Rentenerhöhung

Linke und DGB fordern weitere Zahlungen für Rentner

Martin Schirdewan, Vorsitzender der Partei Die Linke, auf einer Pressekonferenz.

Martin Schirdewan, Vorsitzender der Partei Die Linke, auf einer Pressekonferenz.

Berlin. Die Linke hat die voraussichtliche Rentenerhöhung im kommenden Jahr begrüßt, zugleich aber eine deutlichere Anpassung gefordert. Angesichts der grassierenden Inflation, der Vernachlässigung von Rentnern bei den Entlastungspakten der Bundesregierung und der Nullrunde für Rentner im Pandemie-Jahr 2021 sei klar, dass die Anhebung wenig an der Altersarmut ändere, sagte der Parteivorsitzende Martin Schirdewan am Sonntag.

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Dass die Renten in Ostdeutschland um gut 4,2 Prozent und damit 0,7 Prozentpunkte stärker als im Westen steigen sollen, ändere nichts an der Benachteiligung der ostdeutschen Rentnerinnen und Rentner, sagte er.

Die Rente müsse vor Armut schützen, ein gutes Leben ermöglichen und den Lebensstandard im Alter sichern. „Wir brauchen deshalb eine solidarische Mindestrente in Höhe von 1200 Euro, eine Senkung des Renteneintrittsalters auf 65 Jahre, die Benachteiligung der ostdeutschen Rentnerinnen und Rentner muss endlich beendet werden, und wir brauchen eine Rentenversicherung für alle“, sagte Schirdewan.

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Die Renten folgen den Löhnen immer mehr als ein Jahr verzögert; deshalb reicht es bei plötzlichen Preisanstiegen und folgenden stärkeren Lohnerhöhungen eben nicht...

Anja Piel, DGB-Vorstandsmitglied

Anja Piel, Vorstandsmitglied des Deutschen Gewerkschaftsbunds, sagte, die erwartete Erhöhung zeige, wie stark die Rentenversicherung „trotz aller Unkenrufe“ sei, gerade auch in der anhaltenden Krise. „Die Renten folgen den Löhnen immer mehr als ein Jahr verzögert; deshalb reicht es bei plötzlichen Preisanstiegen und folgenden stärkeren Lohnerhöhungen eben nicht, wenn die Renten zum Juli 2023 oder gar erst 2024 deutlich steigen.“

Die Menschen bräuchten jetzt und schon vor dem Juli 2023 schnell weitere Entlastung beziehungsweise Einmalzahlungen, damit sie nicht vom Wohlstand abgekoppelt würden, sagte die Gewerkschafterin.

Kritik auch vom Sozialverband Deutschland

Auch der Sozialverband Deutschland bemängelte, die geplante Anpassung sei angesichts der Inflation nicht ausreichend. „Die durchschnittliche Altersrente beträgt bei uns nur knapp 1300 Euro bei 35 Versicherungsjahren. Gerade in der Krise zeigt sich, dass das derzeitige Rentenniveau von 48 Prozent grundsätzlich zu niedrig ist“, sagte die Vorsitzende Michaela Engelmeier. Es brauche eine zügige Anhebung des Niveaus auf 50 Prozent, langfristig auf 53 Prozent.

Am Samstag war bekannt geworden, dass sich die rund 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner in Deutschland auf eine Erhöhung ihrer Bezüge im kommenden Jahr freuen können. Nach einer offiziellen Schätzung sollen die Renten im Juli in Westdeutschland um rund 3,5 Prozent und im Osten um gut 4,2 Prozent steigen, wie aus dem Entwurf des neuen Rentenversicherungsberichts hervorgeht. Der Entwurf liegt der Deutschen Presse-Agentur vor - zunächst hatte die „Bild am Sonntag“ berichtet.

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RND/dpa

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