Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

Kommentar

Das kopflose Ampel-Milliardenspiel: Schuldenbremse muss weg, Preisdeckel und Hilfen her

Nicht nur die Bäcker demonstrieren in diesen Tagen.

Nicht nur die Bäcker demonstrieren in diesen Tagen.

Am Montag und in den kommenden Tagen werden wieder Zehntausende in Hunderten Orten, vor allem in Ostdeutschland, auf die Straße gehen. Den Menschen ist es inzwischen egal, mit wem sie demonstrieren – ob mit örtlichen Gewerbetreibenden, bürgerlichen Bündnissen, oder mit Linken, Antiamerikanern oder gar mit Verschwörungserzählern und Rechtsextremen. Sie wollen nur eines: ihre Wut auf die Straße bringen, die Regierenden ihre Verunsicherung spüren lassen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Berlin tue nichts, um die galoppierenden Energiekosten einzufangen, um Privatleuten und Gewerbetreibenden mit ihren Horrorrechnungen zu helfen, lautet der Vorwurf in Stralsund, in Annaberg und Frankfurt/Oder. Das ist der Kern der Proteste und dieser Vorwurf ist ebenso falsch wie verständlich.

Denn das Dreierbündnis der Ampelkoalition gibt in diesen Wochen neben altbackender Fußballrhetorik („You‘ll never walk alone“) vor allem ein Bild parteipolitischer Zerstrittenheit. Beim Blick auf den politischen Kalender ist das verständlich: In zwei Wochen wird im nicht ganz unwichtigen Flächenland Niedersachsen gewählt. Nur dadurch ist zu erklären, warum Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) das Kunststück fertigbringt, gleichzeitig die Gasumlage infrage zu stellen, einen Gaspreisdeckel zu fordern und an der Schuldenbremse festhalten zu wollen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Der Winter naht

Alles drei zugleich wird nicht gehen. Die Gasumlage ist nach der Verstaatlichung des Lieferanten Uniper ein rechtlich riskantes Spiel geworden – denn dadurch ist sie zu einer getarnten Abgabe für den Staat geworden. Ein Preisdeckel, wie ihn am Sonntag auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) in Aussicht gestellt hat, ist dringend nötig und wird sehr teuer, wenn er auch für Gewerbetreibende gelten soll.

Die Schuldenbremse muss also fallen, die Gasumlage aus dem Haushalt finanziert werden und der Bund muss massive Hilfen aus einem Guss in Aussicht stellen. Es gilt, eine Pleitewelle in Gewerbe und Privathaushalten zu verhindern und die Ängste davor zu mindern, damit die Proteste nicht eskalieren.

„You‘ll never walk alone“ muss spürbar werden, sonst wird es kalt in Deutschland. Oder ganz kurz, für die nächste Scholz-Rede: „Winter is coming“.

Laden Sie sich jetzt hier kostenfrei unsere neue RND-App für Android und iOS herunter

Mehr aus Politik

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken