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Neuer offener Brief zum Ukraine-Krieg++Corona-Tests ab Juli 3 Euro++BER erwartet Sommeransturm

Liebe Leserinnen und Leser,

sie hat es schon wieder getan: Die Brandenburger Schriftstellerin Juli Zeh hat gemeinsam mit 20 anderen Prominenten, darunter Philosoph Richard David Precht, TV-Moderator Ranga Yogeshwar und Publizist Jakob Augstein einen offenen Brief zum Ukraine-Krieg veröffentlicht - diesmal jedoch in der „Zeit“, nicht in der „EMMA“ wie vor ziemlich genau zwei Monaten. Damals waren es noch 28 Intellektuelle und Künstler, die von Scholz einen Lieferstopp von schweren Waffen an die Ukraine forderten, ebenso wie den Einsatz für einen möglichst schnellen Waffenstillstand zwischen der Ukraine und Russland. Das Schreiben wurde heftig kritisiert, las es sich doch so, dass die Ukraine doch bitte Zugeständnisse an Russland leisten sollte, auch wenn der Angriff Russlands völkerrechtswidrig war.

Das ist, wie gesagt, zwei Monate her. Jetzt, in der mit „Waffenstillstand jetzt“ überschriebenen Neuauflage des Briefes, appelliert die etwas ausgedünnte Gruppe der Unterzeichnerinnen und Unterzeichner erneut an die Politik, den Ukraine-Krieg durch Verhandlungen zu beenden. Wie auch beim letzten Mal schäumt der ukrainische Botschafter Melnyk vor Wut, beschimpft die 21 in seiner unvergleichlich-undiplomatischen Art als „pseudo-intellektuelle Versager“.

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Allerdings hat sich in den vergangenen acht Wochen der Wind etwas gedreht. Ein baldiges Ende des Ukraine-Konflikts liegt in weiter Ferne, viele Experten fürchten einen zähen Abnutzungskrieg, der Europa bevorsteht. Viele Deutsche ächzen unter der stetig wachsenden Verteuerung, in Afrika droht eine Hungerkatastrophe. Und die Verfasserinnen und Verfasser des Textes fragen, welches Ziel die westlichen Länder gerade genau verfolgen. „Die Fortführung des Krieges mit dem Ziel eines vollständigen Sieges der Ukraine über Russland (Anmerkung der Redaktion: gemeint ist die Rückeroberung aller besetzten Gebiete, inklusive der Krim) bedeutet Tausende weitere Kriegsopfer, die für ein Ziel sterben, das nicht realistisch zu sein scheint.“

Das scheinen Fragen zu sein, die sich viele in Deutschland gerade stellen. Der kritische Rundumschlag auf diesen zweiten offenen Brief hält sich im Vergleich zum Vorgängerbrief in Grenzen, das mediale Echo verhallt deutlich schneller als bei seinem Vorgänger. Doch letzteres liegt wohl auch an dem (erneuten) Fehlen jeglicher konkreter Lösungsansätze, die zu dem geforderten Waffenstillstand führen sollen. Denn wie bewegt man eine Partei zu einem Waffenstillstand, die dazu keine Notwendigkeit sieht? Wie sollen faire Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine aussehen? Was wollen die Ukrainerinnen und Ukrainer? Und so zeigt der offene Brief höchstens eine knackige Zusammenfassung der gegenwärtigen Lage auf, einen wirklichen Friedensbeitrag leistet er allerdings nicht.

Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Abend!

Herzliche Grüße,

Robin Williamson

Chef vom Dienst (Digital)

 

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