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Fußball-Landespokalfinale

2:0 gegen Krieschow: Energie Cottbus holt Landespokal – Fans stürmen Platz

Packendes Duell: VfB-Spieler Tobias Gerstmann (l.) und Maximilian Pronichev im Zweikampf. Am Ende nahm der FC Energie den Landespokal mit nach Hause.

Packendes Duell: VfB-Spieler Tobias Gerstmann (l.) und Maximilian Pronichev im Zweikampf. Am Ende nahm der FC Energie den Landespokal mit nach Hause.

Luckenwalde. Die Stimmung war am Samstagnachmittag bestens in Luckenwalde. Im mit 2832 Fans ausverkauften Werner-Seelenbinder-Stadion trommelten und klatschten in rot und blau gekleidete Menschen engagiert für ihre Farben. Die knappe Mehrheit hielt es im Brandenburger Fußball-Landespokalfinale mit dem Favoriten Energie Cottbus, eine ebenfalls stattliche Zahl wedelte mit blau-weißen Fahnen des Oberligisten VfB Krieschow. Am Ende vergebens. 2:0 (0:0) gewann der Regionalligist aus Cottbus und zog durch seinen zehnten Landespokal-Triumph mit dem bisher alleinigen Rekordsieger SV Babelsberg 03 gleich.

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Die Cottbuser Tore in einem lange Zeit ausgeglichenen Duell mit wenigen hochkarätigen Chancen erzielten Tobias Hasse (76. Minute) und Nikos Zografakis (90.+3). Nach dem 2:0 in der Nachspielzeit war direkt Schluss, die Energie-Fans stürmten das Feld, zündeten vereinzelt Pyrotechnik und feierten ihre Elf lautstark. Ein paar unschöne Provokationen vor dem Krieschower Block nötigten mehrere Dutzend Polizisten in schwerer Uniform zur strikten Trennung der zuvor friedlichen Fanlager. „Die Nummer eins im Land sind wir“ und „so sehen Sieger aus“, skandierten die FCE-Fans.

Krieschow hält lange gut mit

Zur Halbzeit sah es noch anders aus. Als Schiedsrichter Daniel Köppen nach 45 Minuten in seine Pfeife blies, waren die Krieschower sehr gut dabei. Die Abwehr um die Innenverteidiger Erich Jeschke und Philipp Knechtel verrichtete ihren Dienst zuverlässig und hatte die Cottbuser Stürmer weitgehend unter Kontrolle. Das 0:0 zur Pause war verdient wie folgerichtig, weil der favorisierte FC Energie mitunter behäbig wirkte und kaum zielführend seine Angriffe vortrug.

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Die Anfangsphase gestaltete die Elf von Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz noch recht dominant, nach drei Minuten arbeiteten sich die Rot-Weißen die erste Ecke heraus, nach weiteren drei die erste große Chance des Spiels. Janik Mäder nahm einen Ball aus 16 Metern direkt aus der Luft, was technisch anspruchsvoll aussah und fast zur frühen Führung geführt hätte. Die Cottbuser Fans, die auf der Gegentribüne eine lange rote Wand bildeten, klatschten aufmunternd.

Strittige Strafraumsituation

Ihre Elf blieb zunächst dran, verzettelte sich im letzten Drittel aber ein ums andere Mal. Es fehlte an Klarheit und Präzision, um die optische Überlegenheit in Torerfolge zu gießen. Mehr als ein Schussversuch von Maximilian Pronichev im Fallen, der aus wenigen Metern das Tor verfehlte, resultierte nicht aus den Cottbuser Bemühungen. Auf der Gegenseite zitterten FCE-Torwart Toni Stahl bei einem Flatterball die Hände, den Jonas Zickert nach 20 Minuten abgegeben hatte. Es war die erste Chance der Krieschower, die nach gut einer halben Stunde spürten, dass ihnen durch die FCE-Offensive weniger Gefahr drohte als erwartet.

Bedächtig unternahmen die VfB-Spieler weitere Angriffsversuche, stets auf eine stabile Absicherung achtend. Mehr als ein ordentlich getretener Freistoß des Ex-Cottbusers Dimitar Rangelov sprang zunächst nicht heraus, das Spiel verlor bis zur Pause zunehmend an Fahrt. Den Krieschowern konnte das nur recht sein, Wollitz’ Cottbusern weitaus weniger. Aus der Pause kamen sie mit neuem Elan, aber ohne neue Ideen. Die Überlegenheit war eine, die etliche Eckbälle und ein paar Freistöße einbrachte, zunächst allerdings keine Chancen. Direkt nach Wiederanpfiff forderte der durch den VfB-Strafraum stolpernde Jonas Hoffmann nach einer vermeintlichen Berührung einen Foulelfmeter, Köppens Pfeife blieb stumm – eine strittige Entscheidung.

Pronichev trifft die Latte

Auf die nächste Strafraumsituation mussten die sangesfreudigen FCE-Anhänger eine Viertelstunde warten. Nach einem Freistoß von Axel Borgmann war der weitgehend abgemeldete Erik Engelhardt zur Stelle, genauso aber VfB-Torwart Fritz Pflug, der reflexartig hielt. Die Spannung nahm zu, die Chancen wurden besser. Zickert prüfte mit einem Distanzschuss Stahl (67.), Pronichevs herrlicher Linksschuss aus ebenfalls beträchtlicher Entfernung klatschte an die Latte. Besser machte es Hasse, der über Umwege den Ball im Strafraum erhielt und unhaltbar für Pflug einschoss.

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Nun mussten die lange defensiv arbeitenden Krieschower aufmachen, was sie auch taten. Die beste Chance in einer hitzigen Schlussphase – unter anderem lieferten sich Wollitz und Rangelov ein heißes Wortgefecht – vergab Leo Felgenträger, dessen Kopfball an den Außenpfosten klatschte. In der Nachspielzeit machte Zografakis alles klar, als er den Ball nur noch ins verwaiste VfB-Tor schieben musste – Torwart Pflug war bei der letzten Krieschower Ecke mit nach vorn geeilt. Dann war Schluss und der Rasen fest in Cottbuser Hand.

VfB Krieschow: Pflug – Jeschke, Knechtel, Raak, Felgenträger, Hebler (60. Zurawsky), Zickert, Dahm (78. Pauling), Gerstmann, Pahlow, Rangelov.

FC Energie Cottbus: Stahl – Hofmann, Pronichev, Zografakis, Hasse, Kujovic, Hildebrandt, Engelhardt, Borgmann, Eisenhuth, Mäder.

Von David Joram

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