Kasachstan ruft zu Verbot und vollständiger Vernichtung von Atomwaffen bis 2045 auf
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Nach der Explosion einer französischen Atombombe für einen Test im Jahr 1970 schwebt dieser riesige Atompilz über dem Mururoa-Atoll. (Archivbild)
© Quelle: -/dpa
Nur-Sultan. Die Führung der Ex-Sowjetrepublik Kasachstan in Zentralasien hat vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs dazu aufgerufen, bis 2045 weltweit alle Atomwaffen zu vernichten.
„Der derzeitige militärische Konflikt auf dem Gebiet der Ukraine, die Gespräche über die atomare Wiederbewaffnung und gegenseitige Drohungen über die Anwendung der Atomwaffen, zwingen uns mehr als je zuvor dazu, darüber nachzudenken, wie verwundbar die Menschheit und wie dringend nötig ein Verbot und die Vernichtung dieser tödlichen Waffe ist“, schrieb der kasachische Außenminister Muchtar Tleuberdi in einem Artikel, der am Sonntag auf der Webseite der Tageszeitung „Liter“ erschien.
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Er rufe alle Staaten, darunter auch die Atommächte, dazu auf, einen Etappenplan zu erarbeiten, um bis 2045 weltweit das gesamte Atomwaffenarsenal zu liquidieren. Das Jahr 2045 sei wegen des 100. Geburtstag der Vereinten Nationen ein wichtiges Datum, so Tleuberdi.
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Nach der Rückkehr von seiner Reise in den Süden des Landes hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj den bedrohten Regionen dort Schutz versprochen.
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Kasachstan hat wie die Ukraine und Belarus nach dem Zerfall der Sowjetunion die auf ihrem Gebiet stationierten Atomwaffen an Russland übergeben. Unter anderem ist in Kasachstan das Atomwaffentestgelände Semipalatinsk beheimatet, wo zwischen 1949 und 1989 Hunderte Atomtests stattfanden, das aber nach der Unabhängigkeit Kasachstans geschlossen wurde.
Im Gegenzug für die Abgabe der Atomwaffen erhielten die drei Sowjetrepubliken im Budapester Memorandum Sicherheitsgarantien von den USA, Großbritannien und Russland - unter anderem wurde ihnen die Souveränität und Unverletzlichkeit der Grenzen garantiert.
RND/dpa