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Was haben die Corona-Maßnahmen gebracht?

Bericht: Positives Urteil über Maskenpflicht, Kritik an Datenlage und Kommunikation

Ein Hinweisschild auf die Maskenpflicht (Archivfoto).

Berlin. Im Bericht zur Evaluierung der Corona-Maßnahmen haben Fachleute scharfe Kritik an der Corona-Politik der vergangenen Jahre geübt. Berichten von „Welt“ und „Bild“ zufolge heißt es darin, dass die in der Pandemie erhobene Datenlage vollkommen unzureichend sei. Kritik gibt es auch an den politischen Beschlüssen in der Pandemie: Diese seien intransparent, die Wirksamkeit vieler Maßnahmen zudem nicht erwiesen. Die Wirkung der Maskenpflicht wird hingegen positiv bewertet.

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Demnach umfasst der Bericht, der von Naturwissenschaftlern und Naturwissenschaftlerinnen, Virologen und Virologinnen, aber auch Juristen und Juristinnen verfasst wurde und am Freitag um 12 Uhr vorgestellt werden soll, 165 Seiten. Offenbar stellen nur wenige davon dem Handeln der Bundesregierung ein gutes Zeugnis aus – und auch das Robert Koch-Institut (RKI) gerät unter Druck. Kritisch beurteilen die Experten und Expertinnen die Erhebung von Daten zur Pandemie, die öffentliche Kommunikation zum Thema und die Einschränkung von Grundrechten durch die Corona-Regeln – aber auch von unzureichender Forschungsarbeit ist die Rede.

„Während in anderen Ländern Möglichkeiten zur Einschätzung der Wirkung von nicht pharmazeutischen Maßnahmen genutzt wurden, ist eine koordinierte Begleitforschung während der Corona-Pandemie in Deutschland weitgehend unterblieben“, zitiert „Die Welt“ aus dem Bericht. Kritisch heißt es demnach weiter, dass ein Forschungskonzept fehle, um auf dessen Grundlage Entscheidungen in der Pandemie zu fällen. Selbst die Wirksamkeit der Impfung oder der einrichtungsbezogenen Impfpflicht könne so nicht bewertet werden, heißt es weiter.

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Lockdowns hatten nur kurzfristigen Effekt

Während das Tragen von Masken in dem Bericht durchaus positiv bewertet wird, wäre darüber hinaus aber der Nutzen der übrigen Maßnahmen unklar. Die Lockdowns hätten nur einen kurzfristigen positiven Effekt gehabt, berichtet so die „Bild“. Kritisch bewerten die Experten und Expertinnen ebenso die 2G- und 3G-Regeln.

Kontroversen um Sachverständigenrat

Auf Basis der Evaluation wollen Bund und Länder über das Vorgehen für den Herbst und Winter diskutieren. Aber auch der Sachverständigenrat selber ist nicht frei von Kontroversen. Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité verließ das Gremium, weil „die Aufgabe mit dem Personenkreis“ nicht zu schaffen war. Im „Spiegel“-Interview erklärte er: „Wenn man das wissenschaftlich ernsthaft machen will, braucht man Leute, die die Literatursuche übernehmen, beim Schreiben helfen, zusätzliche wissenschaftliche Expertise einbringen. Die Epidemiologie zum Beispiel war gar nicht vertreten. Die Kommission ist politisch und nicht nach wissenschaftlichen Kriterien zusammengesetzt“, sagte er.

RND/ag

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