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Große Worte, kleine Lieferung

Bisher nur ein Drittel der zugesagten Waffen aus Deutschland in der Ukraine angekommen

Ein junger Demonstrant bei einer Kundgebung in München: Der Unmut über die zögerlichen Waffenlieferungen Deutschlands wächst.

Deutschland hat der Ukraine große Hilfen zugesagt. Von der versprochenen Hilfe kommt aber im Kriegsland nur wenig an. Dies geht aus einer Analyse des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel hervor. Die Wirtschaftsforscher beobachten, welche internationalen Hilfen der Ukraine versprochen wurden und wie viel auch wirklich geliefert werden. Deutschland schneidet in der Analyse schlecht ab.

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„Deutschland hat große Zusagen gemacht, aber bisher kaum geliefert“, sagt Christoph Trebesch vom IfW Kiel. „Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern hat die Regierung noch keine schweren Waffen in die Ukraine geschickt: Nur ein Drittel der konkret zugesagten Militärhilfe ist angekommen. Die Daten helfen also, die dringenden Appelle der ukrainischen Regierung an die Bundesregierung zu erklären.“

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Polen liefert zehnmal mehr Waffen als Deutschland

Zwar hat Deutschland der Ukraine Waffen im Wert von mehr als 500 Millionen Euro versprochen. Jedoch sei davon bisher nur ein Bruchteil angekommen. Andere Länder leisten deutlich mehr Hilfe. So haben die USA und Polen jeweils bereits rund zehnmal mehr Waffen in die Ukraine geliefert als Deutschland. Auch Großbritannien, Norwegen und Kanada leisten erheblich größere militärische Hilfen als die Bundesrepublik.

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Die Ukraine benötigt laut dem IfW in Kiel neben Kriegsgerät auch finanzielle Hilfen. „Der Krieg lässt die Steuereinnahmen einbrechen und verursacht zugleich enorme Kosten, etwa zu Bezahlung der Soldaten oder zur Reparatur essenzieller Infrastruktur. Das bringt den Staatshaushalt unter Stress“, so Trebesch. So wurde der Ukraine von ihren internationalen Verbündeten über 30 Milliarden Dollar zugesagt. Geflossen sind davon bisher aber nur 6 Milliarden.

Deutschland steht auch hier hinter anderen Ländern zurück, besonders mit Blick auf die eigene Wirtschaftskraft. So gibt das wirtschaftlich stärkste Land Europas weniger als 0,2 Prozent seines Bruttoinlandsproduktes an die Ukraine – ähnlich wie Frankreich und Italien. Die osteuropäischen Länder zeigen sich hier deutlich großzügiger: Polen gibt mehr als 0,6 Prozent, Lettland mehr als 0,8 Prozent und Estland hat der Ukraine fast ein Prozent seiner Gesamtwirtschaftsleistung zugesagt. Der größte Geldgeber sind aber nach wie vor die USA.

RND/eti

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