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Suche nach der Ursache

Umweltministerium weist Fake-News-Vorwurf aus Polen zurück

Tote Fische haben sich im deutsch-polnischen Grenzfluss Westoder, nahe dem Abzweig vom Hauptfluss Oder, auf der Wasseroberfläche gesammelt. Der Grund für das Fischsterben ist nach wie vor nicht abschließend geklärt.

Tote Fische haben sich im deutsch-polnischen Grenzfluss Westoder, nahe dem Abzweig vom Hauptfluss Oder, auf der Wasseroberfläche gesammelt. Der Grund für das Fischsterben ist nach wie vor nicht abschließend geklärt.

Berlin. Die Bundesregierung hat polnische Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Fischsterben in der Oder zurückgewiesen. „Wir bedauern, dass es zu dieser Bewertung von polnischer Seite gekommen ist“, sagte ein Sprecher des Bundesumweltministeriums am Montag in Berlin mit Blick auf den Vorwurf aus Warschau, Deutschland verbreite „Fake News“ (Falschnachrichten). Die Suche nach den Ursachen für das Fischsterben in der Oder sei nach wie vor nicht abgeschlossen.

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Mittlerweile gebe es mehrere organische und anorganische Substanzen, die dafür verantwortlich sein könnten, sagte der Sprecher weiter. „Es scheint sich da wirklich um einen Chemie-Cocktail zu handeln. Keine dieser Substanzen hat nach unseren bisherigen Erkenntnissen allein zum Fischsterben geführt.“ Es könnte sich um ein „multi-kausales Ereignis“ handeln.

Expertengruppe tagt am 22. August

„Von keiner Seite und zu keiner Zeit wurde in Deutschland aber behauptet, dass die Pestizide allein ursächlich für das Fischsterben gewesen seien. Dass entsprechende Laborergebnisse vom polnischen Umweltministerium jetzt als Schuldzuweisung verstanden wurden, ist bedauerlich.“ Am Montag, 22. August, tage erstmals die eingesetzte deutsch-polnische Expertengruppe. Man hoffe, dass eine „mögliche Missstimmung“ ausgeräumt werde, wenn dort die Laborergebnisse vorgelegt und besprochen werden.

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Polens Umweltministerin Anna Moskwa hatte am Samstagabend auf Twitter geschrieben: „Achtung, eine weitere Fake News wird in Deutschland verbreitet!!! Pestizide und Herbizide. In Polen wurde der Stoff getestet und unterhalb der Bestimmungsgrenze nachgewiesen, d. h. ohne Auswirkungen auf Fische oder andere Tiere, und ohne Verbindung zum Fischsterben.“

Lemke: Ausbau der Oder muss gestoppt werden

Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) forderte angesichts des Fischsterbens den Stopp des Oder-Ausbaus. Die Umweltkatastrophe verdeutliche drastisch die Schutzbedürftigkeit besonders gefährdeter Gewässer, erklärte Lemke am Montag in Berlin. Der Ausbau der Oder „belastet dieses wertvolle Ökosystem zusätzlich“. Stattdessen forderte Lemke Renaturierungsmaßnahmen.

Deutschland und Polen hatten 2015 den Ausbau der Oder vereinbart. Ein Aktionsbündnis klagt gegen das Projekt, auf polnischer Seite wird jedoch bereits gebaut. Die rund 500 Kilometer lange Oder ist einer der letzten großen naturnahen Flüsse in Europa.

RND/dpa und epd

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