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Moskau signalisiert Verhandlungsbereitschaft

Breite Solidarität mit verurteilter Basketballerin Brittney Griner

Spielerinnen der Connecticut Sun und der Phoenix Mercury verschränken vor einem WNBA-Basketballspiel 42 Sekunden lang die Arme zu Ehren von Phoenix Mercury-Centerin Brittney Griner.

Nach der Verurteilung der 31-Jährigen US-Basketballerin Brittney Griner zu einer neunjährigen Haftstrafe durch ein russisches Gericht wegen Drogenbesitzes – es soll sich um 0,5 Gramm therapeutisches Haschischöl gehandelt haben – meldete der Twitter-Kanal des osteuropäischen Medienprojekts Nexta am Freitagmorgen, dass Russland zu einem Gefangenenaustausch bereit sei. Russlands Außenminister Sergej Lawrow suche demnach den Kontakt nach Washington über einen „speziellen bestehenden Kanal“, hieß es.

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Breite Unterstützung auf Twitter

Auf Twitter gab es eine breite Unterstützung für die Amerikanerin – aber auch vereinzelt Häme: „Es ist so dumm, nach Russland zu gehen ... so dumm ... Russland sollte auch im Sport gemieden werden“, schreibt da zum Beispiel der Nutzer Manu Gore. „Jeder vernünftige Mensch weiß, dass es bei der Verurteilung von Griner nicht darum ging, ein Verbrechen zu bestrafen, sondern um politische und propagandistische Mittel zu erhalten“, ist User Grey Dot überzeugt.

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„Mr. Biden, denken Sie daran, dass es keinen Dialog mit Terroristen gibt“, schreibt auf Spanisch der Nutzer Augustin Garci, „es ist sinnlos, mit russischen professionellen Lügnern und Terroristen zu verhandeln.“

Zu rührenden Szenen der Solidarität kam es indes in amerikanischen Basketballstadien nach Verkündung des Urteils am Donnerstagabend (Ortszeit). Arm in Arm standen die Basketballerinnen der Phoenix Mercury und Connecticut Sun bei gedimmten Hallenlicht am Mittelkreis.

Für „42 Sekunden Stille für unsere Schwester“ schwiegen beide Teams vor Spielbeginn ihrer Partie in der nordamerikanischen Profiliga WNBA und gedachten ihrer in Russland inhaftierten Star-Centerin Brittney Griner. Die Stille wurde nur durch einzelne „Bringt sie nach Hause“-Rufe aus dem Publikum unterbrochen.

Die US-Basketballstar Brittney Griner nach der Urteilsverkündung am Khimki-Gericht außerhalb von Moskau.

Die US-Basketballstar Brittney Griner nach der Urteilsverkündung am Khimki-Gericht außerhalb von Moskau.

US-Präsident Joe Biden hatte nach der Urteilsverkündung Griners Freilassung gefordert. Die US-Regierung warf Moskau von Anfang ein politisch motiviertes Verfahren vor. „Russland hält Brittney zu Unrecht fest“, erklärte Biden. „Das ist nicht hinnehmbar, und ich fordere Russland auf, sie sofort freizulassen.“

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Freikommen könnte Griner, wenn Moskau und Washington sich trotz ihrer tiefen politischen Differenzen auf einen Austausch von Gefangenen einigen. Darüber soll das US-Außenministerium mit Russland verhandelt haben.

Gespräche über Gefangenenaustausch

„Welche Gespräche US-Außenminister Antony Blinken und sein russisches Pendant auch führen müssen, wir vertrauen darauf, dass sie dies in angemessener Geschwindigkeit tun. Denn es ist Zeit. Es ist einfach Zeit“, forderte die Spielergewerkschaft der WNBA. Von amerikanischer Seite steht neben Griner auch der in Moskau wegen angeblicher Spionage zu 16 Jahren Haft verurteilte Paul Whelan zur Disposition.

Russland hat im Tausch für zwei US-Amerikaner die Auslieferung von Vadim Krasikov ins Spiel gebracht – einem verurteilten Auftragsmörder, der in Deutschland in Haft sitzt. Der Kreml nannte öffentliche Spekulationen über einen möglichen Gefangenenaustausch am Freitag allerdings kontraproduktiv. „Wenn wir mit ihnen irgendwelche Nuancen diskutieren, die mit dem Thema Austausch zu tun haben, wird dieser Austausch niemals zustande kommen“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge. „Diesen Fehler haben die Amerikaner schon begangen“, kritisierte er dabei die öffentlichen Forderungen aus Washington.

Zuvor hatte Russlands Außenminister Sergej Lawrow am Rande eines Ministertreffens des Verbands Südostasiatischer Nationen (ASEAN) im kambodschanischen Phnom Penh einmal mehr Moskaus prinzipielle Bereitschaft zu einem Gefangenenaustausch an die Bedingung geknüpft, die diplomatischen Kanäle für solche Verhandlungen zu nutzen und nicht über die Presse zu gehen.

Eine der besten und bekanntesten Basketballerinnen der USA

Griner ist eine der besten und bekanntesten Basketballerinnen der USA. Weil die Saison in der WNBA aber nur wenige Monate dauert und dort wesentlich weniger Geld verdient werden kann als bei den Männern in der NBA, suchen viele der starken Spielerinnen oft zusätzlich lukrative Herausforderungen. Finanzstarke Clubs in der Türkei oder eben in Russland locken mit hohen Gehältern.

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RND/stu/dpa

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