Bericht aus dem Gefängnis

Kremlgegner Alexej Nawalny bleibt wohl weiter in Isolationshaft

Der russische Oppositionsführer Alexej Nawalny (Archivbild)

Der russische Oppositionsführer Alexej Nawalny (Archivbild)

Der Kremlgegner Alexej Nawalny muss nach eigenen Angaben weiter in Isolationshaft bleiben. „Ich habe gerade den Jackpot geknackt. Sobald ich aus der Hochsicherheitshaft kam, schickten sie mich für weitere 15 Tage dorthin zurück und stempelten mich als Dauerstraftäter ab“, ließ der Oppositionspolitiker auf seinem Twitter-Account mitteilen. Nawalny geht davon aus, dass dies an seinen Forderungen nach weiteren Sanktionen und dem Aufruf zur „intelligenten Abstimmung“ liege. Am Sonntag finden in Russland zahlreiche Regionalwahlen statt.

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Nawalny berichtete über seine Anwälte bereits mehrfach davon, wie er wegen lapidarer Gründe in Isolationshaft gesteckt wurde. Im August war er demnach zunächst für drei und einmal für fünf Tage in einer 2,5 mal drei Meter kleinen Zelle. In einem Fall soll er beim Gang durchs Lager entgegen einer Anordnung drei Sekunden lang die Hände nicht hinter dem Rücken gehalten haben. Davor war angeblich die Begründung, dass er einen Knopf nicht vorschriftsmäßig zugeknöpft hatte.

Am 30  August musste Nawalny nach eigener Darstellung erneut in die Isolationszelle. Der Grund: Er soll sich falsch vorgestellt haben.

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Nawalny erwartet noch schwerere Haftbedingungen

Der Kremlgegner sprach sogar von noch schwereren Bedingungen, die ihm drohen. Da er als „Dauerstraftäter“ eingestuft worden sei, werde er jetzt unter strengen Bedingungen in einer Strafkolonie mit strengen Regime untergebracht.

Nawalny reagierte mit Sarkasmus. „Ich frage mich, ob diese Bedingungen eher denen von Hannibal Lecter oder denen von Magneto aus X-Men entsprechen werden“, so sein Kommentar.

Verlegung von Kremlgegner Nawalny in härteres Straflager

Der zu neun Jahren Haft verurteilte Kremlgegner Alexej Nawalny ist nach eigenen Angaben in ein Straflager mit härteren Bedingungen als bisher verlegt worden.

Familienbesuch kann der Kremlgegner nicht erwarten

Seine Familie wird er wohl auch nicht sehen können. „Meine Frau und meine Eltern haben vier Monate auf einen Besuch bei mir gewartet und jetzt steht er an und sie verlegen mich unter strengeren Auflagen, wo Besuche nur noch alle sechs Monate erlaubt sind“, schrieb er auf Twitter.

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Offensichtlich versucht er mit Fantasie, die Schikanen zu ertragen. Seine Vorstellung: „Nun, ich schätze, mein Raumschiff wurde von ein paar fiesen Monstern angegriffen. Es wurde beschädigt, und um zu überleben, muss ich in ein winziges Überlebensabteil ziehen, wo es weniger Essen und mehr Kälte gibt, aber auch mehr Zeit zum Nachdenken. Vielleicht fällt mir etwas Interessantes ein.“

Gemeinsamkeit mit Bruder Oleg

Außerdem merkte er an, dass er sich nun mit seinem Bruder Oleg den Status „beharrliche Rechtsbrecher“ teile. In Putins Russland hätten bisher nur sie beide als politische Gefangene diesen erhalten.

Auch Oleg Nawalny war im vergangenen Jahr nach einer Teilnahme an Straßenprotesten in Haft. Anfang des Jahres wurde er auf eine umstrittene Liste von „Terroristen und Extremisten“ gesetzt. In Russland wird nach ihm gefahndet.

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Alexej Nawalny in der Nähe von Moskau inhaftiert

Alexej Nawalny sitzt wegen angeblichen Betrugs in der Strafkolonie sechs in Melechowo etwa 260 Kilometer nordöstlich von Moskau. Im Mai bestätigte ein Gericht die neunjährige Haftstrafe. International gilt er als politischer Gefangener. Nawalny hatte sich in Deutschland von einem Giftanschlag im August 2020 erholt, war dann aber freiwillig nach Russland zurückgekehrt.

RND/sf mit dpa

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