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Mehrere Waggons umgekippt

Regionalzug entgleist: mindestens vier Tote und 30 Verletzte – noch zwölf Menschen vermisst

Zahlreiche Einsatz- und Rettungskräfte sind nach dem schweren Zugunglück im Einsatz.

Zahlreiche Einsatz- und Rettungskräfte sind nach dem schweren Zugunglück im Einsatz.

Bei einem schweren Zugunglück zu Beginn der Pfingstferien in Bayern sind in Garmisch-Partenkirchen mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. Ein Regionalexpress entgleiste in der beliebten oberbayerischen Urlaubsregion auf dem Weg von Garmisch nach München am Freitag, Waggons kippten um. Wie die Polizei weiter mitteilte, wurden zudem etwa 30 Menschen verletzt, 15 von ihnen kamen in Krankenhäuser.

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Die drei Toten wurden mittlerweile nach Polizeiangaben geborgen. Ein weiteres Opfer war am Freitag auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben. Unter den vier bestätigten Toten befanden sich den Angaben zufolge keine Kinder. Ein Polizeisprecher in Rosenheim hatte am Morgen noch gesagt, die bestätigten Toten befänden sich weiterhin unter einem der umgestürzten Waggons - seine Kollegen an der Unfallstelle korrigierten diese Angaben später. Allerdings sei nicht ausgeschlossen, dass unter dem Waggon noch weitere Opfer gefunden werden könnten. Die Polizei ging am Samstag noch von einer einstelligen Vermisstenzahl aus.

Schweres Zugunglück bei Garmisch-Partenkirchen: Mehrere Tote und 30 Verletzte

Den Angaben zufolge war der vollbesetzte Zug von Garmisch in Richtung München unterwegs, als er bei Burgrain aus noch unbekannter Ursache entgleiste.

Warum der Zug im Ortsteil Burgrain in den Loisachauen entgleiste, sei noch unklar, so ein Sprecher der Bundespolizei. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) sagte, am Unglück sei „kein zweiter Zug und kein anderes Fahrzeug beteiligt“ gewesen. Unter den Verletzten seien alle Altersgruppen, darunter auch Kinder. Es sei nicht ausgeschlossen, dass zum Ferienbeginn viele Schüler in der Bahn waren.

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Zum Ferienstart zahlreiche Fahrgäste im Zug

Insgesamt waren zahlreiche Fahrgäste im Zug, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) sagte. Ob er aber mehr ausgelastet war als üblich, dazu hätte die Polizei bisher keine Informationen. Auch ein Sprecher der Deutschen Bahn konnte auf Anfrage zunächst keine Angaben dazu machen, ob der Zug wegen des Ferienbeginns oder des Starts des 9-Euro-Tickets ausgelasteter als üblich gewesen sei.

Mindestens drei Menschen sind nach Angaben der Behörden getötet worden.

Mindestens drei Menschen sind nach Angaben der Behörden getötet worden.

Der Regionalzug war gegen Mittag Richtung München unterwegs gewesen. Drei Waggons kippten um. Das Unglück ereignete sich gegen 12.15 Uhr - also zum Schulschluss, wenn viele Kinder auf dem Heimweg sind. Am Samstag beginnen in Bayern die Pfingstferien.

Feuerwehr, Notärzte und Polizei waren mit einem Großaufgebot vor Ort. „Es wurde Vollalarm für Feuerwehr und Rettungsdienst ausgelöst“, sagte ein Sprecher der Integrierten Leitstelle im Oberland. Auch aus München rückten zahlreiche Rettungsmannschaften an.

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Bahn spricht Angehörigen der Opfer „tiefes Mitgefühl“ aus

Ein amerikanischer Soldat war in einem der Autos auf der Straße neben der Bahnstrecke und erzählte seine Eindrücke dem „Garmisch-Partenkirchner Tagblatt“: „Es war schrecklich“, sagte er. „Einfach schrecklich. Plötzlich ist der Zug umgekippt.“

Zahlreiche Einsatz- und Rettungskräfte sind nach dem schweren Zugunglück im Einsatz.

Zahlreiche Einsatz- und Rettungskräfte sind nach dem schweren Zugunglück im Einsatz.

Die Bürgermeisterin von Garmisch-Partenkirchen, Elisabeth Koch, zeigte sich geschockt. „Es ist grauenvoll.“ Auch der Landrat des gleichnamigen Landkreises, Anton Speer, rang mit den Worten. „Der Schock sitzt noch tief.“ Er lobte die Retter, die innerhalb von 45 Minuten die Menschen aus dem Zug geholt hätten. Auch 15 Bundeswehrsoldaten halfen mit, die zufällig im Zug saßen.

Die Deutsche Bahn sprach den Angehörigen der Opfer ihr „tiefes Mitgefühl“ aus und richtete eine Hotline für Angehörige ein. „Über die Ursachen des Unfalls kann derzeit noch keine Aussage getroffen werden“, hieß es in einer Mitteilung. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) machte sich auf den Weg zur Unglücksstelle.

Auch Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) machte sich nach dem Abschluss der Innenministerkonferenz von Würzburg auf den Weg nach Garmisch. Dort wolle sie angesichts des schrecklichen Zugunglücks die Anteilnahme der Bundesregierung ausdrücken, teilte ein Sprecher des Ministeriums mit.

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Verkehrsminister Volker Wissing sagte: „Die Bilder, die uns in diesen Stunden aus Garmisch-Partenkirchen erreichen, sind dramatisch. Aktuell lässt sich das gesamte Ausmaß der Katastrophe nur erahnen. Meine Gedanken sind bei den Angehörigen und Verletzten.“ Experten des Ministeriums seien bereits vor Ort, um gemeinsam mit den Ermittlungsbehörden die Unfallursache zu untersuchen.

Bahnstrecke gesperrt

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Die Bahn sperrte die Strecke zwischen Garmisch-Partenkirchen und Oberau. Züge aus Richtung München wenden vorzeitig in Oberau. Aus Richtung Mittenwald wenden die Züge vorzeitig in Garmisch-Partenkirchen. Ersatzverkehr sei in Planung, hieß es auf Twitter. Ob der Regionalzug wegen des neuen 9-Euro-Tickets besonders voll war, war unklar.

Zahlreiche Menschen wurden verletzt.

Zahlreiche Menschen wurden verletzt.

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Für die Region an der Grenze zu Österreich ist das Unglück kurz vor den Ferien auch verkehrstechnisch eine Katastrophe. Die nahe der Bahnlinien verlaufenden Bundesstraßen 2 und 23 wurden voll gesperrt. „Wir können den Verkehr im Moment nicht in Richtung Garmisch-Partenkirchen laufen lassen, weil die Rettungskräfte auf der Straße sind“, sagte ein Polizeisprecher. Wegen des Beginns der Pfingstferien in Bayern sei auf der Route mit langen Staus zu rechnen.

Im Zug waren zahlreiche Fahrgäste, der Einsatz läuft noch.

Im Zug waren zahlreiche Fahrgäste, der Einsatz läuft noch.

Sonder-Hotline der Bahn eingerichtet

Die Deutsche Bahn spricht währenddessen den Angehörigen der Unfallopfer in einer Mitteilung ihr „tiefes Mitgefühl“ aus und hat demnach eine Sonder-Hotline eingerichtet, die unter der Nummer 0800/3111111 zu erreichen ist. Über die Ursache des Unfalls am Freitagmittag könne noch keine Aussage getroffen werden.

RND/dpa/hsc

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