Newsletter „Havelpost“

Lasst Sterntaler regnen ++ Neues Wohnen ++ Lecker in Krahne

Liebe Leserinnen und Leser,

schön, dass Sie unsere Mail geöffnet haben und wir Sie ein wenig durch den Tag begleiten dürfen. Die Havelpost steckt wieder einmal voller Namen, Nachrichten und Tipps aus Brandenburg an der Havel und Umgebung.

Und voller Schicksale. Das von Lea Franz zum Beispiel. Für die Schülerin aus Hohenstücken gehen in diesem Jahr materielle Weihnachtswünsche in Erfüllung, die ihre Eltern mangels Geld nicht stemmen könnten. MAZ-Leserinnen und -Leser helfen mit ihren lieben Spenden, dass die Sterntaler auch einmal über Lea regnen.

Die Reaktionen auf die ersten Berichte über Sterntaler-Familien und -Projekte zeigen, wie wichtig es ist, diese Schicksale vorzustellen. So beklagten Leute bei Facebook, dass Leas Zimmer nicht aufgeräumt sei. Auf einem Foto war das Durcheinander zu sehen. Ordnung zu halten sei keine Sache des Einkommens, sondern der Haltung.

Die Erzürnten vergessen dabei, dass ein Leben ganz unten vieles lähmen kann. Wenn der Antrieb für die Jobsuche fehlt, gibt es auch keinen Elan bei vielen anderen Dingen des täglichen Lebens. Menschen, die sich einrichten, putzen sich nicht mehr hübsch heraus. Für wen auch? Im Chaos ihrer Wohnung meinen sie klarzukommen. Für wen sollten sie aufräumen?

André Tonat, 45, obdachlos, sagt ganz klar: „keine Tätigkeit, keine Träume, keine Ziele mehr – ich lebe nur in den Tag hinein“. Für wen sollte er einen klaren Kopf haben? So wie er sich beschreibt, klingt es, als leide er unter einer Depression. Eine Krankheit, bei der man von einem Moment zum nächsten in einer ganz tiefen Grube sitzt und nicht mehr heraus kann.

Was André Tonat, den Eltern von Lea Franz und vielen anderen Sterntaler-Familien fehlt, sind führende Hände. Sie brauchen Leute, die sie so lange führen, bis sie allein laufen können und für sich erkennen, dass es da draußen vieles gibt, für das es sich zu leben lohnt. Für das man sich hübsch kleiden kann. Für die/den man seine Wohnung aufräumen kann. Wofür man ausgeschlafen, fröhlich und gefrühstückt den neuen Tag begrüßt.

In den 80er-Jahren haben viele DDR-Betriebe Sonderbrigaden gegründet. Im Brandenburger Stahl- und Walzwerk zum Beispiel hatte es zu viele tödliche Unfälle an den Schmelzöfen gegeben, weil die Beschäftigten ständig betrunken zur Schicht erschienen sind oder andere Probleme. Rausschmeißen durfte man sie - zum Glück - nicht. Also bekamen sie andere Aufgaben, den Winterdienst oder Reinigungsarbeiten. Der Brigadier achtete mit hart-zarter Hand darauf, dass jeder zur Arbeit kam (manchmal musste er sie von zuhause abholen) und dass sie die Aufgaben erfüllten. Mancher kriegte die Kurve, andere nicht.

Familienhelfer und Sozialarbeiterinnen leisten heute gute Arbeit, allein: es reicht nicht aus. Vielleicht genügt es, diese Aufgabe auch mit Menschen ohne ausgeprägte Sozialausbildung zu erfüllen. Der Mehrwert, wenn das Soziale und die Nächstenliebe allein nicht ziehen, könnte auch den Mehrwertfixierten erfreuen: Wer Hoffnung schöpft, wer Lust hat, wer sich motivieren kann, will Geld verdienen, will unter Menschen sein und zupacken.

Überall fehlen Arbeitskräfte. Man muss sie nur abholen und mitnehmen. Einige von ihnen stellt die MAZ in der Adventszeit vor. Mit den Sterntaler-Geschenken zeigen wir ihnen, dass sie nicht vergessen sind. Schauen wir einfach, dass wir sie nach der Bescherung nicht wieder aus dem Blick verlieren.

Genießen Sie die Adventszeit, werden Sie ruhig mal besinnlich und lassen sich die gewürzten Heißgetränke schmecken.

Ihr/Euer Heiko Hesse

Haben Sie Fragen, Wünsche, Anregungen zu unserer Havelpost? Oder ein Thema, um das wir uns kümmern sollen? Schreiben Sie mir unter heiko.hesse@maz-online.de.

 

Leute, Leute

Der neue Kalender ist bei Gastwirt Klaus Meyer im „Kreuzdamm“ sowie im „Konsum“ käuflich zu erwerben.

Der neue Kalender ist bei Gastwirt Klaus Meyer im „Kreuzdamm“ sowie im „Konsum“ käuflich zu erwerben.

Pritzerbe kann 2023 auf eine 1075-jährige Stadtgeschichte zurückblicken. Der Kulturerben-Verein hat aus diesem Grund einen Kalender mit Fotografien von Nadine Sitkus herausgegeben. Der Kalender mit den Stadtansichten ist ab sofort bei Ortsvorsteher und Gastwirt Klaus Meyer im „Kreuzdamm“ sowie im „Konsum“ käuflich zu erwerben. Meyer hatte die Tradition der Pritzerber Kalender mit Ansichten historischer Postkarten vor über 20 Jahren eingeläutet. Zum Stadtjubiläum gibt es erstmals eine farbige Auflage, die schnell ihre Freunde finden dürfte.

Bianca Naue ist Bereichsleiterin in der Agentur für Arbeit Potsdam und leitet seit August 2022 die Agenturgeschäftsstelle in Brandenburg an der Havel.

Bianca Naue ist Bereichsleiterin in der Agentur für Arbeit Potsdam und leitet seit August 2022 die Agenturgeschäftsstelle in Brandenburg an der Havel.

Seit 20 Jahren ist sie bei der Arbeitsagentur Potsdam beschäftigt, vor zehn Jahren war sie Teamleiterin in Brandenburg an der Havel und inzwischen leitet sie die Geschäftsstelle der Arbeitsagentur in der Geschwister-Scholl-Straße. Bianca Naue (39) ist die Nachfolgerin von Petra Kaden und damit die Vorgesetzte von etwa 50 Beschäftigten in der Behörde. Allmonatlich wird sie künftig die aktuellen Arbeitsmarktzahlen in der Stadt und Region bekanntgeben. Die Brandenburger Agenturchefin, die aus Zossen stammt, ist außerdem Bereichsleiterin Berufsberatung und Ausbildungsvermittlung.

Skarlett Renz und ihre Tochter Amanda.

Skarlett Renz und ihre Tochter Amanda.

Showgirl Skarlett Renz zeigt ihr Babyglück. Ihre Tochter Amanda ist fast sieben Monate alt und begeistert mit ihrem Lachen Familienmitglieder und Freunde. Skarlett lebt zwar in Magdeburg, entschied sich aber trotzdem für eine Geburt in Brandenburg an der Havel. „Ich hatte bei der Frauenstation im städtischen Klinikum einfach ein besseres Gefühl“, sagt die Akrobatin, die im Dezember schon wieder auf der Bühne des Brandenburger Weihnachtscircus am Wiesenweg steht. Als Dank für die entspannte Geburt spendieren Skarlett und Schausteller Alexander Scholl dem Brandenburger Klinikum Freikarten.

Miriam Hanke freut sich auf die Arbeit mit dem Domschatz.

Miriam Hanke freut sich auf die Arbeit mit dem Domschatz.

Miriam Hanke, die neue Domschatzleiterin, sammelt keine Schätze, bis sie Museumsreife erlangen könnten. Ganz im Gegenteil. Einmal im Jahr sortieren sie und ihre beiden erwachsenen Töchter alles aus, was das Jahr über nicht gebraucht worden ist und verkaufen es. Der Erlös wird – in Glühwein umgesetzt – gegen eine Spende ausgeteilt. Am Mittwoch, 7. Dezember, findet dies erstmalig in Brandenburg statt, von 18.30 bis 20 Uhr im Dom bei Adventsmusik, -singen und Kerzenschein und Waffeln mit heißen Kirschen von der Remise. Am meisten freut sich darüber die Brandenburger Tafel, die darf nämlich die Spende entgegen nehmen.

 

Das ist diese Woche wichtig

Die Bestandsgebäude in der Wilhelmsdorfer Landstraße 63 sind denkmalgeschützt.

Die Bestandsgebäude in der Wilhelmsdorfer Landstraße 63 sind denkmalgeschützt.

Die Lage ist toll, die Gebäude sind architektonisch echte Perlen, aber sie gammeln seit Ewigkeiten vor sich hin. Die ehemalige Konsumzentrale in der Wilhelmsdorfer Landstraße soll sich in den nächsten Jahren zu einem Wohngebiet entwickeln. Der Eigentümer des rund 20.000 Quadratmeter großen Geländes hat gewechselt. Die Prinz von Preussen Grundbesitz AG hat das Areal gekauft und will es in den kommenden Jahren mit einer Projektgesellschaft entwickeln. Das Bauträgerunternehmen mit Hauptsitz in Bonn hat sich spezialisiert auf die Projektentwicklung und Sanierung denkmalgeschützter Wohnimmobilien.

Schulessen: Stadtverordnete schaffen Preisdeckel wieder ab

Das Problem mit dem Schulessen in Brandenburg an der Havel ist vertrackt: Es wird immer teurer, immer weniger Kinder nehmen überhaupt noch teil. Das dreht die Preisspirale nur weiter.

Brandenburg plant Partnerschaft mit ukrainischer Stadt

Über eine Partnerschaft mit einer ukrainischen Stadt wird derzeit in Brandenburg an der Havel diskutiert, ein SVV-Beschluss soll dazu vorbereitet werden. Das dürfte die Beziehungen zur russischen Stadt Magnitogorsk eskalieren lassen.

In Brandenburg entwickelt: App organisiert den Kita-Alltag

Das Organisieren des Alltags in Kindertagesstätten ist auch in Brandenburg an der Havel oft Zettelwirtschaft: Krankmeldungen, Elternbriefe, Termine. Mit einer neuen App ist das nun Vergangenheit.

Neuer Unternehmerinnen-Kongress in Brandenburg an der Havel

Mit Womanpreneur starten zwei Brandenburgerinnen einen Wirtschaftskongress für Frauen. Der MAZ haben sie erzählt, wo Frauen in Führungspositionen oder auf dem Weg in die Selbstständigkeit der Schuh drückt.

 

Das ist im Umland los

Autor Andreas Koska und Katrin Weigert freuen sich über die Erstauflage von „Krahne, wie es isst und trinkt“. Es ist bereits das fünfte Buch in der Reihe „Kochen auf dem Dorf“.

Autor Andreas Koska und Katrin Weigert freuen sich über die Erstauflage von „Krahne, wie es isst und trinkt“.

Grießklößchen und Milchreis nach Großmutters Art? Im Buch „Krahne, wie es isst und trinkt“ sind diese und weitere schöne alte Rezepte zu finden. Andreas Koska setzt seinen kulinarischen Dorfrundgang im schönen Krahne fort. Wer wissen möchte, was ein Krahner mit Tee auf Java zu tun oder wie köstlich der Märkische Grillcontest war, findet auch dafür Lesestoff in dem Buch.

In Damsdorf eröffnet die Kindertagespflege „Just Kids“

Selina Just eröffnet in Damsdorf die Kindertagespflege „Just Kids“. Sie will die Gesundheit der Kinder fördern und verbringt mit ihnen mehr Zeit in der Natur. In ihrem Konzept setzt sie auf einen Mix aus Montessori und Kneipp und legt den Fokus auf Gesundheitsthemen, Zeit in der Natur und Selbstbestimmung.

Tischlermeister erhält Goldenen Meisterbrief

Tradition und Innovation: Werte, die die Tischlerei Spatzier seit über 120 Jahren verbinden will. 50 davon ist Kurt Spatzier schon Meister im Familienbetrieb – und bekommt dafür die verdiente Ehrung.

 

Wohin am Wochenende

Auf dem Wintermarkt im Brandenburger Slawendorf herrscht jedes Jahr mittelalterliche Stimmung.

Auf dem Wintermarkt im Brandenburger Slawendorf herrscht jedes Jahr mittelalterliche Stimmung.

Am 3. und 4. Dezember öffnet der Wintermarkt im Slawendorf. In beschaulichem Licht möchte das mittelalterliche Schaudorf erstrahlen und den Besuchern und Besucherinnen Gaumenfreude bringen. Auch Handwerk und Händler der besonderen Art finden ihren Platz im Slawendorf. Kinder, Jugendliche wie Erwachsene können sich im Kerzen ziehen, und Bogenschießen ausprobieren.

Zum Budenzauber gehen den Brielowern 60 Lichter auf

Das gab es noch nie in Brielow: Ein Budenzauber in der Vorweihnachtszeit. Am 3. Dezember ist Premiere mit dem schönsten Weihnachtsbaum am Beetzsee und vielen anderen Überraschungen.

 

Bilderrätsel

Wo ist das in Brandenburg an der Havel?

Wo ist das in Brandenburg an der Havel?

In jeder neuen Havelpost steckt ein MAZ-Bilderrätsel. Hier werden Aufnahmen von Gebäuden und Orten der Stadt gezeigt. Und Sie, liebe Leserinnen und Leser, raten (oder wissen?), worum es sich handelt.

Wo in oder um Brandenburg an der Havel herum ist dieses Foto aufgenommen worden? Wer es weiß, klickt hier und schreibt es in das vorgesehene Feld - bis Montag, 5. Dezember, 12 Uhr. Alle korrekten Antworten kommen in einen Lostopf, aus dem wird der Gewinner gezogen. Diesen vermelden wir im nächsten Newsletter, der am 9. Dezember in Ihr Postfach flattert. Der Preis ist eine historische Ansichtskarte aus Brandenburg an der Havel. Viel Erfolg!

In der vergangenen Woche suchten wir die Buckau-Brücke auf der Magdeburger Heerstraße. Gewonnen hat Werner Krause aus Ziesar. Herzlichen Glückwunsch!

 

Der MAZ-Adventskalender

MAZ Adventskalender

MAZ Adventskalender

Im digitalen Adventskalender der MAZ sind viele tolle Gewinne versteckt. Versuchen Sie ihr Glück! Hier geht es zum Kalender.

 

Stephan Bodens Woche

Meerjungfrauen stört das nicht: Sie fühlen sich auch bei zwei Grad weniger im Becken des Marienbades wohl – hier beim Meerjungfrauen-Training im März 2019.

Meerjungfrauen stört das nicht: Sie fühlen sich auch bei zwei Grad weniger im Becken des Marienbades wohl – hier beim Meerjungfrauen-Training im März 2019.

Eine Eisbahn aus Plastik, ein zwei Grad kälteres Marienbad - zwei Gründe für Brandenburger, tief Luft zu holen und ein Klagelied anzustimmen. Genau das geht MAZ-Kolumnist Stephan Boden mächtig auf den Keks. Er freut sich auf den Weihnachtsmarkt, legt die Plastikbahn in die „Besser als nüscht“-Schublade und geht auch in zwei Grad kühlerem Wasser baden. Aber lesen Sie selbst.

 

Blick in die Heimatgeschichte

Die HO-Gaststätte Kaskade in der Otto-Nuschke-Straße (heute wieder Jacobstraße) in Brandenburg an der Havel. Die große Leuchtreklame an der Fassade war schon von weitem sichtbar.

Die HO-Gaststätte Kaskade in der Otto-Nuschke-Straße (heute wieder Jacobstraße) in Brandenburg an der Havel 1968.

Das Eiscafé Kaskade war zu DDR-Zeiten ein beliebter Ort in Brandenburg an der Havel – für das Rendezvous, den Kaffeeklatsch oder einen Bananen-Flip. Drei Geschwister lebten lange in der Wohnung über der Gaststätte und lassen tief blicken.

Projekt über Künstler Paul Goesch folgt neuem Konzept

Das Stadtmuseum und die Gedenkstätten Brandenburg an der Havel beteiligen Studierende, Schüler und andere Leute beim Aufbau einer Ausstellung über das Euthanasie-Opfer Paul Goesch. Die Herangehensweise ist ein für Brandenburg neues Konzept.

 

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