lieber nicht gewöhnen würde. Aber besser sollte. Denn es ist besser, vorbereitet zu sein, wenn das Leben gefährlicher wird, wie mein Kollegen Rüdiger Braun in seinem Kommentar meint.

Ich wünsche Ihnen jedenfalls einen schönen Abend - ganz normal (ohne neu!). Tun Sie, worauf Sie Lust haben - vielleicht schauen Sie ja das Halbfinale bei der Frauenfußball-EM. Deutschland spielt gegen Frankreich.

Herzlichst, Ihr

Henry Lohmar

MAZ-Chefredakteur

 

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