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„Größter Völkermord in Europa seit Zweiten Weltkrieg“

Bürgermeister: Wucht der Granaten gegen Mariupol größer als Atombombe in Hiroshima

Russische Soldaten gehen durch einen zerstörten Bereich des Stahlwerks von Mariupol. Dieses Foto wurde während einer vom russischen Verteidigungsministerium organisierten Reise am 18. Mai aufgenommen.

Der Bürgermeister von Mariupol, Wadym Bojtschenko, hat das Ausmaß der Angriffe auf seine Stadt mit dem Abwurf der Atombombe über die japanische Stadt Hiroshima verglichen. „Die Kraft der abgefeuerten Granaten in der Stadt ist größer als die der Atombombe, die auf Hiroshima abgeworfen wurde“, schrieb er auf dem offiziellen Telegram-Kanal am Donnerstag.

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Heftige Angriffe auf Mariupol mit Freifallbomben

Seit mehr als zwei Monaten würden russische Truppen Mariupol ununterbrochen mit Haubitzen, Raketensystemen, Panzern, Schiffen und Flugzeugen beschießen. Dabei kämen auch schwere russische Freifallbomben der Typen FAB-1000 und FAB-3000 zum Einsatz, die eine beziehungsweise drei Tonnen wiegen. Darauf wies zuletzt unter anderem der ukrainische Regierungsberater Anton Gerashchenko hin.

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„Die Besatzer drohen der Welt mit Massenvernichtungswaffen, aber tatsächlich haben sie in Mariupol bereits eine Massenvernichtung von Zivilisten durchgeführt“, kritisierte der Bürgermeister der Hafenstadt Mariupol. Er sprach von einem „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“.

Bojtschenko: Größter Völkermord in Europa seit Ende des Zweiten Weltkriegs

Laut Bojtschenko sind seit den Angriffen und der Besetzung der Stadt Mariupol mindestens 20.000 Einwohnerinnen und Einwohner ums Leben gekommen. „Dies ist der größte Völkermord in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg.“ Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben nicht. Hilfsorganisationen hatten aber immer wieder kritisiert, dass Zivilisten keine oder keine ausreichende Möglichkeit zur Flucht aus Mariupol haben. Zudem haben Satellitenbilder bereits vor vier Wochen Massengräber nahe der Stadt gezeigt.

Ukrainer sollen in Strafkolonie: Russische Aufnahmen zeigen Soldaten aus Mariupol in Haft

In dem Video sprechen einige der Männer, die sich in einem Zimmer mit Etagenbetten aufhalten, vor laufender Kamera über ihre Haftbedingungen.

Viele ukrainische Verteidiger wahrscheinlich noch in Tunneln und Schutzräumen versteckt

Die wichtige Industrie- und Wirtschaftsmetropole am Asowschen Meer war über Wochen heftig umkämpft worden. Ukrainische Verteidiger hatten sich zuletzt im Azovstal-Stahlwerk, direkt am Hafen, zurückgezogen. Etwa 1700 von ihnen haben sich seit Anfang der Woche ergeben, heißt es aus Russland. Nach ukrainischen Angaben sollen sich weiterhin mehrere Hundert Kämpfer in den unterirdischen Tunnelsystemen und Schutzräumen versteckt halten.

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Das renommierte „Institute for the Study of War“ stufte dies als „sehr wahrscheinlich“ ein. Es begründete seine Einschätzung damit, dass russische Truppen auch weiterhin mit Luft- und Artillerieangriffen das Stahlwerk unter Beschuss nähmen.

RND/scs

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