Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

Bürgermeister berichtet von Explosionen

Ukrainische Partisanen legen offenbar russisches Propaganda-TV in Melitopol lahm

Ein ukrainischer Soldat geht in einer durch russischen Beschuss zerstörten Scheune nahe der Frontlinie in der Provinz Saporischschja (Symbolbild).

Ein ukrainischer Soldat geht in einer durch russischen Beschuss zerstörten Scheune nahe der Frontlinie in der Provinz Saporischschja (Symbolbild).

In der von Russland besetzten Stadt Melitopol in der Südukraine haben Widerstands­kämpfer offenbar für den Ausfall von kremlfreundlichen Propaganda­sendungen gesorgt. Das berichtet der im Exil lebende Bürgermeister der Stadt, Iwan Fedorow, am Dienstag auf Telegram. Seinen Angaben zufolge habe es am Morgen zwei Explosionen in der Nähe eines Umspannwerks gegeben, wobei nach ersten Erkenntnissen ein Transitkabel beschädigt worden sei. „Danach wurde die Ausstrahlung des von den Raschisten eroberten Fernsehsenders eingestellt“, so Fedorow.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Das Wort „Raschismus“ wird besonders im Zuge des russischen Angriffskrieges verwendet und beschreibt die Besetzung ausländischer Gebiete durch Russland.

+++ Alle Entwicklungen zum Krieg gegen die Ukraine im Liveblog +++

Die russischen Sendungen hatten den Platz lokaler ukrainischer Medien­quellen eingenommen. Russland versucht, über diese Propaganda­inhalte in der Bevölkerung zu verbreiten und die Nachrichten­erzählung über den Krieg zu kontrollieren. Melitopol ist mit 150.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt der teilweise von Russland besetzten Region Saporischschja.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, Inc., der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Details zu den Explosionen konnten bislang nicht unabhängig überprüft werden. Offen ist auch, wer für diese verantwortlich gewesen sein könnte. Der Bürgermeister von Melitopol sieht darin das Werk von Partisanen. „Egal, wie sehr die russische Propaganda versucht, unsere Bewohner einer Gehirn­wäsche zu unterziehen, sie kann nichts tun“, schrieb er in seinem Telegram-Beitrag. „Die Menschen in Melitopol halten durch, und die Widerstandskräfte neutralisieren alles Raschistische.“

Besatzer in Südukraine bereiten Referendum für Beitritt zu Russland vor

In der Region Saporischschja ist vergangene Woche der offizielle Startschuss für ein Referendum zum Beitritt zu Russland gefallen. „Ich unterzeichne einen Erlass an die zentrale Wahlkommission zum Beginn und zur Vorbereitung eines Referendums zur Vereinigung des Gebiets Saporischschja mit der Russischen Föderation“, erklärte der von den russischen Truppen eingesetzte Gouverneur der Region, Jewgeni Balizki, der russischen Staatsagentur Ria Nowosti zufolge.

Balizki sprach auf dem von den Besatzungstruppen organisierten Forum „Wir sind zusammen mit Russland“ in Melitopol. Die Gebiets­hauptstadt Saporischschja mit rund 700.000 Einwohnern und Einwohnerinnen befindet sich weiterhin unter Kontrolle Kiews. Unklar ist, wie eine solche Abstimmung, die die Ukraine nicht anerkennen würde, organisiert werden soll. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bereits gewarnt, dass von Besatzern organisierte Referenden ein Ende aller Chancen auf Friedens­verhandlungen mit Russland bedeuten würden.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Balizki nannte keinen konkreten Termin für die geplante Abstimmung. In der Vergangenheit war Anfang September als möglicher Zeitraum diskutiert worden. Balizki selbst stammt aus der Ukraine und war 2018 auf die von Russland annektierte Schwarzmeer­halbinsel Krim gezogen. Im Zuge des bereits seit fast einem halben Jahr andauernden russischen Angriffskriegs zog er zurück nach Melitopol und wurde als Militärgouverneur eingesetzt.

RND/jst mit dpa

Laden Sie sich jetzt hier kostenfrei unsere neue RND-App für Android und iOS herunter.

Mehr aus Politik

 
 
 
 
 
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Verwandte Themen

Letzte Meldungen