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Kommentar

Nato-Gipfel in Madrid: eine Zäsur auch für die Bundeswehr

Bundeswehrsoldaten in Litauen – im Falle eines Krieges mit Russland würden die deutschen Soldatinnen und Soldaten dort an der Front kämpfen.

Madrid. Der Nato-Gipfel ist vorüber. Beobachter prophezeiten vorher, das Treffen der 30 Mitgliedsstaaten werde historisch sein. Sie behielten recht. Das gilt nicht nur für die massiv aufgestockte Präsenz der USA in Europa und den nun absehbaren Beitritt Schwedens und Finnlands zur Allianz. Es gilt auch für die Bundeswehr.

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Bald 33 Jahre nach dem Fall der Mauer werden die deutschen Streitkräfte erneut auf Landes- und Bündnisverteidigung geeicht. Das hat Konsequenzen für die Bewaffnung. Noch mehr Konsequenzen hat es für die Mannschaftsstärken. Die Bundeswehr soll für die jederzeit einsetzbare Nato Response Force künftig 15.000 Soldatinnen und Soldaten bereithalten – dauerhaft.

In Litauen soll sie eine Kampftruppenbrigade mit 3000 bis 5000 Frauen und Männern führen. An der Stelle ist eine Vergleichszahl hilfreich: Derzeit befinden sich rund 3500 Soldaten in Auslandseinsätzen außerhalb des Nato-Gebiets. Auf dem Höhepunkt des Afghanistan-Einsatzes waren es 10.000. Dies galt damals als Maximum.

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Deutlich mehr Soldaten verweigern Kriegsdienst

Zu den materiellen Folgen treten die mentalen. Ein militärischer Konflikt der Nato mit Russland ist trotz des russischen Angriffs auf die Ukraine unwahrscheinlich; dies wäre für Russland selbst zu gravierend. Doch ausgeschlossen ist ein Krieg nicht; darauf müssen sich deutsche Soldatinnen und Soldaten einstellen.

Jene in Litauen wären dann Teil der „Front“. Allein das Wort macht schütteln. Diese Zäsur wirkt längst auf die Bundeswehr zurück. Dort hat sich die Zahl der Kriegsdienstverweigerer zuletzt verdoppelt.

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In anderen Staaten ist das Militärische selbstverständlicher Teil des Alltags – wie in Israel. Dort muss es aus existenziellen Gründen so sein. Bei uns ist es anders. Das wird so nicht bleiben.

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