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Politik der Taliban

„Entsetzliches als auch gefährliches Zeichen“: US-Kritik nach öffentlicher Auspeitschung in Afghanistan

Ein mit einem AK-47-Sturmgewehr bewaffnetes Taliban-Mitglied steht in einem Tunnel (Archivbild).

Ein mit einem AK-47-Sturmgewehr bewaffnetes Taliban-Mitglied steht in einem Tunnel (Archivbild).

Kabul. Die USA haben Berichte über eine öffentliche Auspeitschung in Afghanistan scharf kritisiert. Diese seien ein „entsetzliches als auch gefährliches Zeichen“ dafür, dass die Taliban immer trotziger würden und der Welt zeigten, dass sie die Politik der Vergangenheit wieder aufnähmen, schrieb die US-Sondergesandte für afghanische Mädchen und Frauen am Donnerstag auf Twitter. „Das hat schon einmal nicht gut geendet und wird das Land erneut auf einen gefährlichen Weg führen“, schrieb sie weiter.

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Am Mittwoch haben die Taliban in der Provinz Logar im Osten des Landes nach eigenen Angaben 14 Menschen in einem Fußballstadion öffentlich auspeitschen lassen. Den Beschuldigten sei unter anderem Ehebruch, Diebstahl oder Korruption vorgeworfen worden, hieß es in einer offiziellen Mitteilung. Seit der Machtübernahme der Taliban im Sommer des Vorjahres ist es das erste Mal, dass eine öffentliche Auspeitschung als Strafe bestätigt wurde. Während der ersten Taliban-Herrschaft von 1996 bis 2001 wurden Auspeitschungen, Amputationen oder Steinigungen in der Öffentlichkeit vollzogen.

Frauen protestieren in Kabul

Gleichzeitig haben in der Hauptstadt Kabul Frauen am Donnerstag erneut gegen die Beschneidung ihrer Rechte durch die Taliban-Regierung protestiert. Im Zentrum der Stadt riefen die Demonstrantinnen Slogans wie „Frau, Leben, Solidarität“ oder „Wir kämpfen für unsere Rechte“, wie die Tageszeitung „Hascht-e Sobh“ berichtete. Es handele sich um den ersten Frauenprotest in der Stadt seit der Verhaftung einiger Frauenrechtlerinnen und Frauenrechtler vor einigen Wochen.

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Seit ihrer Machtübernahme im August 2021 schränken die Taliban die Rechte von Frauen immer weiter ein. So sind in weiten Teilen des Landes die Mädchenschulen ab der siebten Klasse geschlossen. Erst kürzlich wurde Frauen in Kabul der Zugang zu Parks verboten, weil sich die Parkbesucher nicht an die Geschlechtertrennung gehalten haben sollen. Laut Medienberichten sollen die Taliban in der zentralen Provinz Urusgan Frauen nun außerdem den Kauf von Sim-Karten verboten haben.

RND/dpa

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