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MAZ-Serie: Mein Verein

Angel- und Wassersportclub Ketzin feiert in diesem Jahr 50-jähriges Bestehen

Auf dem Club-Gelände an der Ketziner Havel packen die Mitglieder zu Beginn jeder Wassersportsaison kräftig mit an.

Auf dem Club-Gelände an der Ketziner Havel packen die Mitglieder zu Beginn jeder Wassersportsaison kräftig mit an.

Ketzin. „In den Verein wird man hineingeboren“, sagt Michael Radtke und muss lachen. Wenn eine Familie Nachwuchs bekommt, wird das Baby gleich als Mitglied im Angel- und Wassersportclub Ketzin aufgenommen. „Das jüngste ist sechs Monate alt“, erzählt der Vorsitzende des Freizeit- und Breitensportvereins. „Wir sind überhaupt sehr familiär aufgestellt“, sagt Radtke. Vom Wettbewerbssport hat sich der Club, bei dem sich alles um das kühle Nass dreht, längst verabschiedet.

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Drei Säulen gebe es beim AWC, berichtet der Vereinschef. Die eine seien die Angler, die ursprünglich im Angelverein „Energie“ Ketzin organisiert waren. Im Jahr 2000 schlossen sie sich mit den Wassersportlern zum heutigen Club zusammen. Doch deren Ursprungsverein existierte bereits seit 1972. Jochen Krüger war seinerzeit Gründungsmitglied und führte viele Jahre auch den Verein als Vorsitzender an. Nun soll in diesem Jahr an der Ketziner Havel das 50-jährige Bestehen groß gefeiert werden. Ein Sommerfest sei geplant, verrät Michael Radtke.

Die Wasserski-Anfänge reichen in Ketzin bis in die 1970er-Jahre zurück – daher kann der Club in diesem Jahr schon 50. Jubiläum feiern.

Die Wasserski-Anfänge reichen in Ketzin bis in die 1970er-Jahre zurück – daher kann der Club in diesem Jahr schon 50. Jubiläum feiern.

Der 48-Jährige fing einst als Angler an. „Ich habe dann aber schnell Gefallen am Wasserskifahren gefunden“, sagt er. Die Wasserskisportler und die Wasserwanderer, die mit ihren Booten sogar bis ins Mittelmeer unterwegs sind, bilden die weiteren beiden Sektionen des Clubs aus dem Havelland. Wenn er am Seil hinter dem Motorboot hängt, „mache ich gerne Sachen, die sonst keiner macht“, berichtet Radtke. Da kann es auch schon mal vorkommen, dass er sich ohne Ski, also barfuß, aufs Wasser begibt. Auch einige Wakeboarder gebe es im Verein.

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Die Wasserskistrecke auf dem Trebelsee ist das Heimatrevier der Ketziner. „Unsere Hausstrecke“, nennt es Radtke. Sie wird dem Verein vom Wasser- und Schifffahrtsamt zur Verfügung gestellt und auch mit Tonnen markiert. „Darüber sind wir sehr dankbar, eine eigene Strecke zu unterhalten, wäre sehr kostspielig“, so der Vorsitzende, der gerne häufiger Wasserskiveranstaltungen durchführen würde. Leider erschwere es die Bürokratie zunehmend, etwas auf dem Wasser zu machen. Lärmschutzgutachten seien dafür ebenso notwendig wie die Entnahme von Wasserproben vor und nach einer Veranstaltung. „Dabei bewegen wir uns doch auf einer Bundeswasserstraße, die jeder benutzen kann“, sagt Radtke und stellt fest: „Das sind schwierige Themen, die unsere Vereinsarbeit blockieren und ausbremsen.“

Eigenes Grundstück an der Ketziner Havel

Auch deswegen konzentriert man sich beim AWC inzwischen lieber auf den Freizeitsport. „Es soll Spaß und Freude machen“, sagt Michael Radtke, der seit 2009 im Vorstand mithilft und seit etwa vier Jahren Vorsitzender ist. Wichtige Ereignisse im Vereinsleben seien auch die Arbeitseinsätze im Frühjahr und Herbst, um das kleine Vereinsheim auf dem rund 400 Quadratmeter kleinen Grundstück ganz in der Nähe des Ketziner Havelstrands, das die Angler seinerzeit mit in den Verein brachten, fit für die Wassersportsaison oder eben winterfest zu machen. Gerne hätten sich die Vereinsmitglieder schon etwas vergrößert, doch auch in dieser Angelegenheit haben die Ketziner Wassersportler derzeit noch ein dickes Brett bei der Stadt Ketzin zu bohren.

Über den Nachwuchs können sie sich am Ketziner Trebelsee derzeit nicht beklagen. Michael Radtke macht denen Mut, die das Wasserskifahren einmal ausprobieren wollen. „Das geht schon mit vier oder fünf Jahren“, meint er, „man fängt an einem kleinen Ausleger neben dem Boot an.“ Beim traditionellen Ketziner Fischerfest versucht der Verein regelmäßig, „Wasserski für jedermann“ anzubieten. „Aber wenn Interessierte mit uns Kontakt aufnehmen, finden wir dafür auch mal einen Termin außer der Reihe.“ Die Angler sind ebenso engagiert. Beim jährlichen Kinder- und Jugendangeln im Juli werden die Grundlagen des Fischens vermittelt. Das sei auch ein Angebot für alle Ketziner, die noch nicht im Verein aktiv sind, betont Radtke. „Da versuchen wir auch, den Kindern etwas über das richtige Verhalten am Wasser beizubringen, zum Beispiel, dass man seinen Platz wieder sauber hinterlässt“, erklärt der Vorsitzende. Sogar eine Angel-AG gab es mal in Ketzin. „Die ist allerdings in der Coronazeit etwas eingeschlafen“, gibt der Vereinschef zu.

Die Ketziner Angler und der Wassersportverein fusionierten 2000 zu einem Verein.

Die Ketziner Angler und der Wassersportverein fusionierten 2000 zu einem Verein.

Die zwei Pandemie-Jahre habe der Angel- und Wassersportclub sonst aber glimpflich überstanden. Nur die Anfangszeit 2020 sei schwierig gewesen, als die Mitglieder nicht einmal auf ihr Vereinsgelände durften. „Obwohl wir eigentlich alles an der frischen Luft machen“, so Radtke, der sich erinnern kann, dass der Verein früher auch in Wettkämpfen sehr aktiv war. Auch DDR-Meisterschaften der Wasserskifahrer gab es mal in Ketzin. „Aber das Thema haben wir abgehakt.“ Angeln und Wassersport sind in Ketzin jetzt Familiensache – und zwar auch schon für die ganz Kleinen.

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